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„Ein fachübergreifendes Zusammenspiel“

Frau sieht sich den Abperleffekt eines Blattes näher an.
Das Interesse an Naturwissenschaften ist eine grundlegende Bedingung für die Arbeit etwa im Bereich der Nano- und Biotechnologie.
Foto: Martin Rehm

Interview

„Ein fachübergreifendes Zusammenspiel“

In den schnelllebigen Forschungsbereichen Bionik, Nanotechnik und Robotik werden laufend neue Erkenntnisse gewonnen. Dr.-Ing. Thomas Sowa vom Fachbereich Technik und Wissenschaft beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI) erzählt, wohin die Reise geht und welche Erwartungen an Berufseinsteiger gestellt werden.

Ein Porträt-Foto von Dr. Thomas Sowa

Dr. Thomas Sowa

Foto: privat

abi>> Herr Dr. Sowa, wie ist der Stand der Entwicklung in den Bereichen Bionik, Nanotechnik und Robotik?

Thomas Sowa: Mit der konsequenten Weiterentwicklung der Werkstofftechnik und den zugehörigen Prüfgeraten wie Rasterelektronenmikroskop und Spektralanalyse können Stoffe immer genauer betrachtet und analysiert werden. Hinzu kommt die stetige Weiterentwicklung der Mikroelektronik, mit der digitale Daten erzeugt und schnell ausgewertet werden können. Die Suche nach Optimierungen mit Vorbildern aus der Natur hat auf vielen Gebieten erst so richtig begonnen und wird noch viele wegweisende Lösungen hervorbringen.

abi>> An welchen Themenfeldern wird derzeit besonders intensiv geforscht?

Thomas Sowa: Gegenwärtig wird besonders im Bereich der Architektur und der Konstruktionstechnik, aber auch im Industriedesign nach optimierten Strukturen geforscht. Hier ist der Anstoß durch die neuen Möglichkeiten, die sich durch das 3-D-Drucken ergeben, deutlich zu spüren. In der Nanotechnologie geht es aktuell beispielsweise darum, Nanobeschichtungen für Operationsbesteck zu entwickeln, auf denen sich Keime und Bakterien nicht so gut ansiedeln können. Hierdurch soll die Übertragung von Krankenhauskeimen verhindert werden. Die Forscher im Bereich Robotik beschäftigen sich etwa mit der Entwicklung sogenannter Nanoroboter, die ebenfalls in der Medizin eingesetzt werden sollen und sich im Blutkreislauf des Menschen bewegen können.

abi>> Welche grundsätzlichen Qualifikationen sollten Fachleute mitbringen, die auf diesen Gebieten tätig werden wollen?

Thomas Sowa: Wer sich für diese Technologien interessiert, sollte wissen, dass sowohl Bionik als auch Nanotechnik ein fachübergreifendes Zusammenspiel von unterschiedlichen Naturwissenschaften erfordert. Derzeit arbeiten in vielen Entwicklungsinstituten sowohl Ingenieure und Physiker als auch Chemiker als Teams zusammen. Je nach Produktgruppe kommen dann noch Mediziner, Lebensmitteltechniker oder Biologen dazu. Als grundsätzliche Qualifikation sollte man daher sowohl Spaß an einer naturwissenschaftlichen Grunddisziplin haben als auch interdisziplinär denken können. Bei der Robotik verhält es sich ähnlich.

abi>> Welche Tipps für einen erfolgreichen Berufseinstieg können Sie Abiturienten geben, die in einem dieser Bereiche arbeiten möchten?

Thomas Sowa: Wer Spaß an Bionik, Nanotechnik und Robotik hat, sollte sich in einem Praktikum in einem Unternehmen ausprobieren, welches diese Technologien anwendet oder entwickelt. Sehr gut kann man auch mit Technikbausätzen testen, ob das Grundverständnis und die Begeisterungsfähigkeit vorhanden sind. Der VDI bietet allen Interessierten an, an einer der zahlreichen Veranstaltungen teilzunehmen, erste Erfahrungen zu sammeln und Netzwerke aufzubauen.

abi>> 07.11.2016

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