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Dank Studium in die Personalabteilung

Frau berät einen Kunden auf einem Messetermin
Duale Studierende verknüpfen bereits im Studium das Gelernte mit der Praxis im Unternehmen.
Foto: Sonja Brüggemann

Betriebswirtschaftslehre dual

Dank Studium in die Personalabteilung

Marina Walter absolviert den dualen Studiengang Betriebswirtschaftslehre: Während sie sich theoretische Wirtschaftskenntnisse an der Hochschule Landshut aneignet, sammelt sie außerdem Praxiserfahrungen im Personalbereich eines Unternehmens.

„Vor meinem Bachelorstudium absolvierte ich eine dreijährige Ausbildung zur Bürokauffrau und holte anschließend das Abitur auf der Berufsoberschule nach“, schildert Marina Walter. „Danach reiste ich nach Kentucky in die USA, um ein Praktikum in einer Vetriebsniederlassung des niederbayrischen Funktionsschuhherstellers Haix zu machen.“ Dort erhielt die 25-Jährige einen Einblick in den Vertrieb und den Kundenservice. Die Aufgaben und das Arbeitsklima gefielen ihr so gut, dass sie auch zukünftig für das Unternehmen arbeiten wollte.

Ein Porträt-Foto von Marina Walter

Marina Walter

Foto: privat

Deshalb fragte sie die Personalleiterin, wie ihr der Berufseinstieg in der Personalabteilung gelingen könnte. Deren Tipp: ein Studium als Türöffner. Bei ihrer Recherche nach passenden Studiengängen stieß Marina Walter auf den dualen Bachelor Betriebswirtschaft an der Hochschule Landshut. „Auf der Website las ich, dass die Hochschule zwei Arten von dualem Studium anbietet: das Verbundstudium und das Studium mit vertiefter Praxis.“ Bei Ersterem absolvieren die Studierenden ein Studium mit einer integrierten Berufsausbildung in einem Unternehmen oder einer Organisation. Neben dem Bachelor erwerben sie auch einen Ausbildungsabschluss.

Da Marina Walter bereits eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert hatte, interessierte sie sich mehr für das Studium mit vertiefter Praxis. Bei dieser Studienvariante kann sie nun fundierte Praxiserfahrungen im Unternehmen sammeln, wichtige Kontakte knüpfen und schließt ihr BWL-Studium mit dem Bachelor ab. „Normalerweise arbeitet man beim Studium mit vertiefter Praxis nur während der Semesterferien. Aber ich hatte Haix angeboten, auch im Semester vier Stunden pro Woche dort zu verbringen.“ So sei es einfacher, im Arbeitsrhythmus zu bleiben. In der Regel dauert das Studium sieben Semester, davon sind 16 Monate Praxisanteil.

Schwerpunkte ab dem vierten Semester

„In den ersten zwei Semestern standen betriebs- und auch volkswirtschaftliche Grundlagen wie Mathematik, Statistik, Buchführung und Kostenrechnung sowie Informationstechnologie auf dem Lehrplan“, schildert die Studentin. „Das dritte und jetzt das vierte Semester setzen sich aus vertiefenden Kompetenzmodulen wie Marketing und Vertrieb, Arbeitsrecht und Personal zusammen – jetzt kann ich also endlich den Schwerpunkt wählen, weswegen ich mich hauptsächlich für dieses Studium entschieden hatte.“ Auch Englischseminare waren von Beginn an dabei.

Im fünften Semester ist normalerweise ein Praxissemester vorgesehen. Das kann Marina Walter allerdings überspringen, weil sie bereits eine Ausbildung abgeschlossen hat. Stattdessen wird sie die beiden Kompetenzmodule „Personal und Organisation“ sowie Controlling wählen, bevor sie sich zum Schluss ihrer Bachelorarbeit widmet. Pflicht sind außerdem die Module Unternehmensführung und Unternehmenssteuerung.

Den Praxisteil ihres Studiums verbringt die Studentin ausschließlich in der Personalabteilung von Haix. „Eigentlich ist es üblich, dass die dualen Studierenden verschiedene Abteilungen durchlaufen. Aber da ich die Firma bereits kenne, haben wir vereinbart, dass ich gleich in der Personalabteilung bleibe“, berichtet Marina Walter. Zurzeit befasst sie sich mit der Personalentwicklung und -beschaffung. „Mit einer Kollegin organisiere ich unter anderem Workshops und fertige Ausbildungsverträge an. Außerdem pflegen wir Bewerbungen in ein Bewerbermanagementsystem ein“, schildert sie.

Nach dem Bachelor gleich in den Job

Jetzt im vierten Semester kann sie ihr im Studium erlangtes Wissen im Personalmanagement in der Praxis umsetzen. „Bisher anwenden konnte ich bereits theoretische Kenntnisse, die ich im dritten Semester in den Modulen Organisation und Arbeitsrecht erworben hatte.“ Zum Beispiel habe sie Organigramme für das Unternehmen und dessen Aufgabenverteilung überarbeitet. Ihr Wissen über rechtliche Grundlagen nutzte sie, um Arbeitszeugnisse zu schreiben. Umgekehrt würden auch ihre Praxiserfahrungen im Studium helfen: „Wenn ich Präsentationen vorbereite oder Hausarbeiten schreibe, fallen mir sofort passende Praxisbeispiele ein.“

Nach ihrem Bachelorabschluss möchte Marina Walter gerne weiterhin für Haix arbeiten. „Ein Masterstudium plane ich im Moment nicht – lieber möchte ich gleich im Unternehmen bleiben. Dort habe ich sehr viel dazugelernt, die Aufgaben machen mir Spaß und ich fühle mich gut aufgehoben.“

Mehr zum Thema findest du beim abi>> Blogger Philipp, der die Fachrichtung „BWL – Bank“ dual studiert.

abi>> 03.07.2017