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Lernen und Prüfungen in drei Etappen

Infotafel über die menschliche Anatomie
Das Medizinstudium umfasst maximal 13 Semester und schließt mit dem Staatsexamen ab.
Foto: Martin Rehm

Aufbau des Medizinstudiums

Lernen und Prüfungen in drei Etappen

Von Anatomie über Krankheitsbilder bis hin zum Patientenkontakt – das Medizinstudium bereitet intensiv auf die praktische Tätigkeit als Arzt vor und prüft Studierende auf Herz und Nieren. Eine Übersicht.

Das Studium in Humanmedizin unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten von vielen anderen Studiengängen: Bachelor- und Masterabschlüsse gibt es nicht, da es sich um ein Staatsexamensstudiengang handelt. Und mit zwölf bis 13 Semestern Regelstudienzeit gehört die Ausbildung zum Arzt zu einer der längsten in Deutschland. An ihr führt jedoch kein Weg vorbei: Nur wer erfolgreich ein Medizinstudium abgeschlossen hat, kann eine Zulassung als praktizierender Arzt, die Approbation, bei der zuständigen Behörde seines Bundeslandes erhalten.

Von der Vorklinik bis zum Staatsexamen

Der Zugang zu Studium und Beruf ist bundeseinheitlich durch die Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) geregelt. Die Ausbildung startet bei Regelstudiengängen mit dem zweijährigen vorklinischen Teil, der mit dem ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung in schriftlicher und mündlicher Form abschließt. Dann folgt im fünften bis zehnten Semester der klinische Teil mit dem zweiten schriftlichen Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.

In der vorlesungsfreien Zeit absolvieren die Studierenden einen Krankenpflegedienst von drei Monaten und eine Ausbildung in Erster Hilfe. Hinzu kommt ein viermonatiges Praktikum, die sogenannte Famulatur: davon mindestens zwei Monate in einem Krankenhaus und ein Monat in einer Arztpraxis.

Wer nach dem zehnten Semester den zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung bestanden hat, für den geht es in das Praktische Jahr (PJ) in einer Klink in den Fächern Chirurgie, Innere Medizin und einem Wahlfach. Es erstreckt sich über insgesamt 48 Wochen. Dann steht noch einmal Lampenfieber an, verursacht durch den dritten mündlich-praktischen Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Wer sich für Reform- oder Modellstudiengänge in Humanmedizin interessiert, sollte wissen, dass das Studium dort anders aufgebaut sein kann (Im Interview „Von Anfang an nah am Patienten“ gibt es dazu weitere Infos).

Promotion und Facharztausbildung

Absolventen haben übrigens nicht automatisch einen Doktortitel vor ihrem Namen stehen. Hierfür ist eine Promotion notwendig, also das Verfassen einer Doktorarbeit. Möglich ist auch eine Spezialisierung durch eine mehrjährige medizinische Weiterbildung zum Facharzt, etwa für Gynäkologie oder Orthopädie. Insgesamt kann aus über 30 Fachgebieten gewählt werden. Eine Liste mit entsprechenden Weiterbildungsstätten halten die Landesärztekammern auf ihren Websites bereit.

abi>> 03.10.2016

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