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Zwischen Hochschule und Betriebspraxis

ein junger Mann sitzt vor einem Computer und ist am programmieren eines Mikrocontroller
Das duale Studium ermöglicht die passend aufeinander abgestimmte Kombination von Theorie an der Hochschule und Praxis im Unternehmen.
Foto: Karsten Socher

Elektrotechnik dual

Zwischen Hochschule und Betriebspraxis

Praktische Erfahrungen sammeln oder doch lieber studieren? Paul Lange (25) wollte beides und entschied sich daher für ein duales Studium – und damit für eine Alternative, die viele Vorteile mit sich bringt, aber auch hohe Arbeitsbereitschaft erfordert.

Paul Lange hatte nach dem Abitur bei der Firma Kunz Elektrotechnik GmbH in Vogtsburg einen Ausbildungsplatz in Aussicht. Sein Ziel, zu studieren, wollte er aber ebenfalls verfolgen. „Da die Firma qualifizierte Ingenieure braucht, bot mir der Geschäftsführer ein duales Studium an“, erinnert er sich. „Dafür hat der Betrieb mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim einen Kooperationsvertrag geschlossen.“

Mittlerweile studiert Paul Lange im fünften Semester Elektrotechnik an der DHBW in Mannheim. Das duale Studium dauert insgesamt drei Jahre, wobei sich Theorie- und Praxisphasen im dreimonatigen Rhythmus abwechseln. „In den Praxisblöcken im Unternehmen habe ich die Gelegenheit, Erfahrungen in verschiedenen Abteilungen zu sammeln und an Projekten mitzuarbeiten“, erzählt der 25-Jährige. Beispielsweise hat er bei der Erneuerung einer Trafostation mitgewirkt oder in einem Winzerkeller ein Energiemanagementsystem eingebaut. „Dadurch lerne ich nicht nur den Unternehmensalltag kennen, sondern erlebe auch, wie man Projekte eigenständig plant und durchführt“, beschreibt der junge Mann.

Theoretisches Wissen anwenden

Ein Porträt-Foto von Paul Lange

Paul Lange

Foto: Christian Höhn

Am dualen Studium schätzt Paul Lange besonders den kontinuierlichen Wechsel zwischen Theorie und Praxis: „Es gefällt mir, praktisch zu arbeiten und das gelernte Wissen im Unternehmen anwenden zu können“, erklärt er. „Nach der Praxisphase freue ich mich dann wieder auf die Hochschule. Hier sind wir in unseren kleinen Kursen zu einer richtigen Gemeinschaft zusammengewachsen und unterstützen uns gegenseitig im Studium“.

Die Hochschule vermittelt den Studierenden die theoretischen Grundlagen der Elektrotechnik, die zum Beispiel Mathematik, Physik, Informatik, Geschäftsprozesse und elektrotechnische Zusammenhänge beinhalten. Nach dem ersten Jahr erfolgte die Wahl einer Vertiefungsrichtung – Paul Lange hat sich für elektrische Energietechnik entschieden. „Im Studium lernen wir die Grundzusammenhänge kennen und verinnerlichen, wie man sich die Lösungen von Problemen selbst erarbeitet“, sagt er und erläutert. „Der technische Fortschritt ist so rasant, dass man in der Lage sein sollte, mit seinem Fachwissen eigenständig weiterzudenken.“

Doppeltes Pensum mit doppelten Vorzügen

Die Kombination aus Theorie und Praxis hat für den Bachelorstudenten viele Vorteile: „Einen unschätzbaren Wert für die Zukunft haben sicherlich die Kontakte, die man während des Studiums in der Branche knüpft“, betont er. „Ein weiterer Vorzug ist, dass während der ganzen Studienzeit vom Praxisunternehmen ein Gehalt bezahlt wird.“

Das duale Studium verlangt Paul Lange aber auch einiges ab. „Wir haben Anwesenheitspflicht in den Vorlesungen und schreiben die Klausuren direkt am Ende jeder Theoriephase. Allerdings wird hierdurch das strukturierte Lernen und zielstrebige Arbeiten gefördert”, berichtet er. Da er in der vorlesungsfreien Zeit im Unternehmen arbeitet, hat er weniger Freizeit als andere Studierende. „Ich würde mich trotzdem immer wieder für das duale Studium entscheiden“, ist er sich sicher.

Wenn er im September 2018 seinen Bachelorabschluss erreicht hat, wird er von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen. „Aufgrund der Praxisphasen sind mir die Strukturen im Unternehmen sehr vertraut. Am liebsten arbeite ich im Kundenkontakt und freue mich darauf, nach dem Studium Berufserfahrung als Ingenieur zu sammeln.“

abi>> 16.01.2018