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Wissen, was die Welt bewegt

Ein junger Mann spricht mit einem Kollegen über Kartenmaterial.
Das Studium der Geowissenschaften befasst sich unter anderem mit der Glazialmorphologie, die die durch Gletscher entstandenen Oberflächenformen erforscht.
Foto: Ria Kipfmüller

Studieren mit und unter der Erde: Geowissenschaften und Co. - Hintergrund

Wissen, was die Welt bewegt

Wie ist unsere Welt entstanden? Wie funktionieren Vulkane oder der Grundwasserspiegel? Und welche Gesteine gibt es? Wen diese Fragen interessieren, für den könnte ein Studium der Geowissenschaften genau das Richtige sein.

Schon in der Schule hatte sich Laura Kögler für den Leistungskurs Erdkunde entschieden. Sie besuchte einige Schnuppertage an verschiedenen Unis – und war fasziniert vom Studiengang Geografie. Mittlerweile studiert sie im vierten Semester „Angewandte Geografie“ an der Uni Trier.

Ein Porträt-Foto von Laura Kögler

Laura Kögler

Foto: privat

„In den ersten beiden Semestern haben mich vor allem die physisch-geografischen Aspekte begeistert, weswegen ich dort auch meinen Schwerpunkt gesetzt habe“, erklärt die 21-Jährige. Dazu gehören etwa die Hydrologie zur Arbeit des Wassers, die Folgen des Klimawandels sowie die Geologie mit Aspekten wie Plattentektonik und Wissenschaft der Gesteine. „Das Studium hat meinen Blick auf die Welt komplett verändert, da die Geografie überall auf der Erde zu beobachten ist“, erzählt sie.

Besonders interessiert sie die Geomorphologie, bei der es um die Bildung verschiedener Landformen geht. „Mich reizt vor allem die Glazialmorphologie, die sich mit den durch Gletscher entstandenen Oberflächenformen beschäftigt“, sagt Laura Kögler. „Später möchte ich meinen Master genau in diesem Bereich absolvieren und hoffe, später in Gletschergebieten wissenschaftlich zu arbeiten.“

Geowissenschaften und Geografie am beliebtesten

Ein Beruf, der sich im weitesten Sinne mit der Erde und ihrer Entstehung beschäftigt: Das finden viele faszinierend und entscheiden sich daher – ähnlich wie Laura Kögler – für ein Studium in diesem Bereich. „An den Hochschulen werden insbesondere zwei große Fächergruppen angeboten: die Geowissenschaften und die Geografie“, erklärt Simone Schober-Wischkony, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Braunschweig. Laut Statistischem Bundesamt waren im Wintersemester 2015/16 gut 42.000 Studierende allein in diesen beiden Fächergruppen eingeschrieben.

Die Geowissenschaften sind laut Simone Schober-Wischkony ein sehr interdisziplinärer Studiengang, gehen sie doch auf alle Hüllen des Erdsystems wie Boden, Gesteine, Wasser und Luft ein: „Die Studierenden lernen, wie diese Systeme funktionieren und sich gegenseitig beeinflussen.“ Die Geowissenschaften haben außerdem viele Berührungspunkte zu anderen Studienbereichen wie Umweltschutz oder Ökologie. Trotzdem seien diese Angebote meist stark naturwissenschaftlich ausgerichtet.

Doch auch wenn mehrere Hochschulen diesen Studiengang anbieten, so lege doch jede ihren eigenen Schwerpunkt, betont Simone Schober-Wischkony: „Ich rate daher Studieninteressierten, sich die Detailinformationen der Studiengänge jeder Hochschule gut durchzulesen.“

Die Geografie fasst ihre Perspektive weiter als die Geowissenschaften. „Auch dort werden die Erdhüllen behandelt, allerdings auch verstärkt soziale und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte“, berichtet die Expertin. So wird beispielsweise gefragt: Wie wirken die Menschen auf diese Systeme? Wie können sie diese für sich nutzbar machen? (siehe auch „Zwischen Geografie, Botanik und Klimaforschung“)

