Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Erst das Unternehmen, dann die Hochschule

Zwei Frauen während eines Vorstellungsgesprächs
Wer im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck machen will, sollte sich im Vorfeld gut über das Unternehmen, die Hochschule und den gewünschten Studiengang informieren.
Foto: Thomas Lohnes

Duales Studium – Bewerbung

Erst das Unternehmen, dann die Hochschule

Wer sich für ein duales Studium interessiert, bewirbt sich zunächst beim Unternehmen. Mit der Zusage vom Arbeitgeber kann dann die Immatrikulation an der Hochschule erfolgen.

Wer sich nicht zwischen Studium und Ausbildung entscheiden kann, für den kann das duale Studium eine attraktive Option sein. Das bedeutet aber auch, dass sich Studieninteressierte sowohl bei einem kooperierenden Unternehmen bewerben als auch an der Hochschule einschreiben müssen. Denn nur mit einem Ausbildungsvertrag in der Tasche ist der Studienplatz sicher. Welche Firmen Kooperationspartner sind, listen die Hochschulen meist auf ihren Internetseiten auf.

Freie Stellen sind dann in der Regel auf den Websites der Unternehmen ausgeschrieben, auch Einstiegsdatum und Bewerbungsfrist werden genannt. „Für die Online-Bewerbung werden die Abiturienten meist zum Karriereportal weitergeleitet. Dort können die Unterlagen direkt hochgeladen werden“, erklärt Amelie Widlak, die das Recruiting bei der Hornbach Baumarkt AG leitet. Gefragt sind in der Regel ein Motivationsschreiben, ein Lebenslauf und das letzte Zeugnis. „In jedem Fall sollte man vor dem Abschicken noch einmal prüfen, ob alle Unterlagen fehlerfrei sind“, rät Amelie Widlak.

Auswahlverfahren

Ein Porträtfoto von Amelie Widlak

Amelie Widlak

Foto: privat

Im nächsten Schritt werden die Bewerber von dem Baumarkt zu einem gemeinsamen Auswahltag eingeladen. Dort lernen sie bereits die Manager in den Märkten vor Ort kennen, in denen sie später eingesetzt werden sollen. „Zur Vorbereitung auf das Gespräch können sich die Abiturienten überlegen, welche Fähigkeiten sie mitbringen, die zum Studiengang passen: Gehe ich gerne auf Menschen zu oder bin ich eher introvertiert? Habe ich in der Vergangenheit schon mit Menschen gearbeitet? Wenn ja: Fiel mir das leicht oder schwer?“, rät Amelie Widlak.

Darüber hinaus gilt es, sich gut über das Unternehmen, die beteiligte Hochschule und den Studiengang zu informieren, um aus diesem Wissen sinnvolle Fragen abzuleiten. „Denn es macht keinen guten Eindruck, wenn Bewerber im Vorstellungsgespräch Fragen stellen, die sie sich über eine Internetrecherche hätten selbst beantworten können“, gibt die Leiterin des Recruiting zu bedenken. Bei der Hornbach Baumarkt AG startet die Bewerbungszeit für den Start am 1. August genau ein Jahr zuvor, auch bei anderen Unternehmen in der Regel zwischen 1. Mai und 1. November.

Öffentlicher Dienst: auch ohne Beamtenstatus eine attraktive Option

Auch im öffentlichen Dienst werden duale Studierende eingestellt. „Eine Bewerbung ist in Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden möglich. Die Abiturienten entscheiden sich hier – wie bei jedem dualen Studium – von Beginn an für eine konkrete Tätigkeit bei einem konkreten Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes“, erklärt Michael Hümmer, Berater für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Fürth. Duale Studierende können beispielsweise in der Rechtsanwendung bei der Deutschen Rentenversicherung, als Berater bei der Bundesagentur für Arbeit oder als Techniker beim Verkehrsministerium tätig sein.

„Ein Auswahltest ist Voraussetzung, um einen Studienplatz zu erhalten. Abgefragt wird nicht nur Schulwissen, sondern auch Kenntnisse des aktuellen Tagesgeschehens. Mithilfe von Literatur und Internetrecherchen können sich die Bewerber gut darauf vorbereiten“, erklärt Michael Hümmer. Außerdem müssen die Bewerber für ein duales Studium im öffentlichen Dienst ein eintragfreies Führungszeugnis vorlegen. Manche Behörden fordern von ihren Studierenden zudem die deutsche oder zumindest eine EU-Staatsangehörigkeit. Wichtig: Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, erhält nicht automatisch einen Beamtenstatus. Die Absolventen der Bundesagentur für Arbeit beispielsweise steigen als Angestellte ein und werden aktuell auch nicht mehr verbeamtet. (Mehr zu dualen Studiengängen im öffentlichen Dienst findest du hier.)

Immatrikulation an der Hochschule

Ein Porträtfoto von Thomas Köpke

Thomas Köpke

Foto: privat

Erst, wenn die Bewerber einen Platz im Unternehmen sicher haben, kommen sie in Kontakt mit der Hochschule, die für die dualen Studierenden Plätze reserviert hat. Thomas Köpke von der Allgemeinen Studienberatung der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach erklärt die Schritte: „Der Arbeitgeber schickt den Studien- und Ausbildungsvertrag in einer Ausfertigung zu uns, sodass er vom Studiengang geprüft werden kann. Nach Erhalt des Vertrags tritt der Studierendenservice schriftlich in Kontakt mit dem Studienbewerber und dem Unternehmen.“

Im Schreiben der Hochschule wird der Bewerber aufgefordert, seinen Immatrikulationsantrag und sein Abiturzeugnis in beglaubigter Kopie persönlich oder per Post einzureichen. „Es ist wichtig, dass die Abiturienten sich selbst darum kümmern. Zwar schicken uns viele Unternehmen Kopien der Unterlagen mit, aber das kann den Prozess unnötig verzögern, da meist nur unbeglaubigte Kopien verschickt werden“, erklärt Thomas Köpke. Das Studium beginnt dann je nach Hochschule zwischen August und Oktober.

Weitere Informationen

Zum Thema „Bewerbung für ein duales Studium“ kannst du dich umfassend in der abi>> bewerbungsbox informieren.

abi>> 28.09.2017