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Gute Aussichten für Absolventen

Eine Bewerbungsmappe
Bei der Bewerbung punkten Absolventen dualer Studiengänge durch ihre praktische Erfahrung.
Foto: Martin Rehm

Duales Studium – Arbeitsmarktchancen

Gute Aussichten für Absolventen

Welche Aussichten bieten sich Absolventen dualer Studiengänge? abi>> hat sich bei Verbänden und Instituten verschiedener Branchen umgehört.

Dr. Jonas Gallenkämper, Geschäftsführer des Fachbeirats Ingenieurausbildung beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI):

Ein Porträtfoto von Dr. Jonas Gallenkämpfer

Dr. Jonas Gallenkämpfer

Foto: privat

„Das duale Studium bietet eine hervorragende Möglichkeit, sich Theorie und Praxis verzahnt anzueignen. In der Regel studiert man an einer kleineren, zum Teil auch privaten Hochschule, die sich auf die speziellen Bedürfnisse des Einzelnen und des Unternehmens einstellen kann. So ist sichergestellt, dass für die tatsächliche Tätigkeit im Unternehmen geschult wird. Man sollte sich aber auch bewusst sein, dass diese Art des Studiums keine Vorbereitung auf die Forschung bietet.

Bei Unternehmen hat das duale Studium ein hohes Ansehen und nimmt weiter an Bedeutung zu. Mittlerweile studieren mehr als 100.000 junge Menschen auf diese Art.

Markus W. Ebel-Waldmann, Präsident des VDL-Bundesverbandes Agrar, Ernährung, Umwelt:

Ein Porträtfoto von Markus W. Ebel-Waldmann

Markus W. Ebel-Waldmann

Foto: privat

„Absolventen dualer Studiengänge werden im ‚grünen Bereich‘ äußerst gerne eingestellt. Bei den Unternehmen schätzt man, dass sie mit der Praxis bereits vertraut sind und die hohen Anforderungen dieses Ausbildungsmodells bewältigen konnten. Denn in unserem Sektor werden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aufgrund des demografischen Wandels oft auch mit dem Ziel eingestellt, in relativ kurzer Zeit Führungsverantwortung übernehmen zu können.

Insgesamt verzeichnen wir eine sehr hohe Übernahmequote bei dualen Studiengängen. Für die Studierenden ist wiederum die frühzeitig mögliche Karriereplanung attraktiv. Häufig kann auch das Thema der Bachelorarbeit auf die Praxis im kooperierenden Betrieb zugeschnitten werden. Auf der anderen Seite sollte man sich früh überlegen, inwieweit man sich festlegen oder gar eine Unternehmensbindung eingehen möchte. So wissen viele Abiturienten zunächst noch nicht, ob eine Karriere in der Wissenschaft für sie interessant sein könnte, wie sie sich gerade auch im Bereich Agrar, Ernährung, Umwelt anbietet. Wer dies frühzeitig weiß, ist unter Umständen bei einem universitären Studium besser aufgehoben, um von Anfang an einen ausgeprägten Bezug zur Forschung zu haben. Andererseits ist dieser Zugang auch nach einem dualen Bachelorstudium mit einem Masterabschluss noch möglich.“

Juliane Petrich, Bereichsleiterin Bildungspolitik und Arbeitsmarkt beim Digitalverband Bitkom:

Ein Porträtfoto von Juliane Petrich

Juliane Petrich

Foto: Bitkom

„Digitale Technologien sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken, sie gehören für Millionen von Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Die Digitalisierung der Gesellschaft schafft neue Berufsbilder und Jobs – IT-Spezialisten werden dringend gesucht. Für eine Laufbahn in einem IT-Beruf ist eine fundierte Ausbildung immer wichtiger. Während es für Quereinsteiger in Zukunft schwieriger wird, haben Absolventen eines dualen Studiengangs gute Chancen. Hier werden Theorie und Praxis besonders stark verzahnt. Die Vorteile der dualen Studiengänge haben sowohl kleine als auch große Unternehmen erkannt und wollen mehr Absolventen eines dualen Studiums einstellen. Eine starke Praxisorientierung passt hervorragend zur IT, bei der man besonders auf die Wünsche der Anwender eingehen muss.“

Cornelia Masbaum, Vorsitzende der Fachgruppe Bildungspolitik beim Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte:

Ein Porträtfoto von Cornelia Masbaum

Cornelia Masbaum

Foto: privat

„Ausbildung oder Studium, Praxis oder Theorie? Zum Glück kombiniert das duale Studium beide Ausbildungsmöglichkeiten geschickt miteinander. Bei Abiturienten und Unternehmen gleichermaßen beliebt, bietet es viele Vorteile: Die Unternehmen können zielgerichtet ihre zukünftigen Fachkräfte an betriebsinterne Prozesse heranführen; Studierende verknüpfen theoretisch Erlerntes unmittelbar mit ihrem Arbeitsalltag. Ein Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) aus dem Jahr 2015 zeigt, dass mehr als ein Drittel der Betriebe derzeit duale Bachelorstudierende beschäftigt, mit einer steigenden Tendenz. Dies weist auf gute Arbeitsmarktchancen im betriebswirtschaftlichen Bereich hin. Dennoch kommt es – wie so oft im Leben – ‚darauf an‘. Vor allem mittelständische Unternehmen haben großes Interesse an dual Studierenden, wohingegen viele große Unternehmen und internationale Beratungsfirmen den Universitätsabschluss voraussetzen.“

Ralf Beckmann vom Team Statistik/ Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit:

Ein Porträtfoto von Ralf Beckmann

Ralf Beckmann

Foto: privat

„Das duale Studium gewinnt stetig an Bedeutung. Mittlerweile gibt es rund 1.600 duale Studiengänge, 50.000 kooperierende Unternehmen und 100.000 duale Studierende. Diese Zahlen stammen aus der AusbildungPlus-Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Die häufigsten dualen Studiengänge sind die Ingenieurwissenschaften und die Wirtschaftswissenschaften mit einem Anteil von jeweils mehr als einem Drittel. Mit weitem Abstand folgen die Informatik sowie der Bereich Soziales und Pflege.

Die Arbeitsmarktaussichten für dual Studierende sind sehr gut, da viele Unternehmen gezielt für den Eigenbedarf ausbilden. Die Chancen, nach dem Studium in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen zu werden, sind sehr hoch. Durch die Praxisphasen während des Studiums fällt zudem der Berufseinstieg leichter.“

abi>> 28.09.2017