Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Zwischen Mandarin und Labortechnik

Hochhäuser einer chinesischen Stadt.
Zehn Monate lang lebte, studierte und arbeitete Lukas Deger in zwei asiatischen Metropolen – eine Erfahrung, die er nicht missen möchte.
Foto: Julia Grimminger

Duales Studium im Ausland - China

Zwischen Mandarin und Labortechnik

Duales Studium in Fernost: Lukas Deger verbrachte zehn Monate in den chinesischen Metropolen Hangzhou und Guangzhou. Der 22-jährige International Business-Student der Dualen Hochschule Baden-Württemberg hat sich damit einen Traum erfüllt – gleichzeitig studieren, arbeiten und eine fremde Kultur kennenlernen.

„Schon nach zwei längeren Aufenthalten in England und Irland vor meinem dualen Studium habe ich gemerkt, dass mir der kulturelle Austausch wichtig ist und dass ich mich dadurch persönlich weiterentwickelt habe. Das wollte ich unbedingt fortsetzen“, sagt der 22-Jährige. Doch, wohin sollte es gehen?

China überzeugte ihn, denn im Süden des Landes hat seine Hochschule eine Partneruni in Hangzhou – und auch sein Arbeitgeber ein Tochterunternehmen im zwei Flugstunden entfernten Guangzhou. „Neben den Seminaren an der Hochschule in Lörrach arbeite ich bei IKA, einem Weltmarktführer für Labortechnik. China passte da einfach, denn es ist einer der größten Wachstumsmärkte überhaupt. Vor allem aber wollte ich mir nicht nur theoretisches Wissen aneignen, sondern durch Erfahrungen vor Ort zwischen verschiedenen Kulturen vermitteln.“

Die Millionenstadt Hangzhou, wo er an der Zhejiang Gongshang University studierte, imponierte dem 22-Jährigen. „Die Größe ist schon beeindruckend. Im Alltag konnte ich mich zuerst nur mit Händen und Füßen verständigen. Auf Wochenendreisen habe ich gemerkt, wie gastfreundlich die Chinesen sind. Das half natürlich, Barrieren abzubauen und sich langsam Sprachkenntnisse anzueignen“, erinnert sich der duale Student.

Das Andere ist nicht so anders

Ein Porträtfoto von Lukas Deger

Lukas Deger

Foto: privat

An der Uni selbst hatte er sprachlich keine Probleme. „Alle Vorlesungen und Seminare wurden auf Englisch gehalten. Und auch inhaltlich waren die Veranstaltungen ähnlich aufgebaut wie in Deutschland – am Ende konnte ich mit einer Hausarbeit oder Klausur abschließen. Allerdings musste ich teilweise mehr Verantwortung übernehmen: den Semesterplan habe ich in der ersten Woche zum Beispiel selbst zusammengestellt.“ Die erbrachten Leistungen konnte er sich später problemlos an seiner Hochschule in Lörrach anrechnen lassen.

Bei der Arbeit im Unternehmen in Guangzhou half ihm dann die Theorie. „Insbesondere in kleineren Projekten konnte ich die Vorlesungsinhalte verwenden. Und es war schön, die neuen Kollegen mal persönlich kennenzulernen, denn ich kannte sie zuvor nur von Mailkontakten. Das ging dann auch fast familiär zu: nach der Arbeit und am Wochenende wurde ich zu Aktivitäten oder zum Badminton und Fußball spielen eingeladen.“ Neben einer Projektarbeit zur Unternehmenssteuerung war er als Student direkt in die Firma eingebunden und konnte alle Abteilungen besuchen. „Da habe ich die Arbeitsweise der Kollegen in China sehen und verstehen gelernt.“

Organisiert und eigenständig

Vor dem Auslandssemester sammelte der Student Informationen für seine Zeit in China. „Wichtig ist, sich mit dem International Office für die Bewerbung zeitnah abzusprechen, auch über mögliche Stipendien“, rät Lukas Deger. Neben der Auslandskrankenversicherung galt es, noch einige bürokratische Hürden überwinden: „Visum und Flug musste ich selbst organisieren – hier hat mir ein Reisebüro geholfen. Bei der Zimmersuche konnte ich auf die Unterstützung der Hochschule in Lörrach zurückgreifen, da ich mich für ein Studentenwohnheim entschied.“

Die zehn Monate in China haben ihn persönlich und fachlich wachsen lassen. Lukas Deger möchte die Erfahrung nicht missen: „Auslandserfahrung ist heutzutage ein großer Vorteil, wenn man sich nach dem Abschluss auf eine Stelle bewirbt. Ich bin selbstbewusster und eigenständiger geworden, habe angefangen, eine neue Sprache zu lernen – und das im kulturellen Austausch vor Ort.“

abi>> 18.10.2017