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Dank breiter Basis stets anpassungsfähig

Ein junger Mann und eine junge Frau schließen eine Platine an den Computer an, um die vorher entwickelten und geschriebenen Programme zu übertragen.
abi>> sprach mit Dr. Michael Schanz über das Studium und Entwicklungen der Elektrotechnik.
Foto: Susanne Erler

Elektrotechnik studieren – Interview

Dank breiter Basis stets anpassungsfähig

Wie wirken sich Industrie 4.0 und andere aktuelle Entwicklungen auf die Möglichkeiten von Elektroingenieuren aus? abi>> sprach mit Dr. Michael Schanz, Arbeitsmarkt- und Hochschulexperte beim Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE).

abi>> Herr Dr. Schanz, wie kommt Elektrotechnik in unserem Alltag zum Einsatz?

Michael Schanz: Sie spielt in etlichen Bereichen eine Rolle. Nehmen wir etwa den Teilbereich der Mikroelektronik: Heute sind in digitalen Geräten Sensoren eingebaut, sei es in Computern und all ihren Varianten wie Tablets oder Smartphones, um etwa sprachgesteuerte intelligente Assistenten möglich zu machen. Um größere Anlagen geht es zum Beispiel bei der elektrischen Energietechnik. Hier werden neue Erzeugungs- und Übertragungsverfahren entwickelt, um die Energiewende voranzutreiben. Ein weiterer großer Bereich, gepaart mit Mikroelektronik, ist die Informationstechnik, bei der man Daten erhebt und möglichst intelligente Steuerungssysteme entwickelt.

abi>> Welche aktuellen Entwicklungen sind besonders relevant?

Ein Porträt-Foto von Dr. Michael Schanz.

Dr. Michael Schanz

Foto: privat

Michael Schanz: Durch die fortschreitende Digitalisierung haben wir eine hochgradige Vernetzung, an der auch Gegenstände beteiligt sind. Sie erhalten eine Identität, indem man sie mit Sensoren bestückt und sie per Schnittstelle mit dem Internet verbindet. So werden etwa selbstfahrende Autos mit optischen Sensoren, Radar- und Ultraschallsensoren ausgestattet, um ihre Umgebung ständig und möglichst hundertprozentig zu erfassen.

abi>> Welche Fähigkeiten sollten Absolventen grundsätzlich für diese Berufsbereiche mitbringen?

Michael Schanz: Wichtig sind ausgeprägte Softskills wie Teamfähigkeit. Und man sollte dazu in der Lage sein, mit Fachleuten anderer Disziplinen zusammenzuarbeiten. Im Zuge von Industrie 4.0 wird zudem eigenverantwortliches Arbeiten immer wichtiger, weil einem Expertensysteme, künstliche Intelligenz und Assistenten nur einfache Entscheidungen abnehmen können.

abi>> Wie verläuft das Elektrotechnik-Studium? Und wann ist die fachliche Spezialisierung sinnvoll?

Michael Schanz: Wesentlich ist es, sich im Studium zunächst eine breite Basis anzueignen. Denn man weiß nicht, welche Aufgaben einen in zehn oder 20 Jahren erwarten – die Grundlagen können dann dabei helfen, sich schnell in benachbarte Gebiete einzuarbeiten.
Vorsichtig sollte man meines Erachtens mit spezialisierten Bachelorstudiengängen sein, weil man sich damit schon früh festlegt. Im allgemeinen Bachelorstudium der Elektrotechnik erfolgt eine erste Annäherung an verschiedene Spezialgebiete üblicherweise erst im dritten oder vierten Semester. Darauf kann man dann mit einem passenden Masterstudium aufbauen.

abi>> Wie schätzen Sie die Chancen für die Elektrotechnik-Ingenieure von morgen ein?

Michael Schanz: Weil die Welt immer stärker von Informationstechnik durchdrungen wird, sind in immer mehr Bereichen Experten gefragt. Das ist ein Trend, der ungebrochen und stärker denn je aufwärts zeigt. Viele Professoren sagen: Die Studierenden erhalten schon Angebote, bevor sie mit dem Studium fertig sind. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 10.000 Absolventen weniger als benötigt.

abi>> Und wie sieht es speziell für Absolventen unterschiedlicher Elektrotechnik-Studiengänge aus?

Michael Schanz: Die Chancen sehen für Absolventen aller Studiengänge der Elektrotechnik gut aus, wobei derzeit manche Spezialisten – etwa Embedded-Systems-Entwickler – besonders dringend gesucht werden.
Es kommt zudem zu immer mehr Überschneidungen: Elektroingenieure benötigen etwa auch IT-Kenntnisse, um nicht nur die Hardware von sogenannten eingebetteten Systemen zu kennen, sondern diese auch programmieren zu können. Daher ist Softwareentwicklung inzwischen generell im Studium der Elektrotechnik enthalten.

abi>> 07.05.2018

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