Kreative Problemlöser für Technik unter Strom

Die elektrotechnische Assistentin im Klassenzimmer der Schule .Sie programmiert hier eine Steuerung für einen Kaffee-Automaten mit dem Computer.
Programmieren und elektronische Technik sind dein Ding? Dann könnte das Studium der Elektrotechnik etwas für dich sein.
Foto: Frank Pieth

Elektrotechnik studieren

Kreative Problemlöser für Technik unter Strom

Winzige Schaltkreise in der Smartwatch, elektronische Steuerungen im Auto und die Regelungstechnik im vernetzten Zuhause – Elektrotechnik steckt in zahlreichen Dingen des täglichen Lebens. Es ist eine vielseitige und zukunftsweisende Disziplin mit wortwörtlich spannenden Studiengängen.

Jasmin Gabsteiger hatte ihr Faible für Elektrotechnik schon früh entdeckt: „Mein Vater ist selbstständig und in seiner Firma müssen viele Elektroanlagen gewartet werden. Hier hat er mir viel gezeigt, das fand ich spannend. Außerdem lagen mir Fächer wie Mathe.“

So entschied sie sich für den Bachelorstudiengang „Elektrotechnik – Elektronik – Informationstechnik“ an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg und ist nun bereits im sechsten und letzten Semester. „In den ersten drei Semestern ging es vor allem um die Grundlagen der Elektrotechnik – zum Beispiel elektrische und magnetische Felder oder Wechselstromlehre – und ab dem vierten unter anderem um Schaltungstechnik“, berichtet die 21-Jährige. Ab dem fünften Semester konnten sich die Studierenden auf eine von sechs Richtungen spezialisieren: „Ich wählte die Informationstechnik.“

Praktika an der Hochschule und in Betrieben

Ein Porträt-Foto von Jasmin Gabsteiger.

Jasmin Gabsteiger

Foto: privat

Um ihr Wissen anzuwenden, absolviert Jasmin Gabsteiger in jedem Semester kleine hochschulinterne Praktika. Außerdem sind für den Abschluss insgesamt zehn Wochen Praktikum in einem Betrieb Pflicht. „Davon habe ich schon vier Wochen bei einer Firma verbracht, die Leiterplatten vor allem für Fahrzeuge herstellt, zum Beispiel für die Lichtanlage. Ich habe dort unter anderem Schaltpläne erstellt.“ Die übrigen Praktikumswochen würde die Studentin gerne bei einem großen Hersteller von Mikroprozessoren wie Intel in Irland absolvieren.

Auch im Master möchte die 21-Jährige ihrem technischen Interesse und ihrer Spezialisierung aus dem Bachelor, der Informationstechnik, treu bleiben.

Frauenquote: Tendenz steigend

Das Studium der Elektrotechnik ist beliebt in Deutschland: Fast 66.000 Studierende waren laut Statistischem Bundesamt im Sommersemester 2017 für das Fach eingeschrieben. Mit gut 87 Prozent war die große Mehrheit davon männlich – auch Jasmin Gabsteiger ist nur eine von fünf Studentinnen in ihrem Semester.

Ein Porträt-Foto von Uwe Botzenhart.

Uwe Botzenhart

Foto: privat

Doch in dieser Hinsicht tut sich bundesweit etwas: „Die Frauenquote in der Elektrotechnik hat deutlich zugenommen“, bestätigt Uwe Botzenhart, Berater für akademische Berufe der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Das beweisen aktuelle Zahlen des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE): Im Wintersemester 2017/2018 waren bereits 17 Prozent aller Erstsemester im Fach Elektrotechnik Frauen; an den Universitäten sogar 20 Prozent. Eine hundertprozentige Quote besteht im einzigen Frauenstudiengang der Fachrichtung: An der Ernst-Abbe-Hochschule Jena lernen Studentinnen der Elektrotechnik unter sich. (Mehr zum Thema Frauenstudiengänge erfährst du in: „Traut euch in die MINT-Fächer, Mädels!“.) 

