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Was, wo, wofür?

Die Nanowissenschaftlerin im Gelblicht-Raum des Labors.Hier werden lichtempfindliche Goldfolien bedampft oder mit Säure geätzt.Die Proben sind für das gelbe Licht unempfindlich.
Die Berufsfelder Bionik, Nanotechnik und Robotik sind sehr vielfältig. Die abi>> Übersicht zeigt mögliche Studiengänge und Arbeitsbereiche auf.
Foto: Frank Pieth

Überblick

Was, wo, wofür?

Womit genau beschäftigen sich Bionik, Nanotechnik und Robotik? Über welche Studiengänge kann man sich für dieses Berufsfeld qualifizieren? Und in welchen Bereichen kann man damit später tätig sein? abi>> klärt auf.

BIONIK

Was ist das?

Von der Natur lernen – das ist das Motto der Bionik. Der Begriff verbindet die Felder Biologie und Technik miteinander. Experten verschiedener Fachrichtungen wie Ingenieure, Physiker, Chemiker oder Architekten blicken für die Lösung technischer Fragen oder für Innovationen in die Natur, ahmen biologische Strukturen, Materialien oder Prozesse nach und optimieren diese. Denn im Laufe von Milliarden Jahren der Evolution haben sich Lebewesen an unterschiedlichste, auch unwirtliche Bedingungen angepasst. Diesen schier unendlichen Pool an biologischen Erfindungen macht sich die Bionik zunutze. Bekannte Beispiele hierfür sind etwa der von der Klette inspirierte Klettverschluss oder der bei der Lotusblüte entdeckte Lotus-Effekt, der Oberflächen gegen Nässe unempfindlich macht.

Wo kann ich das studieren?

Bachelorstudiengänge bieten etwa die Hochschulen Hamm-Lippstadt (Materialdesign – Bionik und Photonik) und Rhein-Waal (Science Communications and Bionics) sowie die Westfälische Hochschule am Standort Gelsenkirchen (Bionik) und die Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst am Standort Göttingen (Bionik, Orthobionik) an. International ausgerichtet ist der Bachelorstudiengang der Hochschule Bremen (Bionik) mit einem obligatorischen Auslandssemester.

Masterstudiengänge gibt es beispielsweise in Bielefeld in Kooperation zwischen der Fachhochschule und der Universität (BioMechatronik) sowie an den Hochschulen in Bremen (Bionik: Mobile Systeme), Göttingen (Medizinische Orthobionik) und Rhein-Waal (Bionics/Biomimetics).

Die Bionik findet sich aber auch als Teilbereich in anderen Studiengängen wie Biologie, Maschinenbau oder Werkstofftechnik.

Wo kann ich damit arbeiten?

Arbeitsfelder sind neben der Forschung auch die Produktentwicklung oder die Verfahrenstechnik. Mögliche Arbeitgeber sind, neben Hochschulen und Forschungsinstituten, Unternehmen aus dem Bereich Fahrzeugtechnik, Maschinenbau, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrtindustrie oder Werkstofftechnik.

NANOTECHNIK

Was ist das?

Ingenieure der Nanotechnik arbeiten im Nanometerbereich mit Werkstoffen. Ein Nanometer ist ein Milliardstel eines Meters. Durch das Verändern von Teilchen in diesem Größenbereich entwickeln sie neue Werkstoffe, Verfahren und Technologien. Häufig finden die Ergebnisse Anwendung in der Elektronik, in der Pharmaindustrie und anderen Industriezweigen. Schmutzabweisende Lacke, riesige Datenmengen auf immer kleiner werdenden Chips oder Sonnencremes, die durch Nanopartikel vor gefährlicher UV-Strahlung schützen, sind nur einige Beispiele, wie Nanotechnik unseren Alltag schon heute beeinflusst.

Wo kann ich das studieren?

In Deutschland gibt es zahlreiche Studiengänge im Bereich der Nanotechnik. Dabei ist das Forschungsgebiet nicht unbedingt namensgebend.

