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Herausforderungen einer Multikulti-Gesellschaft meistern

Frau mit Kopftuch schreibt das Wort Integration an eine Tafel.
Migration und Integration sind bedeutende Themen unserer Zeit.
Foto: Martin Rehm

Sozialwissenschaften: Migration und Integration

Herausforderungen einer Multikulti-Gesellschaft meistern

Wie werden Mensch und Gesellschaft durch Kultur, Politik und Wirtschaft beeinflusst und wie können sie gefördert werden – insbesondere in Zeiten, in denen hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland kommen? Wen diese Frage brennend interessiert, schlägt mit dem Studium „Sozialwissenschaften: Migration und Integration“ einen möglichen Weg ein.

Die Tatsache, dass aktuell mehr als 17,1 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland leben – Tendenz steigend –, wirft einige Fragen auf: Wie gelingt ihre Integration? Welche Hilfen von außen – durch Politik im Großen und Helfer im Kleinen – sind notwendig? Wie kann man etwaigen Konflikten begegnen oder bestehende lösen?

Nicht nur Politiker suchen nach Antworten, sondern gerade auch Sozialwissenschaftler. Denn: „Vereinfacht ausgedrückt beschäftigen sich die Sozialwissenschaften mit den Grundlagen, Erscheinungsformen und Entwicklungen des menschlichen Zusammenlebens“, erklärt Doreen Zillinger, Beraterin für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Mainz.

Zusammenarbeit der Disziplinen

Ein Porträtbild von Doreen Zillinger

Doreen Zillinger

Foto: privat

Die Studiengänge der Sozialwissenschaften sind interdisziplinär ausgerichtet. Das heißt, sie bündeln andere Disziplinen, die sich mit gesellschaftswissenschaftlichen Themen beschäftigten. Dazu gehören beispielsweise Politikwissenschaft, Pädagogik, Psychologie oder auch Wirtschaftswissenschaft, etwa Sozialökonomie.

Abiturienten können laut studienwahl.de in Deutschland unter mehr als 290 Studiengängen der Sozialwissenschaften wählen. Die Hochschulen bieten dabei unterschiedliche Schwerpunkte an, sodass bereits zum Bachelorstudium eine Spezialisierung möglich ist. „Es empfiehlt sich bei der Wahl des Studienortes das Lehrangebot zu inspizieren, um gemäß den eigenen Interessen einen Schwerpunkt auf eines der genannten benachbarten Fächer zu legen“, betont Berufsberaterin Doreen Zillinger.

Manche Hochschulen ermöglichen auch einen Zwei-Fächer-Bachelor, bei dem Studierende die Sozialwissenschaften und ein weiteres Fach, etwa Politikwissenschaften oder eine Sprache, wählen und in beiden Fächern ihren Abschluss machen. Auf diese Weise ist auch ein individueller Fokus möglich.

Im Blick: Migration und Integration

Wer insbesondere Ursachen und Auswirkungen von Migration und Integration wissenschaftlich analysieren möchte, findet recht junge, spezialisierte Studiengänge vor. Dazu zählen der internationale Bachelor „Sozialwissenschaften: Migration und Integration“ der Katholischen Hochschule Mainz (siehe auch „Integration studieren? Das geht!“) und der duale Studiengang „Soziale Arbeit – Schwerpunkt Armut und (Flüchtlings-)Migration“ der Fachhochschule Dortmund, ebenso einige Masterstudiengänge, etwa „Europäische Integration – Schwerpunkt Ostmitteleuropa“ der Technischen Universität Chemnitz oder der „European Master in Migration and Intercultural Relations“ der Universität Oldenburg.

„Wer Sozialwissenschaften studieren möchte, sollte bereits in der Schule sein Interesse an Fragestellungen aus den Bereichen Politik, Sozialkunde und Geschichte entdeckt haben“, rät die Berufsberaterin. Eine gute sprachliche Ausdrucksweise und die Fähigkeit zum analytischen Denken seien ebenso hilfreich. Denn es steht auch empirische Sozialforschung auf dem Stundenplan, zu der unter anderem die Erhebung von Daten durch Umfragen oder Experimente und deren statistische Auswertung gehört.

Vielfältige Berufsmöglichkeiten

43.000 Studierende widmeten sich laut Statistischem Bundesamts im Wintersemester 2015/16 dem Fachbereich Sozialwissenschaften. Und entgegen des hartnäckigen Vorurteils, dass sie später einen schweren Einstieg in die Arbeitswelt hätten, qualifizieren sie ihre Fähigkeiten der wissenschaftlichen Analyse für Tätigkeiten in verschiedenen Branchen.

Speziell Sozialwissenschaftler mit dem Schwerpunkt „Migration und Integration“ sind zum Beispiel bei internationalen Organisationen, in Verbänden und Kirchen (siehe auch „Helfende Hand im fremden Land“), dem Personalwesen sowie im Bildungs-, Gesundheits-, Sozial- und Wohnungswesen gefragt.

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchworte: Sozialwissenschaften, Migration, Integration)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort z.B. „Sozialwissenschaften“)
www.studienwahl.de

Berufsverband Deutscher Soziologinnen und Soziologen (BDS)

Der BDS vertritt die beruflichen und berufspolitischen Interessen von Soziologen und Absolventen verwandter Studienfelder.
www.bds-soz.de

Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)

Ziele der DGS sind es, sozialwissenschaftliche Probleme zu erörtern und die wissenschaftliche Kommunikation unter den Mitgliedern zu fördern.
www.soziologie.de

Verband für Interkulturelle Arbeit (VIA)

Mehr als 100 deutsche sowie ausländische Organisationen sind unter diesem Dachverband gebündelt, um sich gemeinsam für ein demokratisches und friedliches Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft, Religion und Kultur einzusetzen.
www.via-bundesverband.de

Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen (Nemo)

Rund 450 Migrantenorganisationen weltweit nutzen Nemo als Plattform für den Austrausch rund um Fragen der Migration, Teilhabe und Entwicklungszusammenarbeit.
www.bv-nemo.de

Bundesministerium des Innern (BMI)

www.bmi.bund.de

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Infos zu den Themen Migration und Integration in Deutschland
www.bamf.de

abi>> 16.02.2017