Mehr als 100 duale Studiengänge

Neben dem reinen Studium stehen allen Studieninteressierten im Bereich Elektrotechnik zudem mehr als 100 duale Studiengänge zur Verfügung: Im ausbildungsintegrierten Modell wird das Studium mit einer Ausbildung – etwa zum Elektroniker für Betriebstechnik oder Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik – kombiniert. Im praxisintegrierten Studium erfolgen intensive Praxisphasen im Betrieb. (Mehr zu einem dualen Elektrotechnik-Studium erfährst du in „Stromnetze in Theorie und Praxis verstehen“.)

Doch ob sie normal, dual oder nur unter Frauen studiert haben, Ingenieure für Elektrotechnik arbeiten später nicht im stillen Kämmerlein, sondern in – oft auch internationalen – Teams: „Sie sind kreative Problemlöser mit Neugierde für neue Technologien und einem Faible für die Naturwissenschaften. Das erfordert Kommunikationsfähigkeit und aufgrund der Internationalität gute Englischkenntnisse“, erklärt Uwe Botzenhart. Im Studium ist seiner Meinung nach viel Selbstdisziplin gefordert, gerade wenn es um schwere Lernfächer wie Mathe geht.

Generalist oder Spezialist?

Der Berufsberater betont zudem die fachliche Vielfalt: „Neben den allgemeinen Studiengängen der Elektrotechnik gibt es unterschiedliche Spezialisierungen. Dabei lassen sich zunächst grob vier Felder unterscheiden: Energietechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Automatisierung sowie Medizintechnik. Innerhalb dieser Bereiche kann man sich insbesondere im Master weiter spezialisieren, zum Beispiel auf Optoelektronik, Mikro- und Nanoelektronik, Medientechnik, Nachrichtentechnik, Elektronische Gerätetechnik oder Erneuerbare Energien.“ (Um die Nanoelektronik dreht sich das Studium von Tom Mauersberger, nachzulesen in „Elektronik mit kleinsten Elementen“.)

Ein Porträt-Foto von Dr. Jürgen Bräuer.

Dr. Jürgen Bräuer

Foto: privat

Ein Beispiel für diese Vielfalt ist das Angebot der Technischen Universität (TU) Chemnitz mit vier Bachelor- und acht Masterstudiengängen in diesem Bereich. Fachstudienberater Dr. Jürgen Bräuer erklärt: „Der Bachelorstudiengang ‚Elektrotechnik und Informationstechnik‘ beinhaltet alle branchentypischen Spezialisierungen ab dem vierten Semester: Elektrische Energietechnik, Automatisierungstechnik, Mikro- und Nanoelektronik oder Informations- und Kommunikationstechnik.“ Alternativ stehen an der TU vier spezialisierte Bachelorstudiengänge zur Verfügung: Elektromobilität, Regenerative Energietechnik, Informations- und Kommunikationstechnik oder Biomedizinische Technik. Zu diesen bestehen passende Masterangebote, außerdem die Master Mikrosysteme und Mikroelektronik, Energie- und Automatisierungssysteme sowie die drei englischsprachigen Angebote „Embedded Systems“, „Information and Communication Systems“ und „Micro and Nano Systems“. (Weitere Studienrichtungen findest du in der Übersicht „Studienfacetten der Elektrotechnik.)

Beste Aussichten am Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarktsituation für Experten der Elektrotechnik stellt sich – genauso wie in den verwandten Bereichen Energietechnik und Mechatronik – gut dar. „Arbeitslosigkeit spielt hier so gut wie keine Rolle“, sagt Claudia Suttner vom Team Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „So war die Arbeitslosenquote in den vergangenen Jahren durchweg geringer als drei Prozent. Die Zahl der gemeldeten Stellen ist 2017 wiederholt deutlich gestiegen. Die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit, für die bereits Daten für das Jahr 2017 vorliegen, weist in diesen Bereichen rund 86.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Experten aus. Gegenüber den Vorjahren zeigt sich die Beschäftigtenzahl damit leicht erhöht, nachdem sie seit 2013 eher stagniert hatte.“

