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Zwischen IT und Medizin

Ein junger Mann mit einer Kollegin bei einer Befundbesprechung am Visitenwagen
Wenn in einem Krankenhaus ein neues IT-System eingerichtet wird, ist Wissen aus Medizin und IT gefragt.
Foto: Sonja Brüggemann

eHealth – IT im Gesundheitswesen

Zwischen IT und Medizin

Elektronische Gesundheitskarte, Telemedizin, Gesundheits-Apps, Assisted Living: Im Gesundheitswesen geht bald nichts mehr ohne IT. Das nötige Know-how in Medizin und Informatik vermitteln spezialisierte E-Health-Studiengänge. Ein solches Bachelorstudium absolviert zurzeit Jennifer Zimmermann (24) an der Hochschule Niederrhein.

An ihrem Studiengang gefällt der 24-Jährigen, dass er interdisziplinär ist. „Besonders spannend ist es, wenn die beiden Bereiche IT und Medizin aufeinandertreffen“, erklärt Jennifer Zimmermann. „Wenn zum Beispiel ein neues IT-System in einem Krankenhaus eingerichtet wird, ist Wissen aus beiden Bereichen gefragt.“

Von BWL bis Webtechnologie

Ein Porträt-Foto von Jennifer Zimmermann

Jennifer Zimmermann

Foto: privat

Im Studium „eHealth – IT im Gesundheitswesen“, das an der Hochschule Niederrhein in Krefeld auf sechs Semester angelegt ist und mit dem Bachelor of Science abschließt, werden theoretische Kenntnisse aus der Medizin vermittelt – etwa zu chirurgischen Methoden. Außerdem erhalten Jennifer Zimmermann und ihre Kommilitonen Einblicke in die Welt der Pharmazie. In BWL-Vorlesungen wird das unternehmerische Verständnis geschult, das die Studierenden später bei der Umsetzung von IT-Lösungen im Gesundheitswesen brauchen. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf Informatik. „Man sollte aber keine Angst vor IT haben“, betont Jennifer Zimmermann. „Man muss vor dem Studium lediglich wissen, wie man einen Computer bedient.“ Alle für das Berufsleben nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten werden in Vorlesungen zu Programmierung, Datenbanken oder Webtechnologien vermittelt. „Im Fach Systemintegration beispielsweise mussten wir als praxisnahes Fallbeispiel Systeme vernetzen“, erinnert sich Jennifer Zimmermann. Nicht zuletzt geht es um Projektmanagement.

Damit die Praxis nicht zu kurz kommt, absolvieren die Studierenden nach dem fünften Semester ein zwölfwöchiges Praktikum. Jennifer Zimmermann verbrachte diese Zeit bei einem IT-Unternehmen, das unter anderem Krankenversicherungen zu seinen Kunden zählt. „Es gibt aber auch andere Möglichkeiten“, ergänzt die 24-Jährige. „Eine Freundin hat das sogenannte Projektstudium in einem Krankenhaus absolviert und mit Abrechnungssystemen gearbeitet.“

Keine Vorkenntnisse nötig

Um sich für das Studium an der Hochschule Niederrhein einzuschreiben, sind neben der Fach- oder allgemeinen Hochschulreife zwölf Wochen praktische Erfahrung im medizinischen und dem IT-Bereich Voraussetzung. Die Hälfte der Zeit wird schon vor Studienbeginn gefordert, den Rest müssen die Studierenden bis zum dritten Semester nachweisen. Jennifer Zimmermann absolvierte Praktika in einer Arztpraxis, im Krankenhaus, in einem IT-Unternehmen und in einer klinischen IT-Abteilung. „Ansonsten sind keine fachlichen Vorkenntnisse für den Studiengang nötig“, findet sie. „Aber man sollte fleißig sein und sich gerne in neue Themen einarbeiten.“

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Mittlerweile steht Jennifer Zimmermann kurz vor dem Abschluss ihres Studiums, ihre Bachelorarbeit hat sie vor Kurzem abgegeben. Bereits jetzt hat sie eine Stelle als Beraterin bei dem IT-Unternehmen, bei dem sie schon ihr Praktikum absolvierte. Auch ihre Bachelorarbeit schrieb die 24-Jährige bei ihrem zukünftigen Arbeitgeber.

Für Absolventen aus dem Bereich E-Health bieten sich vielfältige Möglichkeiten in verschiedenen Arbeitsfeldern. Neben Krankenhäusern und IT-Unternehmen können sie auch im Pharmabereich tätig werden. Darüber hinaus brauchen Krankenkassen und Einrichtungen wie die Weltgesundheitsorganisation ebenfalls Spezialisten aus dem Bereich E-Health. 

abi>> 10.08.2016