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"Ich wollte noch mehr erreichen"

Ein Pflegemanager kontrolliert einen Dienstplan.
Den Dienstplan zu erstellen gehört zu den Aufgaben einer Pflegemanagerin.
Foto: Lennart Preiss

Gesundheits- und Pflegemanagement

"Ich wollte noch mehr erreichen"

Stefanie Beyer (29) entschied sich nach der Ausbildung noch für ein Studium. Jetzt absolviert sie einen Bachelor in Gesundheits- und Pflegemanagement an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Damit möchte sie ihre Jobchancen verbessern.

Die Ausbildung allein würde ihr für ihre Ziele nicht reichen, das war Stefanie Beyer bald klar. Nach dem Abitur, Praktika im sozialen Bereich und einem Freiwilligen Sozialen Jahr hatte sie eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin absolviert und arbeitete danach drei Jahre in einer Klinik im baden-württembergischen Waiblingen. „Ich wurde schließlich auch Teamleiterin“, erinnert sich die heute 29-Jährige. „Mir hat der Beruf sehr viel Spaß gemacht, aber ich habe auch gemerkt, dass ich die Karriereleiter ohne ein Studium nicht weiter nach oben klettern kann.“ Da war sie Mitte 20. „Ich wollte noch mehr erreichen, mehr bewegen und Entscheidungen treffen. Deswegen habe ich mich zu einem Studium entschlossen.“

Ein Porträt-Foto von Stefanie Beyer

Stefanie Beyer

Foto: Privat

Nun studiert sie im vierten Semester Gesundheits- und Pflegemanagement an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Da sie ihren Bachelor nicht berufsbegleitend machen wollte, kündigte Stefanie Beyer ihren Job. Bei ihrer Online-Bewerbung für das Vollzeitstudium musste sie belegen, dass sie eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf vorweisen kann. Das war die wichtigste Voraussetzung für die Zulassung zum Studium. Für ihren Unterhalt bekommt sie nun BAföG. Außerdem verdient sie sich mit einem Minijob in der ambulanten Kinderkrankenpflege noch etwas dazu.

Viel Praxisbezug im Studium

Im Studium werden Stefanie Beyer und ihre Kommilitonen etwa auf Positionen in der Führungsebene des Gesundheitsbereichs vorbereitet. So stehen unter anderem betriebswirtschaftliche, rechtliche und gesundheitsökonomische Inhalte auf dem Stundenplan – häufig verknüpft mit einem konkreten Bezug zur Praxis. „Da wir alle schon Berufserfahrungen gesammelt haben, können wir Inhalte aus dem Studium mit unserem Wissen aus der Praxis verknüpfen, das hilft sehr.“

In den Seminaren zur BWL lernen Stefanie Beyer und ihre Kommilitonen etwa, wie man ein Unternehmen im Gesundheitswesen wirtschaftlich führt. „Das lernen wir anhand von Beispielen wie etwa der Organisation von Krankenhäusern oder Altenheimen.“ In Seminaren zu Rechtsfragen werden dagegen Aspekte des Arbeits- oder Sozialrechts behandelt. „Wir besprechen anhand von Fallbeispielen die Unterschiede verschiedener Pflegestufen. Es wird beispielsweise geklärt, welche Gesetze für die Einordnung von Patienten in Pflegestufen zu beachten sind.“

Ihr Ziel: eine Leitungsposition

Zum Studium gehören aber auch Fachgebiete, die ihr in der Ausbildung nicht begegnet sind – etwa die Pflegewissenschaft. Stefanie Beyer lernt, wie Therapie- und Pflegefragen wissenschaftlich erforscht werden und wie diese Ergebnisse in die Praxis umgesetzt werden können. Das können neue Behandlungsmethoden mit ihren Vor- und Nachteilen sein, oder modernisierte Richtlinien zur Ernährung von Patienten.

Im Laufe der sieben Semester Regelstudienzeit spielen außerdem ethische Fragestellungen eine wichtige Rolle. So besucht sie Vorlesungen über Ethik oder Anthropologie und behandelt Fragen wie diese: Welche Menschenbilder gibt es in den Pflegeberufen? Wie möchte man mit Patienten in Dilemma-Situationen umgehen?

Im Herbst steht erst einmal ein Praxissemester an. Das wird Stefanie Beyer im Management eines Intensivpflegedienstes machen, der sich um die Pflege von Kindern kümmert, die zu Hause beatmet werden müssen. „Das ist eine Herausforderung, auf die ich mich freue.“ Wo sie nach ihrem Bachelorabschluss arbeiten möchte, ist noch unklar. Eines aber weiß sie sicher: „Ich möchte eine Leitungsposition haben.“

abi>> 20.07.2015