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Karriereturbo im Dreierpack

Zwei Personen begutachten die Holzkonstruktion eines Dachstuhls.
Der Studiengang Handwerksmanagement bildet Führungskräfte für das Handwerk aus.
Foto: Ingo Wagner

Handwerksmanagement

Karriereturbo im Dreierpack

Wer sich wie Kirsten Schumacher (24) für ein triales Studium entscheidet, braucht vor allem eines: viel Durchhaltevermögen. Am Ende des Studiums in Handwerksmanagement an der Fachhochschule des Mittelstands winken jedoch drei Abschlüsse.

Die 24-jährige Tischlermeisterin hat vor wenigen Wochen ihre Bachelorurkunde überreicht bekommen. Damit erwarb die Nordrhein-Westfälin in den vergangenen viereinhalb Jahren drei Abschlüsse: als Gesellin im Tischlerhandwerk, als Meisterin und als Absolventin des Studiengangs Handwerksmanagement. Ein Handwerk erlernen, anschließend studieren – das war ihr ursprünglicher Plan gewesen. „In der Oberstufe habe ich ein Praktikum in einer Tischlerei gemacht. Das hat mich so begeistert, dass ich mich dort um einen Ausbildungsplatz beworben habe“, erinnert sie sich.

Wochenendkurse und Online-Vorlesungen

Ein Porträt-Foto von Kirsten Schumacher

Kirsten Schumacher

Foto: Privat

Bei einer Infoveranstaltung der Handwerkskammer erfuhr sie von der Möglichkeit, parallel Ausbildung, Meisterprüfung und ein Studium an der Fachhochschule des Mittelstandes zu absolvieren. Kirsten Schumacher entschied sich für diesen Weg und nahm ihr Studium am Standort Köln auf. Im ersten Jahr besuchte sie begleitend zur Ausbildung als Tischlerin Hochschulkurse, die jeden zweiten Freitag und Samstag stattfanden. Ergänzend dazu verfolgte die Studentin montagabends am heimischen PC eine Online-Vorlesung. Im ersten Ausbildungsjahr bereitete sie sich außerdem auf den dritten Teil, die wirtschaftliche und rechtliche Prüfung, ihrer Meisterprüfung vor. „Berufsschule und Ausbildung liefen wie bei anderen Auszubildenden auch ab. Für den Betrieb war nicht spürbar, dass ich nebenbei studiere“, erläutert die 24-Jährige.

Im zweiten Jahr der Ausbildung lernte Kirsten Schumacher in Kursen der Handwerkskammer, was man als Betriebswirtin des Handwerks wissen muss. Ihre Ausbildungszeit konnte sie auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Im Anschluss daran hat sie den vierten Teil der Meisterprüfung, nämlich die Ausbildereignungsprüfung, abgeschlossen.

An der Praxis orientiertes Lernen

Anschließend ging ihr Studium in Vollzeit weiter. „Es wurden alle Themen behandelt, die für die Unternehmensführung im Handwerk von Bedeutung sind – angefangen vom Personalmanagement über Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu Recht und Steuern. Als Handwerkerin bin ich ein praktisch denkender Mensch. Etwas zu lernen, das an der Praxis orientiert ist und was ich immer wieder benötige, ist mir leicht gefallen. Zudem sind alle Dozenten in den Alltag von Betrieben eingebunden und wissen, worauf es ankommt“, erzählt sie. Ein zusätzlicher Vorteil: Egal ob Bäcker, Elektriker oder Frisör – Kirsten Schumacher studierte gemeinsam mit Kommilitonen aus unterschiedlichen Gewerken und erhielt damit einen Einblick in verschiedene Bereiche des Handwerks. Nach dem erfolgreichen Ende des Studiums hat sie die noch fehlenden Teile – die fachpraktische und fachtheoretische Prüfung – ihrer Meisterprüfung abgelegt.

Insgesamt kostete diese Ausbildung rund 20.000 Euro, die sie dank Studienkredit, Meister-BAföG und elterlicher Unterstützung aufbringen konnte. Bereut hat sie ihre Entscheidung nicht, im Gegenteil: „Es ist anstrengend und man braucht viel Disziplin, dafür eröffnet das triale Studium eine Vielzahl beruflicher Chancen. Man muss überzeugt sein, dass man diesen Weg gehen möchte. Fast alle meine Kommilitonen haben ihr Studium trotz der Belastung bis zum Ende durchgezogen“, merkt sie an. Inzwischen arbeitet die Tischlermeisterin bei einem Möbelhersteller, der 50 Mitarbeiter beschäftigt. Die junge Absolventin konnte dort eine Position als Assistentin der Geschäftsführung übernehmen. Eine gute Vorbereitung auf ihr späteres berufliches Ziel: „Irgendwann möchte ich selbst einen Handwerksbetrieb leiten.“

abi>> 12.08.2015

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