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Als IT-ler im Gesundheitswesen

Ein junger Mann im Kittel arbeitet mit seinem Laptop an medizintechnischen Projekten
Die Telemedizin macht die Behandlung von Patienten ohne persönlichen Kontakt mit dem Arzt möglich.
Foto: Joerg Koch

E-Health/Gesundheitsmanagement

Als IT-ler im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen befindet sich derzeit im Umbruch: IT und Internet revolutionieren die Beziehung von Ärzten und Patienten sowie die Diagnose- und Behandlungsmethoden. Dafür werden dringend Fachkräfte gebraucht, die sich sowohl mit medizinischen Themen als auch in der Informatik auskennen.

Die Gesundheitswirtschaft ist einer der größten deutschen Wirtschaftszweige und zählt zu den wichtigsten Wachstumsbranchen. Laut der aktuellen Veröffentlichung „Gesundheitswirtschaft – Fakten und Zahlen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) betrug die geschätzte Bruttowertschöpfung im Jahr 2015 mehr als 324 Milliarden Euro. Wichtige Treiber für das Wachstum der Branche sind die demographische Entwicklung und der medizinisch-technische Fortschritt.

Im Zeitalter der Digitalisierung kommen im Gesundheitswesen verstärkt innovative Verfahren der Informationsverarbeitung zum Einsatz, die unter dem Begriff „electronic health“ – oder kurz „E-Health“ – zusammengefasst werden.

Information und Kommunikation

Der digitale Umbruch vollzieht sich dabei in mehreren Bereichen. „E-Health“ beginnt bereits mit der Bereitstellung von medizinischem Wissen im Internet in Form von Portalen, Foren oder Apps. In erster Linie soll die Digitalisierung aber dazu beitragen, die Abläufe bei der Diagnostizierung und Behandlung von Krankheiten zu optimieren. Die Telemedizin macht die Behandlung von Patienten ohne persönlichen Kontakt mit dem Arzt möglich. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder tauschen Arzt und Patient Daten über das Internet aus – ein Beispiel hierfür ist das Online-Diabetestagebuch – oder aber der Arzt untersucht und überwacht den Patienten aus der Ferne. Spezielle Geräte zur Messung der Vitaldaten übertragen dabei die Werte direkt an den Mediziner. Diese Variante der Telemedizin ist unter dem Begriff „Telemonitoring“ oder „Home Monitoring“ bekannt und kommt etwa in der Kardiologie zum Einsatz.

Gesetzliche Regelungen

Ende 2015 hat der Bundestag das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)“ verabschiedet. Ziel ist es, den Fortschritt im Gesundheitswesen voranzutreiben. Unter anderem ist darin die Einführung einer elektronischen Gesundheits- oder Patientenakte vorgesehen, in der Daten zu Gesundheitszustand sowie Krankheitsbefund und -verlauf eines Patienten gesammelt werden. Ärzte und medizinisches Personal verschiedener Einrichtungen haben dann auf die gleichen Daten Zugriff. Auch Vitalwerte, die der Patient selbst mithilfe spezieller Geräte – beispielsweise eines sogenannten Fitness-Trackers – aufzeichnet, könnten künftig in seiner digitalen Akte gespeichert werden.

Berufliche Chancen dank E-Health

Ein Porträt-Foto von Jörg Holstein

Jörg Holstein

Foto: privat

Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt – davon ist Jörg Holstein, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Gesundheits-IT e. V. (bvitg), überzeugt. „Die Anforderungen an Krankenhäuser und Praxen steigen. Die IT-Abteilung eines Krankenhauses kann ebenso zum Arbeitgeber werden wie große oder mittelständische Unternehmen der Industrie, die neue Systeme entwickeln und herstellen“, erklärt der Experte. „Auch die Selbstverwaltung in Form von Krankenkassen, Kammern, Verbänden und öffentlicher Dienst braucht zunehmend Mitarbeiter, die sich mit Informatik und Medizin auskennen.“ Die Arbeitsfelder sind unterschiedlich. Im Krankenhaus müssen die IT-Systeme betreut und ausgebaut werden. In Unternehmen können Studienabsolventen im Produktmanagement oder der Entwicklung arbeiten. Fachkräfte aus den Unternehmen führen außerdem Software in Krankenhäusern ein und schulen die Mitarbeiter im Umgang damit. „Wer in dem Bereich arbeiten will, sollte teamfähig sein, strukturiert und eigenverantwortlich arbeiten können, Englisch beherrschen und vielleicht schon über Medizinkenntnisse oder Krankenhauserfahrung verfügen“, ergänzt Jörg Holstein.

Spezialisierte Studiengänge

Der Weg zu einer Beschäftigung in diesem Bereich führt in der Regel über ein Studium, beispielsweise der Medizinischen Informatik. Seit 2007 werden in Deutschland zudem spezialisierte Masterstudiengänge für den Fachbereich E-Health angeboten; zwischen 2009 und 2015 kamen neue Bachelorstudiengänge hinzu – etwa an der Hochschule Ulm, an der Hochschule Niederrhein oder an der Fachhochschule Stralsund. Neben Wissen in den Bereichen Medizin, Betriebswirtschaft und Gesundheitsökonomie vermittelt das Studium auch Informatikkenntnisse. Der Schwerpunkt liegt auf der Anwendung und dem Management von IT-Lösungen im Gesundheitswesen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort z.B.: Gesundheitsmanager/in)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort z.B.: E-Health)

www.studienwahl.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach Studiengängen und schulischen Berufsausbildungen suchen (Suchwort z.B.: E-Health)

www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesverband Gesundheits-IT

Verband der führenden IT-Anbieter in Deutschland

www.bvitg.de

E-Health-Gesetz

Informationen zu den geplanten Änderungen im Gesundheitswesen

www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-gesetz/e-health.html

abi>> 10.08.2016