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Im Einsatz für eine bessere Zukunft

Die Studentin der Technischen Universität Berlin im Fach Nachhaltigkeitsmanagment, Leonore Herzberg, steht in einem Park in dem Sie ein Projekt im rahmen ihres Studiengangs ausarbeitet.
Immer mehr junge Menschen setzen sich mit den Folgen des Klimawandels und einer nachhaltigen Nutzung von Landwirtschaft sowie Industrie auseinander.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Im Trend: Nachhaltigkeit studieren

Im Einsatz für eine bessere Zukunft

Ob Landwirtschaft, Industrie oder auch unsere Gesellschaft: Nachhaltigkeit betrifft nahezu alle Lebensbereiche. Dadurch eröffnen sich spannende berufliche Möglichkeiten, auf die inzwischen viele Studiengänge gezielt vorbereiten.

Nachhaltigkeit bedeutet, „nicht mehr zu verbrauchen, als nachwachsen, sich regenerieren oder wieder bereitgestellt werden kann“ – so definiert es der Duden. Es gilt dabei, ökonomische, ökologische und soziale Ziele miteinander in Einklang zu bringen.

Dieses Thema beschäftigt auch Charlotte Winter: Im Studiengang „Nachhaltige Entwicklung“ an der Hochschule Bochum absolviert sie gerade ihr fünftes Semester. „Nach dem Abi habe ich mich schon während meines Freiwilligen Ökologischen Jahres mit alternativen Wirtschaftsformen, unserem Planeten und den Folgen des Klimawandels auseinandergesetzt“, erzählt die 23-Jährige. „Ich wollte gerne verstehen, warum auf unserer Welt so viel schief läuft, gleichzeitig aber auch Wege entdecken, wie wir das ändern können.“ Nach einem Blick in das Modulhandbuch war ihr schnell klar, dass dieser Studiengang dafür sehr gute Voraussetzungen bietet.

„Interdisziplinarität gehört dazu“

Ein Porträt-Foto von Charlotte Winter

Charlotte Winter

Foto:privat

Nach zwei Semestern Basisstudium, in denen Grundlagen wie nachhaltige Ökonomie, Mathematik und Physik vermittelt werden, entscheiden sich die Studierenden für eine von drei Vertiefungen: Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurswissenschaften oder Infrastrukturplanung und Flächenmanagement. Die Studentin wählte Ersteres und setzt sich dabei unter anderem mit Energie- und Umweltökonomik sowie Nachhaltigkeitsmarketing auseinander (Wie Umwelt- und Naturschutz in der Gesellschaft verankert werden kann, erfährst du in „Wie Menschen zu Hütern der Natur werden“. [verlinkt wird die Masterreportage]). Über das komplette dritte Studienjahr hinweg arbeiten die Studierenden an einem Forschungsprojekt mit, Charlotte Winter etwa am Projekt „Nachhaltiger (Kleidungs-)Konsum unter der Genderperspektive“.

Fächerübergreifendes Denken spielt in diesem Studiengang eine große Rolle: „Nachhaltigkeit ohne Interdisziplinarität ist gar nicht möglich. Die Herausforderungen der heutigen Welt sind vielschichtig, sodass wir sie nur in enger Zusammenarbeit angehen können“, betont die 23-Jährige. Daher sind an der Hochschule fast alle Fachbereiche an der Umsetzung des Studiengangs beteiligt.

Im siebten Semester stehen für Charlotte Winter noch eine zehnwöchige Praxisphase und die Bachelorarbeit an. „Anschließend möchte ich auf jeden Fall noch einen Master machen – mal sehen, welchen.“

Mehr als nur ein vorübergehender Trend

Ein Porträt-Foto von Patrick Wendt

Patrick Wendt

Foto: privat

Nachhaltigkeit spielt in vielen Lebensbereichen eine immer größere Rolle, was sich auch an den Hochschulen widerspiegelt: „Insbesondere seit Beginn der Energiewende ist das Angebot an entsprechenden Studiengängen gewachsen. Die Zahl der Studierenden in diesem Bereich nimmt insgesamt zu“, bestätigt Patrick Wendt vom Hochschulteam der Agentur für Arbeit Trier. „Einige Studiengänge und speziell ausgerichtete Hochschulen gibt es aber schon länger, etwa den Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier, der 1996 gegründet wurde.“

