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Interesse an digitalen Medien mitbringen

Ein Laptop steht auf einen Tisch.
In der PR-Branche spielen digitale Medien eine zunehmend große Rolle.
Foto: Sonja Trabandt

Interview

Interesse an digitalen Medien mitbringen

Wie bekomme ich einen Fuß in die PR-Branche? Welche Fähigkeiten sind gefragt? Wo gibt es Jobs? Thomas Lüdeke, Bundesvorstandsmitglied der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) und Geschäftsführer der PRCC Personalberatung, antwortet im Gespräch mit abi».

abi>> Herr Lüdeke, über welche Ausbildungswege lässt sich der Einstieg in die Öffentlichkeitsarbeit am besten realisieren?

Ein Porträt-Foto von Thomas Lüdeke

Thomas Lüdeke

Foto: Privat

Thomas Lüdeke: In der Regel führt kein Weg am Studium vorbei. Vielen Absolventen gelingt danach der Einstieg über ein PR-Volontariat in einer Agentur oder einem Unternehmen. Offen ist die Kommunikationsbranche für viele Schwerpunkte. So finden es einige Arbeitgeber interessant, mit Bewerbern zu sprechen, die sich in einem Fachgebiet – etwa Politikwissenschaften – gut auskennen und Kommunikationserfahrung etwa über Praktika gesammelt haben. Auch Wirtschaftswissenschaftler sind gerne gesehen, denn als Kommunikator muss man in der Regel auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge eines Unternehmens oder Projektes verstehen. Theoretisches Kommunikationswissen lässt sich über Masterprogramme dazugewinnen. Absolventen aus den fachspezifischen Studiengängen der Kommunikation/PR bringen dieses in der Regel schon mit und sind somit ebenfalls für viele Arbeitgeber interessant. Diese Kandidaten sollten zeigen, dass sie sich schnell auch in für sie neue Themen einarbeiten können.

abi>> Worauf sollte man sich einstellen, wenn man in der PR arbeiten will?

Thomas Lüdeke: In der Kommunikationswelt hat sich fast alles digitalisiert. Wer in dieser Branche erfolgreich sein möchte, sollte ein hervorragendes Verständnis für digitale Medien mitbringen – egal, ob er in der internen Kommunikation, in einer Pressestelle oder in der Kommunikationsberatung arbeitet.

abi>> An welchen Stellen überschneiden sich Journalismus und PR?

Thomas Lüdeke: Über den Modebegriff des „Content Marketings“ (Erstellung von auf die Zielgruppe zugeschnittenen informativen und unterhaltenden Inhalten, um vom eigenen Unternehmen und den Leistungen oder einer Marke zu überzeugen; Anm. d. Red.) wird deutlich, dass Journalismus und PR immer schwieriger voneinander abzugrenzen sind. Viele Unternehmen sind zu Herausgebern hochwertiger Medien geworden, die zum Teil journalistischen Anspruch haben und sogar am Kiosk verkauft werden. Gute sprachliche Ausdrucksfähigkeiten und ein gutes Netzwerk sind in beiden Bereichen gefragt.

abi>> Inwiefern haben sich PR-Branche und Berufsbilder verändert?

Thomas Lüdeke: Die Branche hat sich stark professionalisiert. Es gibt deutlich mehr Angebote an fachspezifischen Studiengängen, die gezielt auf den Einstieg in die Öffentlichkeitsarbeit vorbereiten. Auch haben sich die Einsatzbereiche stark ausgeweitet, beispielsweise indem Kommunikationsaufgaben mit Disziplinen wie Marketing oder Personal zusammenwachsen. Nahezu jeder Job hat heute auch eine digitale Komponente.

abi>> Wie sehen die PR-Berater der Zukunft aus?

Thomas Lüdeke: Auch in Zukunft wird die Digitalisierung die große Chance und Herausforderung für die Kommunikationswelt sein. Der klassische PR-Berater, der Pressemitteilungen an ausgewählte Journalisten verschickt, wird immer seltener. Der digital vernetze Kommunikationsmanager, der über eigene Kanäle mit seinen Zielgruppen in direkten Kontakt tritt, wird eine noch größere Rolle spielen.

abi>> 08.06.2015

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