Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Von Malaysia nach Russland

Ein Reisepass, zwei Flugtickets, eine Bankkarte, ein Stift und ein Smartphone liegen auf einer Weltkarte.
Für Mitarbeiter im Auswärtigen Dienst gehören Auslandsreisen zum Berufsalltag.
Foto: Julien Fertl

Duales Studium im Ausland - Malaysia

Von Malaysia nach Russland

Auslandsaufenthalte werden in Zukunft für Isabelle Remmel (23) normal sein. Als Mitarbeiterin im Auswärtigen Dienst wird sie künftig ungefähr alle vier Jahre ihren Einsatzort wechseln. Wie sie ihr Praktikum in der deutschen Auslandsvertretung in Kuala Lumpur in Malaysia erlebte, berichtet sie für abi>>.

Das Auslandspraktikum ist fester Bestandteil unseres dualen Studiums für den gehobenen Dienst im Auswärtigen Amt. Es findet nach etwa 18 Monaten Studium statt. Ein Inlandspraktikum im Auswärtigen Amt selbst haben wir da schon hinter uns. Ungefähr ein halbes Jahr vor dem Auslandsaufenthalt wird eine Liste veröffentlicht, auf der Auslandsvertretungen Praktikumsstellen ausschreiben. Wir Studierende können dann Wunschorte angeben und die Wahl begründen. Wer zum Beispiel in seinem Studium freiwillig eine neue Sprache gelernt hat, soll auch die Möglichkeit bekommen, diese auszuprobieren.

Ich habe Kuala Lumpur als ersten Wunsch angegeben und mich sehr gefreut, dass es geklappt hat. Ich hatte vorher noch keine großen Auslandserfahrungen und wollte deshalb möglichst aus Europa und der westlichen Welt raus. Außerdem habe ich mich auf das gute Wetter und das leckere Essen gefreut.

Malaysisch ist mir nicht schwergefallen

Ein Porträtfoto von Isabelle Remmel

Isabelle Remmel

Foto: privat

Vier Monate vor dem Praktikum habe ich Bescheid bekommen, dass ich nach Kuala Lumpur komme. Ich habe dann einen Sprachkurs belegt, der mich auch kulturell auf das Land vorbereitet hat. Malaysisch ist keine schwere Sprache – auf jeden Fall einfacher als Russisch, das ich zurzeit lerne. In der Hochschule haben wir in den Wochen vor der Reise die wichtigsten fachlichen Grundlagen wiederholt und vertieft.

Auch Organisatorisches gab es so einiges zu tun: Ich musste mich um einen Umzug kümmern, Visum und Diplomatenpass besorgen und die Flüge raussuchen. Dabei haben mich die Kollegen vor Ort und das Auswärtige Amt unterstützt. Die Lebenshaltungskosten sind in Malaysia nicht besonders hoch. Deswegen bin ich mit meinem Auszubildenden-Gehalt und dem Auslandszuschlag gut über die Runden gekommen. Außerdem wurden die Mietkosten anteilig übernommen.

Vielfältige Aufgaben

In meinem Praktikum habe ich alle Bereiche der Auslandsvertretung kennengelernt. Ich war also in den Abteilungen für Rechts- und Konsularwesen, Kultur, Wirtschaft und Presse sowie in der Verwaltung. Da die Vertretung in Kuala Lumpur eher klein ist, konnte ich auch spontan die Abteilung wechseln, wenn es dort gerade etwas Spannendes oder Relevantes für meine Ausbildung zu erledigen gab. Einen typischen Arbeitstag gab es nicht. Diese Vielfalt hat mir besonders gut gefallen.

Ich habe zum Beispiel Notfallpässe ausgestellt, die Sicherheit der Vertretung überprüft, Gerichtsverhandlungen von deutschen Staatsangehörigen besucht, Fragen von deutschen und ausländischen Kunden beantwortet und interne Informationen aktualisiert. Außerdem konnte ich dabei helfen, einen Fall der Familienzusammenführung abzuschließen, der bereits sehr lange in Bearbeitung war. So habe ich dazu beigetragen, dass eine Familie endlich wieder an einem Ort zusammenleben konnte.

Von Kuala Lumpur nach Jekaterinburg

Das Auslandspraktikum hat mich sehr geprägt. Zum einen habe ich fachlich viel mitgenommen. Es war gut zu sehen, wie Theorie und Praxis ineinandergriffen und ich mein Wissen anwenden konnte. Zum anderen hat es mich auch persönlich weitergebracht. Ich habe gelernt, dass es ok ist, dann und wann Heimweh zu haben. Es kostet Energie, in einem Umfeld zu leben, in dem Abschiede alltäglich sind und Familie und Freunde sehr weit weg.

Mittlerweile stehe ich kurz vor meinem Abschluss. In ein paar Wochen geht es für mich an meine erste richtige Arbeitsstelle nach Jekaterinburg. Dort werde ich in der Rechts- und Konsulabteilung arbeiten, dieser Bereich hat mir bisher am besten gefallen. Wenn man sich für dieses Studium bewirbt, sollte man wissen, dass man nicht automatisch Botschafter wird – dafür ist eine andere Ausbildung vorgesehen. Mein Ziel ist es, als Nächstes erstmal in dem gut zu sein, was jetzt auf mich zukommt.

abi>> 18.10.2017