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Auf dem Weg zum Öko-Landwirt

Eine Biogasanlage auf dem Land
Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz, Regionalität und Transparenz für den Verbraucher sind zukunftsweisende Aspekte der ökologischen Landwirtschaft.
Foto: Martin Rehm

Landwirtschaft

Auf dem Weg zum Öko-Landwirt

Wie gelingt nachhaltige Landwirtschaft? Das erfährt Lukas Hammer (25) im Bachelorstudiengang Landwirtschaft an der Hochschule (HS) Weihenstephan-Triesdorf. Sein Ziel ist es, später einen eigenen Betrieb zu leiten.

Das Wachsen und Gedeihen auf Feldern und Wiesen, der Umgang mit Tieren – all das fasziniert mich sehr. Außerdem wollte ich gerne was mit Naturwissenschaften machen“, erzählt Lukas Hammer. Daher fiel seine Wahl auf den Bachelorstudiengang „Landwirtschaft“ an der HS Weihenstephan-Triesdorf. Der 25-Jährige ist mittlerweile im siebten und letzten Semester dieses Studiengangs.

„Für Weihenstephan habe ich mich unter anderem deshalb entschieden, weil dort der Schwerpunkt ökologische Landwirtschaft angeboten wird – das hat mich besonders interessiert. Nachhaltigkeit, ganzheitliche Ansätze, Regionalität sowie das Augenmerk auf die Wertschöpfungskette und die Transparenz für den Verbraucher sind zukunftsträchtig“, findet er.

Naturwissenschaft, Technik und Wirtschaft

Ein Porträt-Foto von Lukas Hammer

Lukas Hammer

Foto: privat

Lukas Hammer hat nicht von Haus aus Bezug zur Landwirtschaft. Nach der Mittleren Reife absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und holte dann die fachgebundene Hochschulreife an einer Berufsoberschule nach. Nach dem Abschluss arbeitete er einige Monate als Bankkaufmann, ehe er dann zum Wintersemester 2015/16 am Campus in Weihenstephan das Studium aufnahm.

In den ersten Semestern lernte er dort zunächst die naturwissenschaftlichen, technischen und ökonomischen Grundlagen der Landwirtschaft kennen. „Themen wie Bodenkultur, Nährstoffmanagement, Tierernährung, -haltung und -zucht kommen in den höheren Semestern hinzu. Aber auch Unternehmensplanung und Investitionsrechnung gehören dazu – wir werden damit auf die Verwaltungsaufgaben vorbereitet, die uns später zum Beispiel als Betriebsleiter in einem landwirtschaftlichen Betrieb erwarten“, erklärt Lukas Hammer.

Seinen Schwerpunkt legte er nach dem zweiten Semester fest. „In meiner Vertiefungsrichtung erfahre ich mehr über die Ziele des Ökolandbaus und darüber, wie ich diese in der Praxis umsetzen kann. Es geht etwa um Ressourcenschutz, die Züchtungsforschung bei Nutzpflanzen, aber auch um Verbraucheraufklärung“, beschreibt er – eben alles rund um das Thema, wie Nahrungsmittel angebaut werden, ohne dass die Natur zu stark belastet wird.

Jede Menge Praxis

Fester Bestandteil des Landwirtschaftsstudiums an der HS Weihenstephan-Triesdorf ist ein praktisches Semester. Lukas Hammer war dafür bei den Herrmannsdorfer Landwerkstätten im oberbayerischen Glonn. Das ökologische Unternehmen betreibt Ackerbau und Viehzucht, stellt Lebensmittel her und vermarktet sie selbst. „Grundsätzlich ist unser Studium durch Exkursionen und Vorträge von externen Fachleuten ohnehin sehr praxisnah“, findet Lukas Hammer.

Apropos Praxis: Zulassungsvoraussetzung fürs Bachelorstudium Landwirtschaft ist ein sechswöchiges Vorpraktikum in einem anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb. Der 25-Jährige hat dies in einem Biolandbetrieb absolviert: „Dort gibt es Kühe, Hühner, Schweine, Bienen, eine Hofkäserei. Sie bieten Catering an und vermarkten alle Produkte regional.“

Mittlerweile ist der Student sogar Mitgesellschafter der dortigen Hofgemeinschaft und arbeitet neben dem Studium mit. „Der Betreiber hat keinen Hofnachfolger gefunden und sprach mich an, ob ich mir das vorstellen könnte – da habe ich sofort zugesagt.“ Ein Modell, das auch für andere Landwirtschaftsstudierende ohne elterlichen Hof Zukunft haben könnte, findet Lukas Hammer. „Aber das Studium eröffnet auch andere Einsatzmöglichkeiten“, sagt er. Dazu zählen Tätigkeiten im Agrarhandel, in Zuchtbetrieben, im Versuchswesen, bei Erzeuger- und Maschinenringen, bei Genossenschaften, bei Berufs- und Beratungsverbänden, im Agrarjournalismus und vielen anderen Bereichen im In- und Ausland.

Nach dem Master in den eigenen Betrieb

„Wer sich für ein Landwirtschaftsstudium entscheidet, der sollte sich vor allem für die Natur interessieren, aber auch für Wirtschaft“, meint Lukas Hammer. „Außerdem hilfreich ist eine gewisse Technikaffinität, denn um Maschinen kommt man in der Landwirtschaft nicht herum.“

Wie es für ihn selbst nach dem Bachelorabschluss weitergehen soll, weiß er bereits: „Ich werde noch das dreisemestrige Masterstudium Agrarmanagement – ebenfalls hier in Weihenstephan und wieder mit dem ökologischen Schwerpunkt – anschließen. Danach geht es ans Umsetzen in die Praxis im eigenen Betrieb“, blickt der 25-Jährige in seine berufliche Zukunft.

abi>> 01.01.2019

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