Ingenieure für Elektrotechnik können in Betrieben der Elektroindustrie, des Maschinen- und Fahrzeugbaus, in der Luft- und Raumfahrtindustrie, bei Energieversogern oder im Bereich Medizintechnik tätig sein. Ihre Aufgaben sind zum Beispiel, neue Produkte oder Automatisierungstechnik zu entwickeln und zu konstruieren, Fertigungen zu leiten oder Produkte zu vertreiben. (Mehr zu Trends und Jobaussichten in der Branche erfährst du in „Dank breiter Basis stets anpassungsfähig“.)

Info

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Elektrotechnik)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Elektrotechnik)
www.studienwahl.de

Berufsfeld-Info.de

Das Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit zeigt Berufswelten im Überblick. (Berufsbereiche z.B: Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffstechnik; Transport, Lager, Logistik; Erneuerbare Energien)
www.berufsfeld-info.de

BERUFE TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit.
www.berufe.tv

Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE)

www.vde.com/de

Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI)

www.vdi.de

Komm mach MINT

Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen – unter anderem im Bereich Elektrotechnik
www.komm-mach-mint.de

 

Elektrotechnik studieren – Interview

Dank breiter Basis stets anpassungsfähig

Wie wirken sich Industrie 4.0 und andere aktuelle Entwicklungen auf die Möglichkeiten von Elektroingenieuren aus? abi>> sprach mit Dr. Michael Schanz, Arbeitsmarkt- und Hochschulexperte beim Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE).

abi>> Herr Dr. Schanz, wie kommt Elektrotechnik in unserem Alltag zum Einsatz?

Michael Schanz: Sie spielt in etlichen Bereichen eine Rolle. Nehmen wir etwa den Teilbereich der Mikroelektronik: Heute sind in digitalen Geräten Sensoren eingebaut, sei es in Computern und all ihren Varianten wie Tablets oder Smartphones, um etwa sprachgesteuerte intelligente Assistenten möglich zu machen. Um größere Anlagen geht es zum Beispiel bei der elektrischen Energietechnik. Hier werden neue Erzeugungs- und Übertragungsverfahren entwickelt, um die Energiewende voranzutreiben. Ein weiterer großer Bereich, gepaart mit Mikroelektronik, ist die Informationstechnik, bei der man Daten erhebt und möglichst intelligente Steuerungssysteme entwickelt.

abi>> Welche aktuellen Entwicklungen sind besonders relevant?

Ein Porträt-Foto von Dr. Michael Schanz.

Dr. Michael Schanz

Foto: privat

Michael Schanz: Durch die fortschreitende Digitalisierung haben wir eine hochgradige Vernetzung, an der auch Gegenstände beteiligt sind. Sie erhalten eine Identität, indem man sie mit Sensoren bestückt und sie per Schnittstelle mit dem Internet verbindet. So werden etwa selbstfahrende Autos mit optischen Sensoren, Radar- und Ultraschallsensoren ausgestattet, um ihre Umgebung ständig und möglichst hundertprozentig zu erfassen.

abi>> Welche Fähigkeiten sollten Absolventen grundsätzlich für diese Berufsbereiche mitbringen?

Michael Schanz: Wichtig sind ausgeprägte Softskills wie Teamfähigkeit. Und man sollte dazu in der Lage sein, mit Fachleuten anderer Disziplinen zusammenzuarbeiten. Im Zuge von Industrie 4.0 wird zudem eigenverantwortliches Arbeiten immer wichtiger, weil einem Expertensysteme, künstliche Intelligenz und Assistenten nur einfache Entscheidungen abnehmen können.

abi>> Wie verläuft das Elektrotechnik-Studium? Und wann ist die fachliche Spezialisierung sinnvoll?

