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Mit Holz auf die Zukunft bauen

Junger Mann hobelt an einer Werkbank Holz.
Schon als Kind entdeckte Frank Günther seine Faszination für den Werkstoff Holz.
Foto: Julien Fertl

Holzbau und Ausbau

Mit Holz auf die Zukunft bauen

Frank Günther (31) studiert den dualen Bachelorstudiengang „Holzbau und Ausbau“ an der Hochschule Rosenheim in Verbindung mit einer Berufsausbildung zum Zimmerer. Sein Wunsch: Später im Bereich Bauplanung oder -leitung zu arbeiten.

Schon als Kind entdeckte Frank Günther seine Faszination für den Werkstoff Holz: „Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich mit großer Freude Nägel in ein Stück Holz versenkt habe. Und während die anderen Jungs auf dem Fußballplatz standen, zog ich es vor, ein Baumhaus zu bauen.“ Sein Interesse am Basteln und Bauen mit Holz ließ zwar nicht nach, allerdings schlug er nach der Schule einen Umweg ein: Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Assistenten für Informatik und arbeitete einige Jahre in der Computerbranche, ehe es ihn vor drei Jahren nach Rosenheim und zu seinem heutigen Studium „Holzbau und Ausbau“ verschlug.

Qualifizierte und umfassende Ausbildung

Ein Porträt-Foto von Frank Günther

Frank Günther

Foto: Mara Schumacher

In der Regel dauert es sieben Semester oder dreieinhalb Jahre, bis Studierende den Bachelor of Engineering in der Tasche haben. Dual Studierende brauchen inklusive Ausbildung fünf Jahre. Ein Blick auf den Modulplan zeigt, wie abwechslungsreich, aber auch anspruchsvoll die Inhalte des Studiums sind. Allein in den ersten vier Semestern lernen die Studierenden Grundlagen der Bauphysik, Gebäudetechnik, BWL, Bauinformatik, Maschinentechnik und Metallkunde, Statik sowie Holzwerkstoffkunde. Nach dem fünften Semester, das für ein ausgedehntes Praktikum in einem Betrieb reserviert ist, geht es weiter mit Fächern wie Baubetrieb und Bauabwicklung, Fassadenbau und Baurecht.

„Neben den Vorlesungen gibt es auch praktische Übungen wie etwa in Physik. Das Studium ist schon sehr intensiv und anspruchsvoll. Es macht aber auch sehr viel Spaß“, sagt der Student. „Ich bin glücklich, endlich meiner Berufung folgen zu können und dass durch das Studium vielseitige Tätigkeitsfelder auf mich warten.“

Dachbalken sägen in den Praxisphasen

Der 31-Jährige erwirbt parallel zum Studium den Gesellenbrief des Zimmererhandwerks und hat so eine Portion mehr Praxiserfahrung in der Tasche als seine Kommilitonen. In der Zimmerei Josef Mühlbauer in Hirschbichl bei München lernt er zum Beispiel Dachstühle aufzustellen und Carports aus Holz zu bauen.

Zu seinen Kollegen im Handwerksbetrieb stößt Frank Günther in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Praxissemester. Außerdem hat er bereits ein Jahr vor Studienbeginn mit seiner Ausbildung begonnen und das dritte Semester genutzt, um sich voll und ganz auf die Berufspraxis zu konzentrieren. Aktuell ist er im vierten Semester; sein Studium wird er voraussichtlich im Sommer 2017 abschließen.

Aber egal ob in der dualen oder regulären Variante: Laut der Hochschule ist der Studiengang „Holzbau und Ausbau“ aufgrund der Kombination von Konstruktion, Bauphysik, Gebäudetechnik und betriebswirtschaftlicher Ausbildung einzigartig in Europa. „Nicht ohne Grund wenden sich potenzielle Arbeitgeber direkt an den Lehrstuhl, um zu erfahren, wann wieder ‚Holzer’ auf den Arbeitsmarkt geworfen werden“, ist seine Erfahrung.

Möglichkeiten über den Holzbau hinaus

Potenzielle Arbeitgeber, das sind nicht nur Unternehmen aus dem Sektor Holzbau und Ausbau, sondern zum Beispiel auch Industrie- und Fertighausbetriebe, Ingenieurbüros für Hochbau, Statik und Prüfstatik, Architekturbüros oder Verwaltungen im öffentlichen Dienst.

Frank Günther weiß bereits, wo er nach dem Abschluss beruflich hin möchte: „Mich lächelt eine Tätigkeit im Bereich Bauleitung und -planung an. Da komme ich auch mal raus an die frische Luft. Einen reinen Bürojob hatte ich schließlich schon als Assistent für Informatik.“

abi>> 10.11.2015