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Maurerin und Bauingenieurin

Das 3-D-Modell eines Haues auf dem Bildschirm eines Tablets
An der Hochschule eignet sich Kristin Rosenfeld Wissen rund um Bauphysik, Raum- und Flächenberechnung an.
Foto: Axel Jusseit

Bauingenieurwesen dual

Maurerin und Bauingenieurin

Kristin Rosenfeld ist angehende Bauingenieurin und erlernt zudem das Maurerhandwerk. Die 20-Jährige absolviert ein duales Studium an der Fachhochschule Lübeck.

Kristin Rosenfeld kann eine Mauer aus Klinkersteinen errichten, Estrich legen, Fliesen verlegen oder auch eine Holzschalung zimmern. Die 20-Jährige ist seit über einem Jahr ein sogenannter „StudiLe“ bei der Friedrich Schütt+Sohn Baugesellschaft in Lübeck. Die vor allem in Schleswig-Holstein gebräuchliche Abkürzung „StudiLe“ steht für die Kombination aus Studium und Lehre und umfasst duale Studiengänge in den Fachbereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Bauwesen. In Kristin Rosenfelds Fall handelt es sich um die Kombination aus dem Bauingenieurwesen-Studium an der Fachhochschule Lübeck und der Ausbildung zur Maurerin. Möglich wäre auch die Verbindung mit der Ausbildung zur Stahl- und Betonbauerin gewesen, aber Maurerin fand sie mit Blick auf ihr Studium naheliegender.

Sehen, wie etwas entsteht

Ein Porträtfoto von Kristin Rosenfeld

Kristin Rosenfeld

Foto: privat

Das erste Jahr ist ein reines Ausbildungsjahr – dieses verbrachte Kristin Rosenfeld im Betrieb und an der Berufsschule. Anschließend laufen zwei Jahre lang Ausbildung und Studium parallel. Die Regelstudienzeit beträgt sieben Semester, sodass ihre Ausbildung insgesamt 4,5 Jahre dauert. „Das ist herausfordernd und ich investiere natürlich mehr Zeit, als wenn ich regulär ein Studium mit vorlesungsfreien Zeiten gewählt hätte“, erzählt die 20-Jährige. „Aber einen Nebenjob und Praktika neben dem Studium hätte ich mir sowieso gesucht. Die Praktika hätte ich zwar in unterschiedlichen Betrieben absolvieren können, aber ich bin mir sicher, dass ich in der Kürze der Zeit nicht so tief in Projekte eingebunden werden kann, wie das bei uns im Unternehmen der Fall ist.“ Ein weiteres Plus des dualen Studiums: Ihr Ausbildungsbetrieb bezahlt ihr ein Gehalt.

Aber all diese Argumente greifen natürlich nur, wenn man wie Kristin Rosenfeld Spaß an der körperlichen Arbeit auf dem Bau hat und körperlich fit ist. „Wenn man direkt aus der Schule kommt, ist das eine andere Welt“, betont sie. Die Studentin hat schon immer sehr viel Sport getrieben – Fitness, Volleyball – und das kommt ihr in der Ausbildung zugute: Auf dem Bau läuft sie tagtäglich Treppen und schichtet auch gerne mal stundenlang Klinkersteine aufeinander. Natürlich sei das anstrengend, aber man gewöhne sich daran. Zudem wird man für die geleistete Arbeit belohnt: „Ich schaffe etwas mit den Händen und sehe, wie etwas entsteht. Das ist einfach ein gutes Gefühl.“

Theorie vertiefen

Einmal die Woche besucht Kristin Rosenfeld die Berufsschule. Die Fachpraxis wird zusätzlich durch Blockunterricht der Innung vertieft. Die dualen Studierenden arbeiten im ersten Ausbildungsjahr den theoretischen Stoff von zwei Jahren Berufsschule durch. Dazu gehören Fachzeichnen, Raum-, Flächen- und Volumenberechnung.

Das kommende Wintersemester wird die Studentin an der Hochschule verbringen, wo sie sich montags bis donnerstags mit Baukonstruktion, Baustoffkunde, Vermessung und Bauphysik beschäftigen wird. „Viele der Themen, die auf meinem Studienplan stehen, habe ich bereits in der Maurerausbildung kennengelernt“, ergänzt sie. „Ich glaube, dass es sich ganz anders studiert, wenn man parallel die Praxis miterlebt.“ Der Freitag ist ein vorlesungsfreier Tag, an dem sie entweder die Berufsschule oder die Innung besuchen wird.

Einblicke in die Bauvergabe

Nach dem Abschluss der Berufsausbildung, also ab dem vierten Semester, wird Kristin Rosenfeld im Betrieb mitarbeiten und weitere praktische Einblicke etwa in die Bauvergabe bekommen. „Wir arbeiten dann an realen Projekten mit und erfahren, wie zum Beispiel Leistungen ausgehandelt werden oder wie man vor Bauherren auftritt.“

Für die Zeit nach ihrem Studienabschluss hat Kristin Rosenfeld noch keine konkreten Pläne. Erst einmal freut sie sich auf die kommenden Semester.

abi>> 29.09.2017