Michael Schanz: Wesentlich ist es, sich im Studium zunächst eine breite Basis anzueignen. Denn man weiß nicht, welche Aufgaben einen in zehn oder 20 Jahren erwarten – die Grundlagen können dann dabei helfen, sich schnell in benachbarte Gebiete einzuarbeiten.
Vorsichtig sollte man meines Erachtens mit spezialisierten Bachelorstudiengängen sein, weil man sich damit schon früh festlegt. Im allgemeinen Bachelorstudium der Elektrotechnik erfolgt eine erste Annäherung an verschiedene Spezialgebiete üblicherweise erst im dritten oder vierten Semester. Darauf kann man dann mit einem passenden Masterstudium aufbauen.

abi>> Wie schätzen Sie die Chancen für die Elektrotechnik-Ingenieure von morgen ein?

Michael Schanz: Weil die Welt immer stärker von Informationstechnik durchdrungen wird, sind in immer mehr Bereichen Experten gefragt. Das ist ein Trend, der ungebrochen und stärker denn je aufwärts zeigt. Viele Professoren sagen: Die Studierenden erhalten schon Angebote, bevor sie mit dem Studium fertig sind. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 10.000 Absolventen weniger als benötigt.

abi>> Und wie sieht es speziell für Absolventen unterschiedlicher Elektrotechnik-Studiengänge aus?

Michael Schanz: Die Chancen sehen für Absolventen aller Studiengänge der Elektrotechnik gut aus, wobei derzeit manche Spezialisten – etwa Embedded-Systems-Entwickler – besonders dringend gesucht werden.
Es kommt zudem zu immer mehr Überschneidungen: Elektroingenieure benötigen etwa auch IT-Kenntnisse, um nicht nur die Hardware von sogenannten eingebetteten Systemen zu kennen, sondern diese auch programmieren zu können. Daher ist Softwareentwicklung inzwischen generell im Studium der Elektrotechnik enthalten.

 

Elektrotechnik studieren – Überblick

Studienfacetten der Elektrotechnik

Die Elektrotechnik ist ein großes Feld mit etlichen Spezialisierungsmöglichkeiten. Die wichtigsten Studienrichtungen stellt dir abi>> vor.

Elektrotechnik

In diesem breit angelegten Studiengang wird zunächst Grundlagenwissen in Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik vermittelt, bevor in späteren Semestern eine Spezialisierung ermöglicht wird.

Mögliche Studiengänge: Elektrotechnik, Angewandte Elektrotechnik, Electrical and Computer Engineering, Elektronik und Informationstechnik, Elektro- und Luftfahrttechnik, Industrielle Elektrotechnik

Mögliche Arbeitgeber: Betriebe der Elektroindustrie, des Maschinen- und Fahrzeugbaus, der Luft- und Raumfahrt, der Energieversorgung und der Medizintechnik; Softwareanbieter; Ingenieurbüros für technische Fachplanung; Forschung und Entwicklung, z.B. in den Bereichen Medizin und Umwelt

Mehr zum grundständigen Studiengang „Elektrotechnik“ auf BERUFENET >>

Energietechnik

Bei der Energietechnik geht es um die Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Anwendung elektrischer Energie sowie um die entsprechenden Anlagen. Dafür spielen auch Disziplinen wie Elektromaschinenbau, Elektrowärme, Hochspannungstechnik, Energieversorgung und Leistungselektronik eine Rolle. Zunehmend sind regenerative Energiequellen Thema, also Sonnenlicht, Wind und Biomasse.

