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Welcher Geo-Studiengang soll es sein?

Schreibtisch mit PC-Maus und Karte
Lust auf Geo? Das Angebot an Studiengängen und Spezialisierungen in diesem Bereich ist groß.
Foto: Martin Rehm

Studieren mit und unter der Erde: Geowissenschaften und Co. – Umfrage

Welcher Geo-Studiengang soll es sein?

Das Angebot an Studiengängen im Geo-Bereich ist in Deutschland sehr groß. Vier Studierende berichten abi>>, für welche Richtung sie sich entschieden haben – und warum.

Tina Waldow (25) hat an der Technischen Universität Clausthal den Bachelorstudiengang „Geoenvironmental Engineering/Geoumwelttechnik“ (GEE) absolviert und erweitert ihr Wissen derzeit im gleichnamigen weiterführenden Masterstudiengang. Dort ist sie im dritten Semester.

Ein Porträt-Foto von Tina Waldow

Tina Waldow

Foto: privat

„Schon während meiner Schulzeit wusste ich, dass ich Ingenieurin werden möchte. Bei der Internetrecherche bin ich auf den Studiengang „GEE“ gestoßen und fand gut, dass er Einführungen in die verschiedenen Bereiche des Ingenieurwesens, der Umwelttechnik und der Naturwissenschaften abdeckt. Außerdem reizte mich die Möglichkeit, ins Ausland gehen zu können – 2013 verbrachte ich ein Semester in Chengdu, China.

Während des Bachelorstudiums wurde mir klar, dass Vorlesungen wie Erd- und Grundbau mich begeistern. Daher wollte ich mein Wissen auf dem Gebiet Geotechnik vertiefen – tatsächlich sind die Fächer im Master nun sehr spannend. Dazu gehören zum Beispiel Spezialtiefbau, Tunnelbau, Erdbeben sowie Nachhaltigkeit und globaler Wandel.

Für meinen Berufsweg habe ich verschiedene Möglichkeiten: Ich könnte im Labor oder an einer Uni sowie in einem Ingenieurbüro arbeiten. Die voraussichtlich besten Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten bieten große Baufirmen. Ich habe mich aber noch nicht entschieden, welche Jobrichtung mich am meisten interessiert.“

Nils Lauterbach (21) studiert an der Universität Trier im vierten Semester den Bachelorstudiengang „Angewandte Geoinformatik“.

Ein Porträt-Foto von Nils Lauterbach

Nils Lauterbach

Foto: privat

„Wer heute etwas im Bereich der Geowissenschaften machen möchte, kommt an der Geoinformatik kaum mehr vorbei: Sie ist fester Bestandteil in Forschung, Datenerfassung und -analyse sowie Visualisierung geworden und stellt weit mehr als nur ein Werkzeug oder eine Hilfswissenschaft dar.

Mich hat an diesem Studiengang auch gereizt, dass wir mehrere Fachrichtungen abdecken. So haben wir nicht nur Module aus der reinen Geoinformatik wie Geovisualisierung und Kartographie, sondern auch aus der Informatik, der Fernerkundung und aus den Geowissenschaften. Ein weiterer Pluspunkt ist die praxisnahe Ausbildung. Vom ersten Semester an werden in Vorlesungen und Seminaren realistische Anwendungsbeispiele behandelt und bearbeitet.

Ich denke, dass die beruflichen Aussichten sehr gut sind, denn es vergeht praktisch keine Woche, in der wir Studierenden nicht mehrere Anfragen für ein Praktikum oder ein Jobangebot erhalten. Ich weiß zwar noch nicht, welche Richtung ich einschlagen möchte, aber das Wirkungsspektrum ist groß: Geoinformatiker arbeiten in Vermessungsämtern, in der Forschung, in Software-Firmen oder in Planungs- und Entwicklungsbüros.“

Michaela Neumann, 27, absolviert derzeit ihren Master in Geotechnologie an der Technischen Universität (TU) Berlin. Sie befindet sich im sechsten Semester.

Ein Porträt-Foto von Michaela Neumann

Michaela Neumann

Foto: privat

„Schon als Kind habe ich mich für Edelsteine und Vulkane interessiert und im Abitur Erdkunde als Leistungskurs gewählt. Ich entschied mich für ein Bachelorstudium in der Geotechnologie an der TU Berlin. Ein Mathe- und Physik-Genie war ich nicht, deswegen waren die ersten Semester mit vielen Mathematik- und Physikmodulen ziemlich hart. Zeitgleich wurde mir aber alles, was ich über allgemeine Geologie und Mineralogie lernen wollte, beigebracht –das hat mich motiviert. Außerdem ist die Geotechnologie sehr praxisorientiert: Wir haben fast jedes Semester eine Exkursion, eine praktische Anwendung oder ein Praktikum fest eingeplant, das passt gut zu mir.

Viele meiner Kommilitonen fokussieren sich auf die Geophysik, Ingenieurgeologie oder Hydrogeologie. Ich aber wählte Mineralogie und baue diesen Schwerpunkt nun im Master aus. In diesem Bereich möchte ich auch meine Abschlussarbeit schreiben. Mein Weg führt mich dann wahrscheinlich in die Erforschung neuer Materialien, vielleicht über eine Promotionsstelle. Ich würde gerne aus einem häufig vorkommenden Material wie natürliche Gesteine oder Minerale einen günstigen, effizienten und umweltfreundlichen Hochleistungswerkstoff herstellen. Das Studium lohnt sich für jeden, der später eine spannende Kombination aus Gelände-, Büro- und Laborarbeit anstrebt – egal in welcher Fachrichtung der Geotechnologie.“

Julia Peuker, 27, absolviert an der Universität Duisburg-Essen den Masterstudiengang „Konstruktiver Ingenieurbau“ mit der Vertiefung Geotechnik.

Ein Porträt-Foto von Julia Peuker

Julia Peuker

Foto: privat

„Mein Bachelorstudium habe ich im Fachgebiet Bauingenieurwesen abgeschlossen. Ich wollte damals zum Beispiel wissen: Unter welchen Bedingungen bleibt ein Hochhaus stehen? Im Laufe meines Studiums haben sich die Fragen allerdings geändert. So finde ich es heute faszinierend, zu verstehen, welche Fähigkeiten und Eigenschaften der Boden hat, auf dem wir täglich gehen und stehen, aber auch, wie er sich teilweise unbemerkt bewegt. Deswegen habe ich mich für den Masterstudiengang „Konstruktiver Ingenieurbau“ mit der Vertiefung Geotechnik entschieden. Der Master ist nun sehr individuell gestaltbar. Zu meinen gewählten Modulen gehören etwa „Geotechnik in der Baupraxis“, „Bodenmechanik“ und Themen wie Statik, Betonbau und Wasserbau.

Meine späteren Arbeitsmöglichkeiten sind vielfältig. Mein Ziel ist eine Anstellung in einem Unternehmen, das sich auf den Tiefbau spezialisiert. Dort kann ich mir gut vorstellen, im konstruktiven Tiefbau zu arbeiten, wo man zum Beispiel die Berechnung und Konstruktion einer Verbauwand verantwortet, die eine Baugrube stützt. Möglich wären für mich aber auch der Weg in die Bauüberwachung auf der Baustelle oder eine wissenschaftliche Karriere.“

abi>> 22.05.2017

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