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Wegweiser zum Traumjob Arzt

Arzt bei einer OP
Tagtäglich Menschen helfen und Leben retten – das ist der Traum vieler junger Menschen, die sich für ein Medizinstudium entscheiden.
Foto: Ria Kipfmüller

Humanmedizin studieren

Wegweiser zum Traumjob Arzt

Es ist der Traum vieler Abiturienten: operieren, heilen, beraten und helfen im weißen Kittel. Doch wie wird man überhaupt Arzt? Wo muss man sich für einen Studienplatz bewerben? Und wie stehen die Chancen, wenn die Abi-Note nicht auf Anhieb passt? Hier kommen die Antworten.

Sinnvoll, praktisch und sozial – diese Eigenschaften waren für Jule Herzog zentral bei ihrer Berufswahl. „Zudem wollte ich unbedingt ortsunabhängig und mit Menschen arbeiten. Das führte mich zum Medizinstudium.“ Dem Studium an der Universität zu Lübeck folgte eine mehrjährige Weiterbildung zur Fachärztin für Innere Medizin. „Das Gebiet reizte mich, da man den Menschen von Kopf bis Fuß kennenlernt. Die verschiedenen Patienten und ihre Krankheitsbilder sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen machen meinen Beruf so interessant“, sagt die 35-jährige Internistin, die bis zu Beginn der Elternzeit an der Schön Klinik Hamburg Eilbek tätig war.

Kampf um Studienplätze ist groß

Das Medizinstudium genießt einen hohen Stellenwert unter jungen Leuten: Zum Wintersemester 2015/2016 hatten sich über hochschulstart.de – die zentrale Bewerbungsstelle für Medizinstudiengänge – 43.226 Anwärter auf 9.086 Plätze beworben. Die Vergabe der Studienplätze erfolgt über drei Quoten: die Abiturbesten der Bundesländer, Wartezeit sowie Auswahlverfahren der Hochschulen (Mehr Infos zum Bewerbungsverfahren findest du im Beitrag „Drei Quoten, drei Chancen“).

Warum so viele Abiturienten diesen Beruf ergreifen wollen, erklärt Berufsberater Steffen Witt von der Agentur für Arbeit Greifswald: „Neben guten Karriere- und Verdienstchancen und der Motivation, Menschen helfen zu wollen, spielt auch das positive Image des Arztberufes eine Rolle.“ Dass der Beruf kein Nine-to-Five-Job ist, zugleich aber auch viel Routine und Bürokratie mit sich bringt, tut dem Run auf die Studienplätze keinen Abbruch – ebenso nicht, dass das Studium ohne viel Fleiß und Ausdauer nicht zu meistern ist.

Die maximal 13 Semester des Staatsexamensstudiengangs teilen sich in einen vorklinischen und einen klinischen Teil auf. Das schließt unter anderem ein Praktikum, die sogenannte Famulatur, sowie das Praktische Jahr ein. Die Studierenden müssen eine umfangreiche Ärztliche Prüfung bestehen, die sich aus drei Teilen zusammensetzt. (Unter „Lernen und Prüfungen in drei Etappen“ gibt es Details zum Studienverlauf). Dieser Aufbau kann sich bei den Reform- und Modellstudiengängen unterscheiden, die inzwischen mehrere Hochschulen anbieten, wie etwa die Charité in Berlin. Hier gibt es oft von Beginn an einen größeren Praxisbezug (Mehr darüber erfährst du im Interview „Von Anfang an nah am Patienten“).

