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Kreative Problemlöser für Technik unter Strom

Die elektrotechnische Assistentin im Klassenzimmer der Schule .Sie programmiert hier eine Steuerung für einen Kaffee-Automaten mit dem Computer.
Programmieren und elektronische Technik sind dein Ding? Dann könnte das Studium der Elektrotechnik etwas für dich sein.
Foto: Frank Pieth

Elektrotechnik studieren

Kreative Problemlöser für Technik unter Strom

Winzige Schaltkreise in der Smartwatch, elektronische Steuerungen im Auto und die Regelungstechnik im vernetzten Zuhause – Elektrotechnik steckt in zahlreichen Dingen des täglichen Lebens. Es ist eine vielseitige und zukunftsweisende Disziplin mit wortwörtlich spannenden Studiengängen.

Jasmin Gabsteiger hatte ihr Faible für Elektrotechnik schon früh entdeckt: „Mein Vater ist selbstständig und in seiner Firma müssen viele Elektroanlagen gewartet werden. Hier hat er mir viel gezeigt, das fand ich spannend. Außerdem lagen mir Fächer wie Mathe.“

So entschied sie sich für den Bachelorstudiengang „Elektrotechnik – Elektronik – Informationstechnik“ an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg und ist nun bereits im sechsten und letzten Semester. „In den ersten drei Semestern ging es vor allem um die Grundlagen der Elektrotechnik – zum Beispiel elektrische und magnetische Felder oder Wechselstromlehre – und ab dem vierten unter anderem um Schaltungstechnik“, berichtet die 21-Jährige. Ab dem fünften Semester konnten sich die Studierenden auf eine von sechs Richtungen spezialisieren: „Ich wählte die Informationstechnik.“

Praktika an der Hochschule und in Betrieben

Ein Porträt-Foto von Jasmin Gabsteiger.

Jasmin Gabsteiger

Foto: privat

Um ihr Wissen anzuwenden, absolviert Jasmin Gabsteiger in jedem Semester kleine hochschulinterne Praktika. Außerdem sind für den Abschluss insgesamt zehn Wochen Praktikum in einem Betrieb Pflicht. „Davon habe ich schon vier Wochen bei einer Firma verbracht, die Leiterplatten vor allem für Fahrzeuge herstellt, zum Beispiel für die Lichtanlage. Ich habe dort unter anderem Schaltpläne erstellt.“ Die übrigen Praktikumswochen würde die Studentin gerne bei einem großen Hersteller von Mikroprozessoren wie Intel in Irland absolvieren.

Auch im Master möchte die 21-Jährige ihrem technischen Interesse und ihrer Spezialisierung aus dem Bachelor, der Informationstechnik, treu bleiben.

Frauenquote: Tendenz steigend

Das Studium der Elektrotechnik ist beliebt in Deutschland: Fast 66.000 Studierende waren laut Statistischem Bundesamt im Sommersemester 2017 für das Fach eingeschrieben. Mit gut 87 Prozent war die große Mehrheit davon männlich – auch Jasmin Gabsteiger ist nur eine von fünf Studentinnen in ihrem Semester.

Ein Porträt-Foto von Uwe Botzenhart.

Uwe Botzenhart

Foto: privat

Doch in dieser Hinsicht tut sich bundesweit etwas: „Die Frauenquote in der Elektrotechnik hat deutlich zugenommen“, bestätigt Uwe Botzenhart, Berater für akademische Berufe der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Das beweisen aktuelle Zahlen des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE): Im Wintersemester 2017/2018 waren bereits 17 Prozent aller Erstsemester im Fach Elektrotechnik Frauen; an den Universitäten sogar 20 Prozent. Eine hundertprozentige Quote besteht im einzigen Frauenstudiengang der Fachrichtung: An der Ernst-Abbe-Hochschule Jena lernen Studentinnen der Elektrotechnik unter sich. (Mehr zum Thema Frauenstudiengänge erfährst du in: „Traut euch in die MINT-Fächer, Mädels!“.) 

Mehr als 100 duale Studiengänge

Neben dem reinen Studium stehen allen Studieninteressierten im Bereich Elektrotechnik zudem mehr als 100 duale Studiengänge zur Verfügung: Im ausbildungsintegrierten Modell wird das Studium mit einer Ausbildung – etwa zum Elektroniker für Betriebstechnik oder Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik – kombiniert. Im praxisintegrierten Studium erfolgen intensive Praxisphasen im Betrieb. (Mehr zu einem dualen Elektrotechnik-Studium erfährst du in „Stromnetze in Theorie und Praxis verstehen“.)

