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Integration studieren? Das geht!

Schülerin schreibt etwas an ein Whiteboard während die Lehrerin beobachtet.
Absolventen des Bachelorstudiengangs "Sozialwissenschaften: Migration und Integration" sollen bei der Eingliederung von Geflüchteten in den Alltag helfen.
Foto: Martin Rehm

Sozialwissenschaften: Migration und Integration

Integration studieren? Das geht!

Im Wintersemester 2016/17 fiel der Startschuss für einen neuen Bachelorstudiengang an der Katholischen Hochschule Mainz: „Sozialwissenschaften: Migration und Integration“. Unter dem Motto „Meine Welt ist bunt! Sichtweisen verbinden – Gesellschaft gestalten“ lernt Ines Dahlen (25) alles rund um individuelle und gesellschaftliche Situationen der Zuwanderung.

Ines Dahlen ist quasi eine Pionierin an der staatlich anerkannten Katholischen Hochschule Mainz: Die Studentin und ihre 29 Kommilitonen sind die ersten, die sich im internationalen und zweisprachigen Studiengang „Sozialwissenschaften: Migration und Integration“ einschreiben konnten.

Der 25-Jährigen gefiel die spezielle Ausrichtung: „Dass ich etwas Soziales studieren möchte, stand für mich schon früh fest. Mein Interesse für den Bereich Migration und Integration wurde während meines Freiwilligen Sozialen Jahrs bei der Kinder- und Jugendhilfe in Worms geweckt. Dort hatte ich auch Kontakt mit Geflüchteten.“ Um später gezielt in diesem Bereich arbeiten zu können, kam der neue Studiengang für sie wie gerufen.

Sprach- und Auslandsmuffel sind fehl am Platz

Ein Porträtbild von Ines Dahlen

Ines Dahlen

Foto: privat

Da ein Teil der Lehrveranstaltungen auf Englisch abgehalten wird, musste Ines Dahlen Sprachkenntnisse auf B2-Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen vorweisen. War diese Hürde genommen, erfolgte die Verteilung der Studienplätze über einen Punkteschlüssel, in den hauptsächlich die Durchschnittsnote des Abiturs oder der Fachhochschulreife einfließt. Die 25-Jährige meisterte die Zulassung und startete 2016 in ihr Studium.

Insgesamt erstreckt sich dieses über acht Semester. Im dritten Studienjahr müssen zwei davon im Ausland absolviert werden – in Form von zwei Studiensemestern oder einem Studien- und einem Praxissemester. Aus diesem Grund lernen Ines Dahlen und ihre Kommilitonen im Laufe der ersten vier Semester eine weitere Fremdsprache, die sie dann im Ausland lebenspraktisch anwenden können. „Mein Ziel für meine beiden Auslandssemester ist Südamerika, daher steht auf meinem Stundenplan Spanisch“, erzählt sie.

Theoretische und praktische Inhalte verknüpfen

Das Hauptaugenmerk des Studiums liegt aber auf sozialen Themen: „Gerade lernen wir alles von Grund auf, von der Geschichte der Sklaverei bis hin zu aktuellen Themen wie Globalisierung und Rassismus“, erzählt die Studentin aus ihrem ersten Semester. Darüber hinaus werden im Grundstudium auch interkulturelle Kompetenz und Explorationskompetenz vermittelt. Letztere befähigt die Studierenden dazu, komplexe Problemstellungen der Gesellschaft gründlich zu analysieren und strukturierte Lösungen vorzuschlagen.

Sind die Grundlagen gelegt, geht es im Hauptstudium in die Tiefe. Besonders anhand von Übungen, einer Projekt- sowie der Bachelorarbeit proben die angehenden Soziologen in der Praxis die gründliche wissenschaftliche Analyse. Im Modul „Studienreflexion“ werden die verschiedenen erlernten Studienfelder und das Auslandsjahr gedanklich verbunden.

Außerdem kann sich Ines Dahlen im Hauptstudium ein Wahlgebiet aussuchen. Zur Wahl stehen einerseits die Sozialwissenschaften mit Themen wie Makro- und Handlungstheorie, Kultur und Religion, andererseits der Block „Migration und Integration“, für den Identität und Gesundheit, Praxis und Ethik, Politik sowie Ökonomie eine Rolle spielen.

Mögliches Ziel: Flüchtlingskindern helfen

Mit dem Bachelor of Arts in der Tasche verfügt Ines Dahlen über die notwendigen Kompetenzen, um integrations- und migrationsspezifische Aufgaben in verschiedenen Bereichen wie etwa Politik, Wirtschaft oder auch im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen qualifiziert zu bearbeiten.

abi>> 16.02.2017