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Information is money

Bildschirmoberfläche einer Datenbank
Hinter den Werbebannern, die auf die Internetnutzer zugeschnitten sind, verbergen sich enorme, durch Algorithmen aufbereitete Datenmengen.
Foto: Uwe Niklas

Informationswirtschaft

Information is money

Immer schneller wachsende Datenberge im Internet verlangen nach IT-Lösungen, die Unternehmen dabei helfen, mit der Informationsflut fertig zu werden, aber auch, um damit Geld zu verdienen. Angehende Informationswirte wie Moritz Ruck sind Experten darin, Daten zu analysieren, auszuwerten und sie wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der 23-Jährige studiert den Bachelorstudiengang Informationswirtschaft am Karlsruher Institut für Technologie.

Wer bei einem großen Online-Händler schon mal Bücher oder Musik bestellt hat, kennt die Empfehlungsdienste, die zum Kauf weiterer Medien anregen sollen. Dahinter verbergen sich enorme, durch Algorithmen aufbereitete Datenmengen, die auf den unzähligen Einkäufen und Bewertungen anderer Kunden basieren. „Im Studium lernen wir zum Beispiel, wie wir solche sogenannten Recommender-Systeme konzipieren, aufbauen und profitabel machen können. Im Kern geht es immer darum, Daten so zu analysieren und zu verarbeiten, dass sie sich auch für andere Kontexte verwenden lassen, etwa für neue Geschäftsmodelle, aber auch in der Forschung oder im Katastrophenschutz“, erläutert Moritz Ruck, der im fünften Semester Informationswirtschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) studiert.

Ein Porträt-Foto von Moritz Ruck

Moritz Ruck

Foto: Privat

Nach dem Abitur schlug der 23-Jährige aber zunächst einen anderen Weg ein und befasste sich drei Semester lang mit Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Karlsruhe. „Ich habe einfach gemerkt, dass mir IT-Themen mehr liegen als etwa technische Mechanik. Trotzdem wollte ich weiterhin ein wirtschaftlich orientiertes Studium machen. Über Bekannte habe ich dann von diesem Studiengang erfahren“, erinnert sich Moritz Ruck. Da der Studiengang zulassungsbeschränkt ist, musste er sich mit seinem Abiturzeugnis direkt beim KIT bewerben (Hinweis: Mittlerweile beteiligt sich das KIT am Vergabeverfahren von hochschulstart.de. Wer sich für den Studiengang interessiert, bewirbt sich demnach über dieses Online-Portal).

Von Algorithmen und Marktmechanismen

Viele der Lehrveranstaltungen, die er heute besucht, hört Moritz Ruck gemeinsam mit Wirtschaftswissenschaftlern oder Informatikern. Es geht dann etwa um Themen aus der Volkswirtschaftslehre oder Statistik, um Algorithmen oder Softwareentwicklung. Dieses Wissen hilft ihm, einerseits Marktmechanismen verstehen und Daten analysieren zu können, und andererseits, Informationen digital verarbeiten und nutzen zu können. „Man darf nicht denken, das sei ein Wirtschaftsstudium plus X. Der Informatikteil ist knackig und umfangreich“, beschreibt der Student seine Erfahrungen. Ein wichtiger Bestandteil des Studiums seien außerdem die juristischen Grundlagen, etwa zu den Themen Datenschutz oder Urheberrecht. Schließlich müssen Informationswirte genau wissen, welche Daten sie überhaupt sammeln dürfen oder ob und wie sie neu gewonnene Informationen vor Nachahmern schützen können.

Als Multitalente auf den Arbeitsmarkt

Nach dem viersemestrigen Kernprogramm des Studiengangs können die angehenden Informationswirte im letzten Jahr eigene Akzente setzen: „Wer möchte, orientiert sich im Vertiefungsstudium eher wirtschaftlich oder IT-lastiger,“ erklärt Mortiz Ruck. Gewählt werden müssen Module aus allen drei Disziplinen, also auch aus dem juristischen Bereich.

Für sein sechswöchiges Berufspraktikum, das sich die Studierenden selbst organisieren müssen, würde der 23-Jährige gerne ins Ausland gehen und überlegt, sich dafür ein ganzes Semester Zeit zu nehmen. Nach seinem Bachelorabschluss will er noch einen Master draufsetzen, um richtig in die Tiefe zu gehen, wie er selbst sagt. Später kann er sich gut vorstellen, sich mit einer eigenen Geschäftsidee selbständig zu machen. Die beruflichen Perspektiven sind auf jeden Fall vielseitig, denn Informationswirte sind in vielen Branchen gefragt, etwa bei IT-Unternehmen, Finanzdienstleistern, Logistik- und Handelsunternehmen oder in der Energiewirtschaft.

abi>> 04.01.2016