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Grüne Städte gestalten

Studentin Malin Vogt untersucht zusammen mit ihrem Kollegen einen Baum
Viel frische Luft und eine wichtige Mission: Studentin Malin Vogt übt mit einem Studienkollegen die Untersuchung eines Stadtbaums in der Göttinger Innenstadt.
Foto: Ute Neumann (HAWK)

Arboristik

Grüne Städte gestalten

Die 22-jährige Malin Vogt hat sich der Natur verschrieben – und sich daher für den Studiengang Arboristik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen entschieden. Dieser ist in Deutschland einzigartig und macht die Studierenden zu Experten für Bäume und deren Einsatzmöglichkeiten.

Später wird sie im Umweltschutz tätig sein, das war Malin Vogt schon während ihrer Schulzeit klar: „Ich möchte mit urbaner, also städtischer Natur arbeiten und den Menschen das Thema Bäume näherbringen.“ Zunächst schrieb sie sich für den Studiengang Landschaftsplanung und Naturschutz an einer Hochschule im Süden Deutschlands ein. „Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist, und noch mal online recherchiert“, berichtet die 22-Jährige.

Leidenschaft für die Natur mit anderen teilen

Ein Porträt von Malin Vogt

Malin Vogt

Foto: Ute Neumann/HAWK

So stieß sie schließlich auf den sechssemestrigen Bachelorstudiengang Arboristik an der HAWK, die Standorte in Hildesheim, Holzminden und Göttingen hat; Arboristik wird in Göttingen gelehrt. Direkt vor der Haustüre des Instituts befindet sich der Forstbotanische Garten der Universität Göttingen, den die Arboristikstudierenden für Übungen und zu Forschungszwecken mitbenutzen dürfen.

„Schon am ersten Tag habe ich gemerkt, dass der Studiengang genau der richtige für mich ist“, erinnert sich Malin Vogt. Damals ging es für die Studienanfänger als Erstes in einen Park in Göttingen. „Wir haben Bäume begutachtet. Einige meiner Kommilitonen sind ausgebildete Gärtner oder Forstwirte, die wussten natürlich schon einiges“, erzählt die Studentin. Für sie ist es zudem etwas Besonderes, dass es ihren Studiengang in dieser Form nur einmal in Deutschland gibt.

Holz und Krankheiten erkennen, BWL pauken

Typische Fächer des Studiengangs sind Botanik und Baumbiologie, Gehölzpathologie, Bodenkunde sowie Klimatologie. In Pathologie erfuhr Malin Vogt etwa, wie man an Bäumen Krankheiten oder Pilzbefall erkennt und behandelt. Im Fach Produktion und Pflanzung lernten die Studierenden, welche Baumarten für welchen Standort in der Stadt geeignet sind. „Dabei ist beispielsweise wichtig, wie viel Raum für die Wurzeln vorhanden ist“, erklärt sie. Es geht im Studium aber nicht ausschließlich um Bäume: Auch Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Recht und Kommunikation stehen auf dem Stundenplan.

Das Bachelorstudium ist zudem sehr praktisch ausgerichtet. Jeder Studierende legte beispielsweise in seinem ersten Semester ein eigenes Herbarium an, eine Sammlung gepresster Pflanzen. Malin Vogt sammelte hierfür in Göttingen kleine Äste, bestimmte sie eigenständig und beschriftete sie dementsprechend: „Das fand ich sehr interessant. Wir haben pro Semester circa 150 unterschiedliche Arten von Gehölzen und Bäumen kennengelernt“. Gut erinnern kann sich die Studentin auch noch an eine Exkursion nach Essen, wo in einem Projekt Jungbäume gepflanzt wurden. „Wir erfuhren, wie man Jungbaumpflege plant und durchführt, um langfristig gesunde und widerstandsfähige Bäume zu erhalten“, berichtet die angehende Arboristin.

Interesse vorab auf die Probe stellen

Malin Vogt empfiehlt Schülern, die sich für Bäume und eventuell sogar einen konkreten Studiengang in diesem Bereich interessieren, erst einmal ein Freiwilliges Jahr im Bereich Naturschutz oder ein Praktikum bei einer Gärtnerei oder einem Forstbetrieb zu absolvieren. Ein weiterer Tipp: Die HAWK in Göttingen bietet ein Schnupperstudium an, in dem Interessierte versuchsweise Vorlesungen und Seminare besuchen können.

„Man sollte sich für Botanik und Biologie interessieren, allgemein für Naturwissenschaften, aber auch eine Affinität zu den wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen rund um Bäume in der Stadt haben.

Natur in die Stadt bringen

Im nächsten Semester steht für die 22-Jährige ein zwölfwöchiges Praktikum an, das sie bei einer Behörde oder einer Kommune absolvieren möchte. Einige ihrer Kommilitonen werden das Praktikum sowie anschließend die Bachelorarbeit sogar mit einem Auslandsaufenthalt verbinden: „Sie werden auf Gran Canaria zum Thema Naturverjüngung in Lorbeerwäldern forschen“, berichtet Malin Vogt. Sie selbst möchte sich in ihrer Bachelorarbeit mit Entomologie, also Insektenkunde, oder Pathologie beschäftigen. Außerdem plant sie, den Motorsägenschein zu machen und einen Baumkletterkurs zu absolvieren.

Mit dem Abschluss und diesen zusätzlichen Kompetenzen in der Tasche kann Malin Vogt ihr Ziel verfolgen, später in einer Behörde zu arbeiten: „Ich möchte dazu beitragen, den Wandel in den Großstädten hin zu mehr Natur mitzugestalten und der Politik dabei mit meinem Wissen aus dem Studium Arboristik helfen.“

abi>> 23.08.2018

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