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„Unglaublich viele Möglichkeiten“

Eine gesicherte Fracht wird auf einem Rollfeld transportiert.
Im Studium hat Benedikt Schwarz nicht nur alle Vorgänge auf dem Rollfeld im Blick.
Foto: Thomas Lohnes

Luftverkehrsmanagement

„Unglaublich viele Möglichkeiten“

Die große, weite Welt des Fliegens, wen fasziniert sie nicht? Eigentlich wollte auch Benedikt Schwarz (24) selbst als Pilot abheben, nun studiert er Luftverkehrsmanagement in Frankfurt. In seinem dualen Studium bekommt er Einblick in das komplexe System des Luftverkehrs.

Luftverkehrsmanagement bietet die Freiheit, sich in unglaublich vielen Bereichen zu betätigen. Dabei steht man ständig hohen Anforderungen und Herausforderungen gegenüber – so wie beim Fliegen“, sagt Benedikt Schwarz, der im sechsten und letzten Semester Luftverkehrsmanagement – Aviation Management an der Frankfurt University of Applied Sciences studiert. In seinem dualen Bachelorstudium wechseln sich jeweils drei Monate Theorie und drei Monate Praxis ab, die er bei der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH absolviert. Mit der DFS, die für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig ist, hat er einen Studien- und Ausbildungsvertrag und erhält ein monatliches Gehalt über die gesamte Studienzeit.

Benedikt Schwarz bei seiner Arbeit bei der DFS Deutsche Flugsicherung

 Benedikt Schwarz

Foto: privat

Für sein duales Studium hat sich Benedikt Schwarz nicht bei der Hochschule beworben, sondern musste ein aufwendiges Auswahlverfahren im Unternehmen durchlaufen. „Ich komme aus einem anderen Bereich“, sagt er, „nach dem Abitur wusste ich nicht, ob ich Arzt oder Pilot werden wollte, und habe mich erst einmal für eine dreijährige Ausbildung zum Rettungsassistenten entschieden.“ Danach war für ihn klar, dass er langfristig weder im medizinischen Bereich noch als Führer eines Verkehrsmittels arbeiten wollte.

„Auch Wirtschaft hat mich immer interessiert“, erläutert er. Er recherchierte und bewarb sich bei drei Unternehmen, darunter die DFS. Seine abgeschlossene Ausbildung kam ihm dabei zugute. Das Unternehmen setzt als erste Hürde eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrmonatige berufliche Praxiserfahrung voraus. Nach einer Vorauswahl, in der er in einem Online-Test seine Grundfähigkeiten etwa in Mathematik oder im Wortverständnis unter Beweis stellen musste, durchlief er ein eintägiges Auswahlverfahren vor Ort. In Kleingruppen und Einzelinterviews wurde dabei unter anderem seine Teamfähigkeit getestet, mit Erfolg. Die DFS nimmt ihn als einen von zwei an.

Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Luftverkehr

2013 startete Benedikt Schwarz sein Studium und merkte bald, dass die Studieninhalte stark angelehnt sind an die klassische Betriebswirtschaft. Mikro- und Makroökonomie, Wirtschaftsinformatik, Investition und Finanzierung, Controlling, Buchhaltung und Marketing stehen auf seinem Stundenplan. Spezifisch ist lediglich eine Modulreihe, die sich durch das gesamte Studium zieht: Luftverkehrswesen. „Dies beinhaltet unter anderem das Management von Flughäfen inklusive der Infrastrukturplanung, die Organisation und Arbeitswelt der Flugsicherung, Planung und Preisgestaltung bei Airlines und weitere Module wie Luftverkehrsrecht und Aviation English mit den sprachlichen Besonderheiten des Luftverkehrs“, erklärt er.

Er betont auch den hohen Praxisbezug der Modulreihe. Alle Studiengangsleiter haben einen Branchen-Hintergrund. Zudem vermitteln Referenten aus Luftverkehrsunternehmen wichtiges Berufswissen. Laut Benedikt Schwarz ist das interessanteste Semester des Studiums das fünfte: „Das Praxisfallprojekt war eine besonders spannende Phase“, sagt er. Gemeinsam mit seinen Kommilitonen hat er dabei ein akutes, reales Problem eines Airline-Unternehmens analysiert und Lösungen dafür entwickelt. Mehr darf er nicht verraten. „Unsere Lösung wurde im Anschluss tatsächlich weiterverfolgt. Ein größeres Lob gibt es eigentlich gar nicht“, freut er sich.

Theorie in die Praxis umsetzen

Nach jeweils drei Monaten Hochschule folgen drei Monate Unternehmenspraxis. In welcher Abteilung Benedikt Schwarz landet, bestimmt die DFS. „Wir konnten Wünsche äußern, aber es wurde immer darauf geachtet, dass auch der aktuelle Bedarf der Abteilungen gedeckt wird und wir somit immer an aktuellen Projekten mitarbeiten konnten“, erklärt er. Der angehende Luftverkehrsmanager hat bisher in den Abteilungen Sicherheitsmanagement, Kommunikation, Personal und Ausbildung sowie in der Abteilung für politische Angelegenheiten mitgearbeitet.

Der letzte Praxisblock ist der Bachelorarbeit gewidmet. Benedikt Schwarz verbrachte diese Zeit in der Abteilung Unternehmenssicherheitsmanagement und schrieb über das Thema „Proaktives Safetymanagement“. Hierbei beschäftigte er sich mit der Optimierung eines Systems, das alle flugbetrieblich relevanten Prozesse überwacht, Risiken analysiert sowie Gefahren identifiziert, damit vorbeugend Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Erst einmal bleiben

In ein paar Monaten hat Benedikt Schwarz auch die letzte Theoriephase inklusive Klausuren und Präsentation seiner Bachelorarbeit hinter sich und wird dann direkt bei der DFS anfangen. „Ich hatte das Glück, dass in der relativ jungen Abteilung des Unternehmenssicherheitsmanagements eine neue Stelle entstanden ist“, erzählt er. Er kann sich vorstellen, irgendwann auch einen Master zu machen, aber erst einmal ist er überaus zufrieden mit seinem Arbeitgeber: „Hier herrscht ein gutes Arbeitsklima und das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern sehr gute Bedingungen.“

abi>> 09.11.2016