Mögliche Studiengänge: Energietechnik, Elektrische Energiesysteme, Energieeffizienz, Energieinformatik, Energietechnik und Ressourcenoptimierung, Energy Science

Mögliche Arbeitgeber: Betriebe der Elektroindustrie, des Maschinen- und Fahrzeugbaus, der Luft- und Raumfahrt, der Energieversorgung und der Medizintechnik; Softwareanbieter; Ingenieurbüros für technische Fachplanung; Forschung und Entwicklung, z.B. in den Bereichen Medizin und Umwelt

Mehr zum grundständigen Studiengang „Energietechnik“ auf BERUFENET >>

Informations- und Kommunikationstechnik (Nachrichtentechnik)

Die Übertragung, Vermittlung und Verarbeitung von Nachrichten (Informationen) steht im Mittelpunkt dieser Studienrichtung, die sich im Grenzbereich zur Informatik bewegt. Sie umfasst Teilbereiche wie die digitale Signalverarbeitung, elektrische und optische Nachrichtentechnik, Hochfrequenztechnik und Kommunikationsnetze.

Mögliche Studiengänge: Informations- und Kommunikationstechnik, Nachrichtentechnik, Computer- und Kommunikationstechnik, Digitale Technologien, Wehrtechnik

Mögliche Arbeitgeber: IT- und Elektrounternehmen, Hersteller von elektromedizinischen Geräten, Rundfunkveranstalter, Ingenieurbüros für technische Fachplanung, öffentliche Verwaltung

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Automatisierungstechnik

Wer sich dafür interessiert, Automatisierungssysteme zur Steuerung unterschiedlicher Prozesse zu konzeptionieren und die dafür notwendige Hard- und Software zu entwickeln, ist hier genau richtig. Zum Fachbereich gehören auch Methoden der Systemtheorie und Regelungstechnik, der Sensor- und Messtechnik, der Prozessrechner- und Kommunikationstechnik. An der Schnittstelle Mensch-Maschine spielen inzwischen auch Multimedia-Techniken eine wesentliche Rolle.

Mögliche Studiengänge: Automatisierungstechnik, (Smart) Automation, Robotik

Mögliche Arbeitgeber: Betriebe der Elektroindustrie, des Maschinen- und Fahrzeugbaus und der Energieversorgung; Rundfunkveranstalter, Bereich Sendetechnik; Hersteller von Computern oder elektromedizinischen Geräten; Softwareanbieter; Ingenieurbüros; Krankenhäuser, Bereich Haustechnik

Mehr zum grundständigen Studiengang „Automatisierungstechnik“ auf BERUFENET >>

Mikro- und Nanoelektronik

Bei der Mikro- und Nanoelektronik dreht sich alles um winzige Bauteile. Ingenieure dieser Fachrichtung entwickeln elektronische Schaltungen, Halbleiterbauelemente und hochkomplexe integrierte Schaltkreise. Die Mikro- und Nanoelektronik bildet die Basis für die Bereiche Elektrische Energietechnik, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Automatisierungstechnik.

Mögliche Studiengänge: Mikroelektronik, Leistungs- und Mikroelektronik, Nanoelectronic Systems

Mögliche Arbeitgeber: Betriebe der Elektro- und IT-Branche, Hersteller von elektromedizinischen Geräten oder Kraftfahrzeugen, Ingenieurbüros für technische Fachplanung, Forschung und Entwicklung

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Optoelektronik

Mit Licht werden Informationen gewonnen, übertragen und auf Bildschirmen dargestellt. Arbeitsgebiete der Optoelektronik sind daher unter anderem die Lasertechnik, die Bildverarbeitung, die optische Kommunikationstechnik und die optische Sensorik.

Mögliche Studiengänge: Optronik, Optical Engineering, Optotechnik und Bildverarbeitung, Optik und Lasertechnik, Optoelectronic and Photonics

Mögliche Arbeitgeber: Hersteller von Lasergeräten, medizintechnischen Geräten, Flachbildschirmen, Displays, Videokameras oder Solarzellen; Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus oder der Telekommunikation; Ingenieurbüros für technische Fachplanung; technische Überwachungsvereine

Mehr zu Studienangeboten im Bereich „Optoelektronik“ auf studienwahl.de >>

 

Nanoelectronic Systems

Elektronik mit kleinsten Elementen

Im Masterstudiengang „Nanoelectronic Systems“ an der Technischen Universität Dresden hat Tom Mauersberger (25) mit „fast unsichtbaren“ Bauelementen zu tun – er arbeitet nämlich mit Größen im Milliardstel-Bereich.