Viele Studienangebote im Geo-Bereich

Hinzu kommt, dass längst nicht nur Geowissenschaften und Geografie zur Auswahl stehen. „Das Angebot an den Hochschulen im Bereich ‚Geo‘ ist sehr groß“, sagt die Berufsberaterin (siehe auch „Studiengänge von Geowissenschaften bis Bergbau“). Sucht man bei studienwahl.de zum Beispiel mit diesem Begriff, werden fast 490 grundständige und weiterführende Studiengänge aufgelistet. Dazu gehören etwa Geoinformatik, Geophysik und Geotechnik (siehe auch „Welcher Geo-Studiengang soll es sein?“). Ein weiterer großer Fachbereich ist die Geologie, in dem es um den Aufbau und die Entwicklung vor allem der Erdkruste geht (siehe auch „Perfekte Mischung aus Labor und Praxis“).

Auch andere Studiengänge beschäftigen sich mit der Erde, selbst wenn sie nicht den Begriff „Geo“ im Namen tragen. „Der Bergbau und das Rohstoffingenieurwesen gehören zwar klassischerweise zu den Ingenieurwissenschaften, können thematisch aber auch in den Geowissenschaften angeboten werden. Dann konzentrieren sie sich mehr auf die naturwissenschaftlichen Aspekte der Gesteinsschichten.“ (siehe auch „Auf Spurensuche in alten Minen“)

Ein weiteres Schnittstellenstudienfach ist die Meteorologie. „Das ist ein eigenes Studienfach, beschäftigt sich aber mit vielen Themen aus den Geowissenschaften“, sagt die Berufsberaterin. Große inhaltliche Überschneidungen gebe es zudem mit der Geoinformatik, immerhin erheben Geoinformatiker Daten und verwenden sie für Navigationssysteme oder Simulationen, etwa zur Erderwärmung.

Naturwissenschaften spielen wichtige Rolle

So groß die Unterschiede in den Geo-Studiengängen aber auch sein mögen: Interessierte sollten sich klar darüber sein, dass alle Naturwissenschaften meist eine größere Rolle spielen – vor allem zu Studienbeginn. „Man muss diese nicht im Abitur belegt haben, sollte sich aber interessieren und sehr motiviert sein, um durch das Nadelöhr der ersten Semester zu kommen“, rät Simone Schober-Wischkony.

Dafür sind die Möglichkeiten im späteren Berufsleben sehr vielfältig. Während sich zum Beispiel Geoökologen auf die Auswirkungen von menschlichen Eingriffen in das Erdsystem fokussieren und dadurch im Umweltschutz gefragte Experten sind, können Geografen in der Stadt- und Regionalplanung tätig sein und Geologen bei der Rohstoffgewinnung und Abfalllagerung. „Auch im Beruf sollte man anpassungsfähig sein“, findet Simone Schober-Wischkony. Ähnlich wie im Studium, wo viel Theorie und Praxis kombiniert werden, könne es im Job durchaus vorkommen, dass man in Gummistiefeln über ein Gelände laufe, Proben im Labor untersuche und anschließend am Computer auswerte: „Geowissenschaftler und andere Geo-Experten haben ein breites Einsatzgebiet und agieren sehr universell.“ (Für Chancen und Möglichkeiten im Geo-Bereich am Arbeitsmarkt siehe auch „Ein Wachstumsbereich – zumindest teilweise“)

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Geologie, Geografie, etc.)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Deutsche Gesellschaft für Geographie

Dachorganisation der geografischen Verbände
www.geographie.de

Geoberuf.de

Plattform des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaftler mit Informationen für Geologen, Geophysiker, Mineralogen und andere Experten
www.geoberuf.de

Deutsche Geologische Gesellschaft

Geologische Vereinigung mit internationalen Mitgliedern
www.dggv.de

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Technisch-wissenschaftliche Oberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)
www.bgr.bund.de

Deutscher Markscheider-Verein (DMV)

Der DMV bietet Informationen über Berufe, Forschung und Bildungsangebote im Markscheidewesen.
www.dmv-ev.de

Deutsche Gesellschaft für Geotechnik (DGGT)

Die DGGT fördert die Forschung im Bereich Geotechnik und dient als Netzwerk.
www.dggt.de

abi>> 22.05.2017

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