Alternative Wege ins Medizinstudium

Ein Porträt-Foto von Steffen Witt

Steffen Witt

Foto: privat

Doch was tun, wenn es mit dem Studienplatz nicht auf Anhieb klappt? Dann gibt es verschiedene Optionen. Dazu gehört zum Beispiel eine Ausbildung im arztnahen Bereich, etwa als Notfallsanitäter. Die Dauer der Ausbildung wird als Wartezeit angerechnet und verbessert die Chance, über diese Quote an einen Studienplatz zu kommen. Dazu Steffen Witt: „Eine solche Ausbildung ist eine sinnvolle Zeitüberbrückung, zumal viele Hochschulen, wie etwa Greifswald, sie beim Auswahlverfahren positiv anrechnen.“

Andere Zulassungsbedingungen gibt es teilweise an privaten Hochschulen. Hier lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Website, um sich zum Beispiel auch über anfallende Kosten zu informieren. Eine weitere Möglichkeit ist ein Auslandsstudium; entweder komplett außerhalb Deutschlands oder über eine Kooperation, wie es etwa die deutschen Asklepios-Kliniken mit ihrer Partner-Uni in Polen machen. (Genaueres steht im Beitrag „Die NC-Hürde umgehen“.)

Auch über die Bundeswehr kann man an zivilen Unis Medizin studieren. Dafür muss man ein dreitägiges Auswahlverfahren an der Offiziersbewerbungsprüfzentrale in Köln bestehen. Außerdem verpflichtet man sich, für mindestens 17 Jahre bei der Truppe zu bleiben, inklusive des sechsjährigen Medizinstudiums. Ein Vorteil: Während des Studiums bekommt man ein dem Dienstgrad entsprechendes Gehalt.

Eventuell lohnt es sich auch, als Alternative einen Blick über den Tellerrand auf Bachelor- und Masterstudiengänge mit medizinischen Inhalten zu werfen. Beispiele sind Molekulare Medizin, Gesundheitswissenschaften oder Pflegemanagement.

Ein Beruf mit Zukunft

Der Arbeitsmarkt für Ärzte verheißt Gutes: „Es ist eine steigende Zahl an Erwerbstätigen und ein sehr niedriges Niveau der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen“, sagt Susanne Lindner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. Daran werde sich auch künftig nicht viel ändern. Die Gründe: Der medizinische Fortschritt und die zunehmende Zahl älterer Menschen bringen immer mehr und aufwändigere Behandlungen mit sich, die Zahl der Teilzeitbeschäftigten steigt an und rund 100.000 Ärzte werden in absehbarer Zeit in Rente gehen. „Der Bedarf an Humanmedizinern wird, vor allem in ländlichen Regionen, also weiter wachsen“, erklärt die Arbeitsmarktexpertin.

>> Im abi>> Blog Medizin studieren berichten angehende Ärzte von ihren Erfahrungen.

 

Weitere Informationen

BERUFNET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Arzt/Ärztin)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen und die Ergebnisse nach deinen Wünschen filtern.
www.studienwahl.de

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit mit mehr als 300 Filmen über Ausbildungs- und Studienberufe. (Suchwort: Medizin)
www.berufe.tv

hochschulstart.de

Über das Online-Portal erfolgt die Registrierung und Bewerbung für den Studiengang Humanmedizin.
www.hochschulstart.de

Operation Karriere

Informationen, Kongresse, Stellenmarkt – die Plattform unterstützt Medizinstudierende, Assistenzärzte und junge Klinikärzte bei der Karriereplanung.
www.operation-karriere.de

Bundesärztekammer

Die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Ärztekammern ist die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung und vertritt die berufspolitischen Interessen der Ärzte.
www.bundesaerztekammer.de

Test für Medizinische Studiengänge (TMS)

Hier gibt es Infos zum Test, zu Fristen und Terminen sowie zum Anmelde- und Teilnahmeverfahren.
www.tms-info.org

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Der DAAD informiert über das Medizinstudium im Ausland und hält praktische Links bereit.
www.daad.de/ausland/studieren/leben/de/6566-medizin/

Medizin studieren bei der Bundeswehr

www.bundeswehrkarriere.de/karriere/-/37598

Medizinischer Fakultätentag (MFT)

Der MFT ist der Zusammenschluss der Medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Deutschlands
www.mft-online.de

Modellstudiengang iMED

Infos zum Studium am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
www.uke.de/studium-lehre/modellstudiengang-medizin-imed

MedAT

Infos zum Aufnahmeverfahren für Medizinstudiengänge an den Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und Linz.
www.medizinstudieren.at

abi>> 03.10.2016

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