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Liebe und Begeisterung für Philosophie

Schild mit der Aufschrift "Institut für Philosophie"
Wer Philosophie studiert, widmit sich vor allem dem Lesen von Primärquellen.
Foto: Julien Fertl

Philosophie

Liebe und Begeisterung für Philosophie

Isabell Welle (27) studiert Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Durch das Studium erweitert sie vor allem ihre Fähigkeiten im logischen Denken und Argumentieren.

Der Studienort Jena war für Isabell Welle die erste Wahl, nicht zuletzt, weil eine Freundin bereits hier wohnte. Vor drei Jahren schrieb sie sich zunächst für das Hauptfach Politikwissenschaft auf Bachelor ein und belegte Philosophie im Nebenfach. Im Laufe des Studiums wurde ihr aber bald klar, dass Philosophie „ihr Ding“ ist. Deshalb entschied sie sich anschließend für den Master Philosophie, den sie derzeit im zweiten Semester studiert.

Den klassischen Philosophie-Studierenden gibt es nicht. Die einen belegen Philosophie im Rahmen ihres Lehramtsstudiums beziehungsweise im Nebenfach. Selten entscheiden sich Studierende ganz bewusst für das Fach Philosophie als Haupt- oder Kernfach.

 Logisches Denken wird trainiert

An der Universität Jena beginnt das Bachelorstudium mit Modulen wie „Logik und Argumentationslehre“ sowie „Einführung in die Philosophie“. Hier geht es um die Frage, was Philosophie eigentlich ist und welche Themen in dieser Disziplin behandelt werden. Wörtlich übersetzt bedeutet Philosophie so viel wie „Liebe zur Weisheit“. Welche Fragen werden in der Philosophie gestellt und mit welchen Argumenten werden diese beantwortet? Welche Prämissen müssen dabei akzeptiert werden und was für Konsequenzen folgen daraus? Isabell Welle war vom Modulangebot im weiteren Verlauf des Studiums begeistert. „Ich habe sogar mehr Vorlesungen und Seminare besucht, als ich eigentlich musste. Es wurden einfach zu viele interessante Veranstaltungen angeboten“, berichtet sie.

Quellen im Original lesen

 Im Unterschied zum Master, in dem man einen individuellen Schwerpunkt wählt, ist das Bachelorstudium mit Philosophie im Kernfach allgemeiner gehalten. Neben Logik und Argumentationslehre müssen im weiteren Studienverlauf sowohl die Praktische als auch die Theoretische Philosophie belegt werden. Auf dem Bachelorstundenplan finden sich Veranstaltungen wie „Einführung in die Argumentationsanalyse“, „Philosophie des Skeptizismus“, „Ethik und Ästhetik“ oder „Was ist Existenz?“.

Porträt von Isabell Welle

Isabell Welle

Foto: Sebastian Fachet

Grundsätzlich ist das Philosophiestudium mit viel Lesezeit verbunden. Vor allem Primärliteratur, also philosophische Quellen, müssen sehr genau gelesen werden. Pro Seminar und Woche kommen die Studierenden im Schnitt auf etwa 20 Seiten Literatur. In einem Seminar von Isabell Welle ging es zum Beispiel um die Frage: Was ist Aufklärung? Dazu wurden dann im Original verschiedene Texte von Moses Mendelssohn, Immanuel Kant, Michel Foucault, Theodor Adorno, Max Horkheimer und Chakravorty Gayatri Spivak gelesen. Außerdem steht pro Semester in der Regel das Schreiben von zwei bis drei Hausarbeiten an.

Leidenschaft für Gremienarbeit

Neben dem reinen Studium engagiert Isabell Welle sich im Fachschaftsrat Philosophie sowie im Instituts- und im Fakultätsrat. Ihr Ziel in den Gremien ist es, die Interessen der Studierenden im Fach Philosophie zu vertreten und die Studienbedingungen laufend zu verbessern. Außerdem arbeitet die Philosophiestudentin als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Praktische Philosophie.

Nächstes Jahr wird Isabell Welle ihren Master abschließen. Und sie ist sich sicher, dass sie einen guten Job finden wird. Da sie sich an der Universität sehr wohl fühlt, schließt sie auch einen Verbleib über den Master hinaus nicht aus. „Ich würde am liebsten hier am Institut bleiben und noch meinen Doktor machen“, überlegt sie. Vorstellen könnte sie sich aber auch, in die Politik zu gehen oder bei einer größeren Organisation zu arbeiten.

abi>> 21.03.2019