Doch ob sie normal, dual oder nur unter Frauen studiert haben, Ingenieure für Elektrotechnik arbeiten später nicht im stillen Kämmerlein, sondern in – oft auch internationalen – Teams: „Sie sind kreative Problemlöser mit Neugierde für neue Technologien und einem Faible für die Naturwissenschaften. Das erfordert Kommunikationsfähigkeit und aufgrund der Internationalität gute Englischkenntnisse“, erklärt Uwe Botzenhart. Im Studium ist seiner Meinung nach viel Selbstdisziplin gefordert, gerade wenn es um schwere Lernfächer wie Mathe geht.

Generalist oder Spezialist?

Der Berufsberater betont zudem die fachliche Vielfalt: „Neben den allgemeinen Studiengängen der Elektrotechnik gibt es unterschiedliche Spezialisierungen. Dabei lassen sich zunächst grob vier Felder unterscheiden: Energietechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Automatisierung sowie Medizintechnik. Innerhalb dieser Bereiche kann man sich insbesondere im Master weiter spezialisieren, zum Beispiel auf Optoelektronik, Mikro- und Nanoelektronik, Medientechnik, Nachrichtentechnik, Elektronische Gerätetechnik oder Erneuerbare Energien.“ (Um die Nanoelektronik dreht sich das Studium von Tom Mauersberger, nachzulesen in „Elektronik mit kleinsten Elementen“.)

Ein Porträt-Foto von Dr. Jürgen Bräuer.

Dr. Jürgen Bräuer

Foto: privat

Ein Beispiel für diese Vielfalt ist das Angebot der Technischen Universität (TU) Chemnitz mit vier Bachelor- und acht Masterstudiengängen in diesem Bereich. Fachstudienberater Dr. Jürgen Bräuer erklärt: „Der Bachelorstudiengang ‚Elektrotechnik und Informationstechnik‘ beinhaltet alle branchentypischen Spezialisierungen ab dem vierten Semester: Elektrische Energietechnik, Automatisierungstechnik, Mikro- und Nanoelektronik oder Informations- und Kommunikationstechnik.“ Alternativ stehen an der TU vier spezialisierte Bachelorstudiengänge zur Verfügung: Elektromobilität, Regenerative Energietechnik, Informations- und Kommunikationstechnik oder Biomedizinische Technik. Zu diesen bestehen passende Masterangebote, außerdem die Master Mikrosysteme und Mikroelektronik, Energie- und Automatisierungssysteme sowie die drei englischsprachigen Angebote „Embedded Systems“, „Information and Communication Systems“ und „Micro and Nano Systems“. (Weitere Studienrichtungen findest du in der Übersicht „Studienfacetten der Elektrotechnik.)

Beste Aussichten am Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarktsituation für Experten der Elektrotechnik stellt sich – genauso wie in den verwandten Bereichen Energietechnik und Mechatronik – gut dar. „Arbeitslosigkeit spielt hier so gut wie keine Rolle“, sagt Claudia Suttner vom Team Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „So war die Arbeitslosenquote in den vergangenen Jahren durchweg geringer als drei Prozent. Die Zahl der gemeldeten Stellen ist 2017 wiederholt deutlich gestiegen. Die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit, für die bereits Daten für das Jahr 2017 vorliegen, weist in diesen Bereichen rund 86.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Experten aus. Gegenüber den Vorjahren zeigt sich die Beschäftigtenzahl damit leicht erhöht, nachdem sie seit 2013 eher stagniert hatte.“

Ingenieure für Elektrotechnik können in Betrieben der Elektroindustrie, des Maschinen- und Fahrzeugbaus, in der Luft- und Raumfahrtindustrie, bei Energieversogern oder im Bereich Medizintechnik tätig sein. Ihre Aufgaben sind zum Beispiel, neue Produkte oder Automatisierungstechnik zu entwickeln und zu konstruieren, Fertigungen zu leiten oder Produkte zu vertreiben. (Mehr zu Trends und Jobaussichten in der Branche erfährst du in „Dank breiter Basis stets anpassungsfähig“.)

Info

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Elektrotechnik)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Elektrotechnik)
www.studienwahl.de

Berufsfeld-Info.de

Das Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit zeigt Berufswelten im Überblick. (Berufsbereiche z.B: Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffstechnik; Transport, Lager, Logistik; Erneuerbare Energien)
www.berufsfeld-info.de

BERUFE TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit.
www.berufe.tv

Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE)

www.vde.com/de

Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI)

www.vdi.de

Komm mach MINT

Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen – unter anderem im Bereich Elektrotechnik
www.komm-mach-mint.de

abi>> 07.05.2018

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