Bereits seinen Bachelorstudiengang hatte Tom Mauersberger seinem Interesse gemäß ausgesucht: Mikrotechnologie an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. „Damals hatte ich mich sehr für elektronische Systeme interessiert, die so klein sind, dass man sie nicht mit dem bloßen Auge erkennen kann, und für die Technologien, um solche Systeme herzustellen.“

Um sich weiter in diese Richtung zu spezialisieren, stand für ihn schnell fest, dass er für den Masterstudiengang „Nanoelectronic Systems“ an die Technische Universität (TU) Dresden wechseln wird. Zur Wahl standen in diesem drei Schwerpunkte: „Entwurf von nanoelektronischen Systemen“, „Technologien“ und „Anwendung nanoelektronischer Systeme“. „Ich habe mich für die Technologien entschieden, also den Schritt zwischen Entwurf und Anwendung.“

„Lab Sessions“ und andere Module

Ein Porträt-Foto von Tom Mauersberger.

Tom Mauersberger

Foto: privat

Der Master beinhaltet im ersten und zweiten Semester jeweils vier Pflichtmodule, in denen die Grundlagen für spätere Spezialisierungsmodule gesetzt werden. Dazu gehören etwa „Lab Sessions“, also Labor-Module, in Robotik und Photovoltaik sowie Module wie „Semiconductor Technology”, also Halbleitertechnologien. „Ab dem zweiten Semester wählt man außerdem aus mittlerweile 30 Angeboten Wahlpflichtmodule aus“, ergänzt Tom Mauersberger. Er hat sich unter anderem für die Module „Innovative Halbleiter-Bauelemente“, „Speichertechnologien“ und „Molekulare Elektronik“ entschieden.

Das regulär viersemestrige Masterstudium erfolgt komplett in englischer Sprache – Zugangsvoraussetzung war daher ein Sprachtest, zum Beispiel der TOEFL-Test. „Mit der Sprache komme ich gut zurecht. Ich habe mich dafür auch entschieden, weil ich gerne frei Englisch sprechen können wollte. Der Studiengang ist außerdem sehr international – ich bin derzeit sogar der einzige deutsche Student hier“, berichtet er.

Auch die Praxisnähe sagt ihm zu: „In fast jedem Modul gab es ein hochschulinternes Praktikum, bei dem die Inhalte aus den Vorlesungen direkt angewendet wurden.“ Sie führten zum Beispiel Experimente im Labor durch oder bauten eine Solarzelle.

Forschung mit Silizium-Nanodrähten

Eine weitere Besonderheit seines Studiengangs ist eine Projektarbeit im dritten Semester: „Es handelt sich dabei um so etwas wie ein Praktikum, das über das gesamte Semester läuft, in der Regel parallel zu den Lehrveranstaltungen. Ich forschte am Institut für Halbleiter- und Mikrosystemtechnik an Silizium-Nanodrähten, verfasste darüber eine Arbeit und musste diese auch verteidigen.“

Seine Masterarbeit baute auf der Projektarbeit auf: „Ich habe mich mit nanoelektronischen Materialien beschäftigt und aus den Silizium-Nanodrähten eine neuartige Form von Transistoren entwickelt“, berichtet er.

Vor Kurzem hat er sein Studium erfolgreich beendet. „Direkt im Anschluss werde ich nun an der TU Dresden ein Promotionsstudium beginnen“, erzählt er und ergänzt: „Ich könnte mir danach vorstellen, in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines Wirtschaftsunternehmens zu arbeiten.“

 

Elektrotechnik dual

Stromnetze in Theorie und Praxis verstehen

Ein Studium zu Themen wie Wechselstromlehre, gekoppelt mit Praxisphasen bei einem Energieversorger: Tabea Bergner (23) absolviert den praxisintegrierten Bachelorstudiengang Elektrotechnik an der FH Bielefeld.

