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Im Unternehmen Ressourcen sparen helfen

Gebäude der Hochschule Rhein-Waal Kleve
Optimale Bedingungen bereits an der Hochschule: Lukas Werle entschied sich aufgrund des Umwelt-Campus der Hochschule Trier für sein Studium.
Foto: Axel Jusseit

Nachhaltige Ressourcenwirtschaft dual

Im Unternehmen Ressourcen sparen helfen

Lukas Werle (24) hat soeben das duale Bachelorstudium „Nachhaltige Ressourcenwirtschaft“ am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier samt einer Ausbildung zum Industriekaufmann abgeschlossen –und wurde von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen. Das ebnete ihm den Weg in einen berufsbegleitenden Master.

Bereits während des Studiums Geld verdienen und innerhalb von vier Jahren eine Berufsausbildung sowie ein Bachelorstudium abschließen – diese Möglichkeit gefiel Lukas Werle. „Ausschlaggebend für meine Wahl war aber das einzigartige Konzept des Umwelt-Campus Birkenfeld bezüglich der Nachhaltigkeit“, erklärt er. „Denn die Themen Umwelt und Klima gehören aus meiner Sicht zu den wichtigsten unserer Zeit.“

Im ausbildungsintegrierten Studium „Nachhaltige Ressourcenwirtschaft“ lernen die Studierenden, ressourcenschonende Maßnahmen in Unternehmen zu entwickeln, die auf eine verantwortungsvolle, zukunftsorientierte und nachhaltige Wirtschaftsweise ausgerichtet sind. Der duale Studiengang kann mit verschiedenen kaufmännischen Ausbildungen kombiniert werden, Lukas Werle absolvierte die zum Industriekaufmann.

Studium, Berufsschule und Praxisphasen

Ein Porträt-Foto von Lukas Werle.

Lukas Werle

Foto: privat

Um einen der Studienplätze am Umwelt-Campus zu erhalten, musste sich der 24-Jährige zunächst einen Ausbildungsvertrag sichern. Er bewarb sich erfolgreich bei der Diehl GmbH in Baumholder bei Kaiserslautern, einem mittelständischen Unternehmen für technische Gebäudesysteme, und startete im Sommer 2012 in sein duales Studium.

Das erste Jahr begann zunächst mit der Berufsausbildung im Unternehmen. Dabei konnte Lukas Werle einen Einblick in verschiedene Abteilungen seines Ausbildungsbetriebs gewinnen. Zum Beispiel lernte er in der Finanzbuchhaltung, wie Rechnungen gebucht oder Zahlungsvorgänge erfasst werden, in der Kalkulation half er bei der Erstellung von Angeboten oder unterstütze die Personalabteilung bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung. In dieser Zeit besuchte er parallel die Berufsschule, um bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) die Prüfungen zum Industriekaufmann ablegen zu können – in seinem Fall nach zweieinhalb statt regulär nach drei Jahren.

Im Wintersemester 2013/14 begann für den dualen Studenten die Zeit an der Hochschule. „In den ersten drei Semestern wurden uns Grundkenntnisse vermittelt“, berichtet er. „Neben klassischer Betriebswirtschaftslehre gehört dazu auch Lehrveranstaltungen wie ‚Grundlagen nachhaltiges Wirtschaften und Umweltmanagement‘ oder ‚Nachhaltige Unternehmensführung und betriebliches Stoffstrommanagement‘“. Außerdem konnte er in andere Disziplinen Einblick nehmen, zum Beispiel Wirtschaftsinformatik und Umwelttechnik.

Zwischen den Semestern standen wiederum Praxisphasen bei Diehl an, erzählt Lukas Werle: „Hier sollte ich in Hausarbeiten verschiedene Fragestellungen der Professoren beantworten, etwa wie sich der Klimawandel auf das Unternehmen auswirkt. Dafür sprach ich mit Mitarbeitern aus Fachabteilungen wie der IT oder der Buchhaltung, teilweise auch direkt mit der Geschäftsleitung.“

Eigene Schwerpunkte setzen

Für das vierte und sechste Semester wählen die Studierenden verschiedene Wahlfächer. Möglich sind klassische BWL-Veranstaltungen sowie Fächer aus dem Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt, etwa ‚Green Tech‘ oder ‚Nachhaltige Wirtschaftspolitik‘. Außerdem können sie in einem freien Wahlpflichtfach Veranstaltungen anderer Fachbereiche besuchen. Lukas Werle entschied sich für „Finanzmanagement und Controlling“ sowie „Marketing und Logistik“.

Das fünfte Semester ist eine reine Praxisphase im Unternehmen. „Ich wurde hauptsächlich als Assistent der Niederlassungsleitung eingesetzt. Hier half ich bei Umstrukturierungen, zum Beispiel mithilfe eines Leitfadens für die Projektabwicklung, oder beim Erarbeiten neuer Projekte“, erzählt er. Seine Bachelorarbeit im sechsten – und damit letzten – Semester verfasste er zum Thema „Erfolgsfaktoren von Stadtwerken“.

Dank dualem Studium den Fuß in der Tür

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Bachelorstudiums wurde der 24-Jährige von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen und hat nun berufsbegleitend das eigentlich auf Vollzeit ausgelegte Masterstudium „Umwelt- und Betriebswirtschaft“ begonnen, das ebenfalls am Umwelt-Campus angeboten wird. Für die Theoriephasen stellt der Arbeitgeber ihn frei.

Auch die weiteren Aussichten sind für den Industriekaufmann bestens: „Ich plane, das Masterstudium bereits nach drei statt vier Semestern zu beenden. Danach darf ich voraussichtlich in einer leitenden Position einsteigen – die Aufgaben reichen von Controlling über Personal bis hin zu strategischen Themen. Bereits früh so viel Verantwortung zu erhalten, ist sicher die Ausnahme. Das duale Studium hat aber nun mal den Vorteil, dass man ein Unternehmen ausführlich kennenlernt und man einen bleibenden Eindruck hinterlassen kann – davon profitieren beide Seiten.“

abi>> 26.02.2018