So finden sich Bachelorstudiengänge wie Materialwissenschaften/-physik (zum Beispiel an der Technischen Hochschule Aachen, der Universität Erlangen oder der Universität Göttingen), Mikrosystemtechnik (zum Beispiel an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, der Universität Freiburg oder der Universität Regensburg), Nanotechnologie/-wissenschaft/-science/-engineering/-struktur (zum Beispiel an den Universitäten Duisburg-Essen, Kassel, Konstanz oder Regensburg) oder Lasertechnik (an der Hochschule Mittweida).

Ähnlich vielseitig sind die Masterstudiengänge in diesem Bereich. Angeboten werden zum Beispiel Nanotechnologie/-wissenschaft/-science/-engineering/-struktur (zum Beispiel an den Universitäten Duisburg-Essen und Tübingen oder der Hochschule Zwickau), Materialwissenschaften (zum Beispiel an der Hochschule Furtwangen und der Universität Göttingen) oder Miniaturisierte Biotechnologie (zum Beispiel an der Technischen Universität Ilmenau und der Hochschule Jena) und Lasertechnik (zum Beispiel an den Hochschulen Hildesheim und Mittweida).

Einige Masterstudiengänge sind zudem international ausgerichtet wie an der Technischen Universität Chemnitz, wo „Micro and Nano Systems“ rein auf Englisch gelehrt wird. Für den Studiengang „Nanoscience and Catalysis“ kooperieren die Technische Universität München und die Aix-Marseille Université in Marseille.

Wo kann ich damit arbeiten?

Als Ingenieur für Nanotechnologie arbeitet man in der informations- und energietechnischen Industrie, bei Herstellern von Halbleiterprodukten, in Biotechnologieunternehmen oder der pharmazeutischen oder chemischen Industrie. Nach wie vor bieten auch Forschungsinstitute Stellen für Nanotechnologen und -techniker an.

ROBOTIK

Was ist das?

Wer sich für einen Studiengang im Bereich Robotik entscheidet, der entwickelt Roboter und autonome Systeme, die in ganz unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz kommen. So können Roboter zum Beispiel Assistenzsysteme für Menschen mit Behinderung sein, Teil automatisierter Herstellung oder als Nanoroboter im Kampf gegen Tumore eingesetzt werden. Roboter arbeiten nicht mehr ausschließlich nach einem einprogrammierten Schema F, sondern können vermehrt eigene Entscheidungen treffen, Stichwort: Künstliche Intelligenz.

Wo kann ich das studieren?

Bachelorstudiengänge gibt es mit „Automatisierung und Robotik“ zum Beispiel an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, mit „Embedded Systems Engineering“ an der Universität Freiburg, mit „Industrial Automation and Mechatronics“ an der Hochschule Furtwangen, mit „Robotik und Automation“ an der Hochschule Heilbronn, mit „Robotik und Autonome Systeme“ an der Universität Lübeck, mit „Automation – Industrie 4.0“ an der Hochschule Mittweida und mit „Embedded Systems“ an der Universität Saarbrücken.

Breiter ist das Spektrum an Masterstudiengängen. Embedded Systems/Embedded Systems Engineering/Eingebettete Systeme und Mikrorobotik bieten die Technische Universität Chemnitz, die Hochschule Pforzheim sowie die Universitäten in Freiburg, Oldenburg und Saarbrücken an. Je nach Interesse sind Spezialisierungen im Bereich Medizintechnik („Neural Information Processing“ an der Universität Tübingen), Umwelttechnik („Navigation und Umweltrobotik“ an der Universität Hannover) oder auf interdisziplinäre Einsatzgebiete („Robotics, Cognition, Intelligence“ an der Technischen Universität München) möglich.

Wo kann ich damit arbeiten?

Als Ingenieur für Robotik und Autonome Systeme kann man in Unternehmen der Automatisierungstechnik, des Maschinen- und Fahrzeugbaus, der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Medizintechnik und der Mikroelektronik- und Elektroindustrie arbeiten, außerdem bei Herstellern von Steuerungssystemen oder in der pharmazeutischen und chemischen Industrie.

abi>> 07.11.2016

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