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) hat sich in ihrer gesamten Ausrichtung dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben und kann auf eine fast 190-jährige Geschichte zurückblicken. Die dortigen Bachelor- und Masterstudiengänge werden in vier Fachbereichen angeboten: „Wald und Umwelt“, „Landschaftsnutzung und Naturschutz“, „Holzingenieurwesen“ und „Nachhaltige Wirtschaft“. Übergreifende Lehrveranstaltungen verankern die Ausrichtung der Hochschule bei den Studierenden: „Im ersten Semester starten alle mit unserer Vorlesungsreihe ‚Einführung in die Nachhaltige Entwicklung‘“, sagt Stefanie Lüdicke vom Studierendenservice der HNEE. „Dabei geht es vor allem darum, mal über den Tellerrand zu blicken und das Thema Nachhaltigkeit aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.“

Breites Spektrum an Studiengängen

Die unterschiedlichen Facetten von Nachhaltigkeit spiegeln sich auch an anderen deutschen Hochschulen in einem breiten Angebot wider. Gibt man das Stichwort „nachhaltig“ auf studienwahl.de ein, finden sich rund 150 Studiengänge, die sich speziell diesem Thema widmen (Stand Januar 2018). „Schwerpunkte bilden etwa die Ingenieur- und die Wirtschaftswissenschaften mit fachübergreifenden Studiengängen wie Wirtschaftspsychologie oder Wirtschaftsrecht, bei denen auch das nachhaltige oder sozialökonomische Handeln im Fokus steht“, sagt Patrick Wendt und ergänzt: „Die Agrarwissenschaften mit den heutigen ökologischen Fragestellungen sind ebenso ein typischer Bereich.“

Auch in anderen Studienfeldern findet sich das Thema wieder: Mit regenerativen Energien setzen sich mehr als 70 Studiengänge in Deutschland auseinander. Um das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interessen der Tourismusbranche drehen sich Angebote wie „Nachhaltiger Tourismus“ der Hochschule Rhein-Waal (siehe auch „Sanfter Tourismus zum Wohle aller“).

Im Vorfeld genau informieren

Masterstudierende der Fachhochschule Dortmund befassen sich im Studiengang „Soziale Nachhaltigkeit und demografischer Wandel“ mit gesellschaftlichen Umbrüchen und internationalen Lösungen für diese. Zudem gibt es duale Bachelorstudiengänge, die das Studium mit einer Ausbildung oder intensiven Praxisphasen in einem Unternehmen kombinieren, etwa „Nachhaltige Ressourcenwirtschaft“ am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier (siehe auch „Im Unternehmen Ressourcen sparen helfen“). Kooperationen wie die Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit der Universität Bremen bieten deutschsprachigen Hochschulen und Lehrenden die Möglichkeit, die dort bereitgestellten Video-Lehrveranstaltungen zu nutzen.

Da die Ausrichtung der Studiengänge derart unterschiedlich ist, sollten sich Interessierte im Vorfeld genau informieren: „Wer sich etwa für ‚Nachhaltige Ressourcenwirtschaft‘ entscheidet, weil das nach Biologie klingt, aber mit BWL nicht viel am Hut hat, wäre zum Beispiel verkehrt“, warnt Patrick Wendt. „Deshalb sollte man sich die Inhalte der Studiengänge aufmerksam ansehen – zumal oft mehr oder auch weniger Nachhaltigkeit drinsteckt, als der Name vermuten lässt.“ Der Berufsberater empfiehlt daher, die Fachstudienberatung der jeweiligen Studiengänge zu kontaktieren. „Hier kann man sich zudem Orientierung zu beruflichen Perspektiven verschaffen.“ (Welche Studienrichtung für dich infrage kommt, kannst du in der Checkliste „Vom geschützten Wald bis zur smarten Fabrik“ herausfinden.)

Beruflich aktiv für den Naturschutz

Die möglichen Berufswege für Absolventen nachhaltiger Studiengänge sind vielfältig. „Viele arbeiten in Naturschutzverwaltungen oder -verbänden oder Behörden im Agrar- und Umweltbereich“, nennt Studienberaterin Stefanie Lüdicke einige Beispiele. „Absolventen mit einem Master in Bereichen wie Regionalentwicklung und Naturschutz oder Global Change Management werden von Kommunen gerne als Regional- oder Klimaschutzmanager eingesetzt. Je nach Fachbereich kommen unter anderem auch Aufgaben als Gutachter in Planungsbüros, bei Behörden oder Unternehmensberatungen, in Schutzgebietsverwaltungen, bei Energiedienstleistern oder in der Industrie bei nachhaltig arbeitenden Unternehmen in Frage.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de

Rat für Nachhaltige Entwicklung

www.nachhaltigkeitsrat.de

Nationales Netzwerk Nachhaltiger Konsum

www.k-n-k.de/netzwerk

Bundesvereinigung Nachhaltigkeit (BVNG)

www.nachhaltigkeit.bvng.org

Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit der Universität Bremen

www.va-bne.de

abi>> 26.02.2018

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