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Faszination Holz

Baumstämme im Sägewerk
Jobs finden Absolventen von Studiengängen mit Holz in ganz unterschiedlichen Sektoren der Holzindustrie.
Foto: Armin Weigel

Studiengänge mit Holz

Faszination Holz

Ob man als Revierförster einen Wald bewirtschaftet, im Bausektor die Statik einer Holzkonstruktion prüft, im Sägewerk die Produktionsabläufe kontrolliert oder an neuen Verfahren zum Einsatz von Holz als Energiequelle tüftelt - für alle Tätigkeiten braucht man fundiertes Wissen, das verschiedene Studiengänge vermitteln.

Wenn Sophie Koch (23) gefragt wird, was sie studiert, antwortet sie meist: „Wirtschaftsingenieurwesen, das auf die Holzbranche zugeschnitten ist.“ Hinter dieser Erklärung steckt der auf sieben Semester angelegte Bachelorstudiengang Holzwirtschaft, den sie an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg absolviert. Was ihr besonders gut gefällt, sind die Vielseitigkeit und das Interdisziplinäre des Studiums. So eignet sie sich nicht nur forstliches Wissen an. Auf ihrem Stundenplan standen allein in den ersten beiden Semestern neun weitere Module – darunter Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre, Ingenieurwissenschaften, Werkstoffkunde sowie Fertigungs- und Verfahrenstechnik – mit insgesamt 20 Lehrveranstaltungen.

„Das Studium vermittelt Know-how, das die gesamte Wertschöpfungskette des Rohstoffs Holz – also vom Baum bis zum Endprodukt – umfasst. Man sollte also ein Interesse an der ökonomischen Verwertung von Holz haben“, erklärt Sophie Koch, die sich im fünften Semester befindet. Gerade macht sie ein Praktikum bei einem großen Hersteller von Spanplatten, wo sie zum Beispiel Einblicke in die Optimierung der Produktionsabläufe erhält. Dieser wäre später auch ein potenzieller Arbeitgeber, genauso wie etwa Holzbaubetriebe, das Zimmereigewerbe, Planungsbüros oder Branchenverbände.

Arbeiten in der Holzindustrie

„Wirtschaftszweige, die Holz und Holzwerkstoffe verarbeiten, bieten Hochschulabsolventen eine ganze Reihe an Tätigkeitsfeldern im kaufmännischen, technischen oder planerischen Bereich“, schildert Robin Semmler, Referent der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH). Jobs finden Hochschulabgänger in ganz unterschiedlichen Sektoren der Holzindustrie, beispielsweise in den Bereichen Möbel, Fertighäuser, Innenausbau und Holzpackmittel.

Dabei seien nicht nur Holzexperten mit betriebswirtschaftlichem Background gefragt: „Neben Holzwirten sind auch Ingenieure, die sich mit den Materialeigenschaften von Holz auskennen, also ein Studium im Bereich Holztechnik oder Holzbau absolviert haben, für die Industrie wertvolle und gefragte Mitarbeiter“, erklärt Robin Semmler.

Gute Aussichten für Holzexperten

Die Zahl derjenigen, die ein Studium als Holzingenieure oder Holzwirte absolviert haben, sei mit rund 1.000 zwar überschaubar, sagt Ralf Beckmann vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. Angesichts dieser Tatsache stünden die Chancen künftiger Absolventen auf einen Job jedoch gut. Wie auch grundsätzlich: „Die Zahl der Arbeitsplätze zeigte sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die Arbeitslosigkeit fällt in Holzberufen vergleichsweise niedrig aus und ist aktuell rückläufig“, berichtet der Arbeitsmarktexperte.

Von Nachhaltigkeit bis Instrumentenbau

Im Zuge akuter globaler Aufgaben wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Energieeffizienz sind Holzexperten gefragter denn je, was sich auch im Angebot der Studiengänge widerspiegelt: „Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement“, „Waldwirtschaft und Umwelt“ oder „Tropical and International Forestry Management“ stehen beispielweise zur Auswahl (siehe auch die Reportage „Unterwegs in den Wäldern dieser Welt“).

Wer sich auf dem „akademischen Holzweg“ mehr in Richtung Wald bewegen möchte, der ist mit den Studiengängen Forstwirtschaft oder -wissenschaften gut beraten. Mit letzterem muss man übrigens nicht unbedingt in die Forschung gehen. Auch eine spätere Tätigkeit als Revierförster ist eine Option (siehe auch die Reportage „Nicht Försterin – Waldmanagerin“). Im weiteren Sinne kommt man darüber hinaus in Studienfächern wie Musikinstrumentenbau oder „Konservierung und Restaurierung“ mit Holz in Berührung.

Kleines, aber feines Studienangebot

Das Portal studienwahl.de listet derzeit rund 60 Studiengänge mit Holz, hinzu kommen circa 30 in Forstwirtschaft und -wissenschaften (Stand: Oktober 2015). Etwa ein Dutzend davon kann auch dual studiert werden – inklusive Berufsausbildung oder intensiver Praxisphasen. „Das Studienangebot im Bereich Holz an deutschen Hochschulen ist klein, aber fein. Es gibt grundständige, weiterführende und interdisziplinäre Studiengänge“, erläutert Cornelia Müller, Beraterin für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Rosenheim.

Die Studiengänge sind zum Beispiel in Aachen, Dresden, Hamburg und Rosenheim angesiedelt. An der Hochschule Rosenheim etwa können Holzenthusiasten Holztechnik, Innenausbau sowie „Holzbau und Ausbau“ studieren (siehe auch die Reportage „Mit Holz auf die Zukunft bauen“). Die Berufsberaterin nennt eine weitere Besonderheit: Auch im Studiengang Betriebswirtschaft gibt es in Rosenheim das Wahlpflichtfach „Holzwirtschaft“.

Wer sich für einen Studiengang in diesem Bereich entscheidet, sollte eine Leidenschaft für den Roh- und Werkstoff Holz mitbringen, außerdem großes Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern haben und – je nach Ausrichtung – mehr kaufmännisches oder mehr technisches Verständnis mitbringen.

 

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Holz)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundeländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Holz)
www.studienwahl.de

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Hier stehen die Broschüren „Der Wald in Deutschland“ und „Entdecke den Wald – Die kleine Waldfibel“ zum Download bereit.
www.bmel.de

Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH)

Der Interessenvertreter der Holzindustrie gibt Einblick in wirtschaftliche Entwicklung, Tarifpolitik, Berufsausbildung, Forschung etc.
www.holzindustrie.de

Deutscher Forstwirtschaftsrat e.V. (DFWR)

Der DFWR ist die repräsentative Vertretung aller mit Forstwirtschaft und dem Wald befassten Kreise.
www.dfwr.de
Der DFWR ist Herausgeber der Plattform „Forstwirtschaft in Deutschland“. Hier gibt es Informationen rund um die Themen Wald, Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit.
www.forstwirtschaft-in-deutschland.de

Deutscher Holzwirtschaftsrat (DHWR)

Die Dachorganisation der deutschen Holzwirtschaft informiert über die Branche und etwa die Bedeutung von Holz für das Klima.
www.dhwr.de

Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister

Hier erfährst Du Wissenswertes über die Holzbaubranche in Deutschland, den Holzbau im Wandel, Ausbildung und Klimaschutz.
www.holzbau-deutschland.de

abi>> 16.11.2015

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