Etwas Technisches, das wünschte sich Tabea Bergner für ihr Studium: „In der Schule hat mir Physik besonders gut gefallen, wodurch auch mein Interesse an der Elektrotechnik geweckt wurde. Konkret für diesen Fachbereich habe ich mich dann aufgrund der Studieninhalte, der vielfältigen Arbeitsbereiche und der guten Zukunftsperspektiven entschieden.“

Ein Porträt-Foto von Tabea Bergner.

Tabea Bergner

Foto: Merlin Steinmeier

Auf die Möglichkeit des dualen Studiums ist sie erst bei der Suche nach einem Studiengang gestoßen: „Die Verbindung von Theorie und Praxis hat mich sofort angesprochen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sowohl die Praxisphasen als auch die Theoriephasen wie bei einer Ausbildung vergütet werden“, erzählt die 23-Jährige. Insbesondere das Studienmodell am Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld sagte ihr zu: „Die Jahrgänge sind im Vergleich zu anderen Hochschulen recht klein. Dadurch können die Vorlesungen von uns Studierenden aktiv mitgestaltet werden.“

Bewerbung: Erst Betrieb, dann Hochschule

Der Zugang zum Studium lief zunächst über das Unternehmen. „Ich habe mich – wie bei einer normalen Ausbildung – direkt bei meinem jetzigen Arbeitgeber, den Stadtwerken Bielefeld, beworben“, erklärt die Studentin. „Ich durchlief ein Auswahlverfahren, das aus einem Einstellungstest zu Grundlagen aus den Bereichen Mathe, Deutsch, Englisch und logischem Denken sowie einem Vorstellungsgespräch bestand.“ Nachdem sie ihren Vertrag mit dem Betrieb unterschrieben hatte, konnte sie sich unter Vorlage eines Bewerbungsantrags, ihres Lebenslaufes und der Hochschulzugangsberechtigung bei der Fachhochschule Bielefeld einschreiben.

Mittlerweile steht Tabea Bergner im sechsten von insgesamt sieben Semestern. „Alle drei Monate wechseln sich die Phasen in der Fachhochschule und im Betrieb ab“, berichtet sie. „In den Theoriephasen an der FH hatten wir zunächst allgemeine Fächer wie Mathe, Physik und Grundlagen der Elektrotechnik. Darauf aufbauend werden unter anderem Hardware, Software, Automatisierungstechnik und Nachrichtentechnik thematisiert.“ Zusätzlich erwerben die Studierenden Qualifikationen aus den Bereichen Betriebswirtschaft und Projektmanagement.

Studieninhalte im Betrieb anwenden

Während der Praxisphasen arbeitet Tabea Bergner bei den Stadtwerken Bielefeld, einem kommunalen Energieversorger. Um die vielfältigen Aufgaben im Unternehmen kennenzulernen, wird sie in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Bei diesen Tätigkeiten kommt ihr das Theoriewissen aus dem Studium zugute. „Besonders die Kenntnis der elektrischen und magnetischen Felder und die Wechselstromlehre haben mir oft dabei geholfen, den Aufbau von Stromnetzen zu verstehen. Aber auch aus dem Bereich der Nachrichtentechnik konnte ich mein Wissen bereits anwenden, insbesondere die Möglichkeiten zur Datenübertragung.“

Die ihr übertragenen Aufgaben im Betrieb übt sie als kleine Projekte oder Teilprojekte aus, die sie weitestgehend selbstständig erarbeitet. Für die Fachhochschule verfasst sie über diese Projekte eine wissenschaftliche Arbeit, die auch benotet wird.

Ein Aufgabenbereich gefällt Tabea Bergner dabei am besten: „Ich möchte mich später weiter mit der elektrischen Energietechnik beschäftigen. Dazu kann ich mir auch einen passenden Masterstudiengang vorstellen – gerne berufsbegleitend bei den Stadtwerken Bielefeld.“


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Stand: 24.08.2019