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Vorbereitung auf die Energiewende

Drei WIndkrafträder vor einem strahlend blauen Himmel.
Auf jeden Fall zukunftsweisend: Ein Job in der Branche der erneuerbaren Energien.
Czerwonski

Zukunftsfähige Energiesysteme

Vorbereitung auf die Energiewende

Erneuerbare Energien werden weltweit ausgebaut. Längst überschreiten die Investitionen in die Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser und Co. die finanziellen Mittel, die in die Energiegewinnung aus fossilen Quellen fließen. Jakob Stocker (27), der an der Hochschule Bremen "Zukunftsfähige Energiesysteme" studiert, will den Wandel mitgestalten — und damit in einem Feld arbeiten, für das die Arbeitsmarktprognosen positiv sind.

Nach dem Abitur hatte der heute 27-Jährige zunächst eine Ausbildung als Fahrradmechaniker – oder wie es offiziell heißt – zum Zweiradmechaniker der Fachrichtung Fahrradtechnik absolviert. „Damals entwickelte sich mein Interesse an alternativen Fortbewegungsmöglichkeiten. Doch mit der Ausbildung allein konnte ich nicht genug bewegen und weiterentwickeln.“ Jakob Stocker ging in das thüringische Nordhausen, wo er an der Fachhochschule von 2007 bis 2011 den Studiengang „Regenerative Technik“ studierte. Da er später als Entwicklungsingenieur arbeiten möchte, hat er ein Masterstudium „aufgesattelt“. Mittlerweile ist er im zweiten Semester.

Schwarz-Weiß-Foto von Jakob Stocker.

Jakob Stocker

Pirkko - Lisa Klein

„Für Windenergie interessiere ich mich besonders. Die Offshore-Kapazitäten werden in Deutschland mit größter Wahrscheinlichkeit auch weiter ausgebaut, dazu ist auch ein Netzausbau nötig“, weiß der gebürtige Marburger, der zusammen mit Ingenieuren aus verschiedenen Fachrichtungen – angefangen vom Maschinenbau bis hin zu Umwelttechnik– im Bremer Hörsaal sitzt. Schon in der Einführungswoche haben die Studierenden sich gegenseitig ihre Interessensgebiete vorgestellt und sich auf diese Weise kennengelernt. „Es sind viele dabei, die etwas voranbringen möchten. Das wirkt sich positiv auf das Niveau aus, verlangt aber auch, sich intensiv mit den Studieninhalten zu beschäftigen“, sagt Jakob Stocker und lacht dabei. Auch wenn die Erneuerbaren Energien im Vordergrund stehen, kommen Themen aus den Bereichen „konventioneller“ Energieversorgung vor. Dabei geht es vor allem um die Weiterentwicklung bestehender Energiesysteme wie Gas-und-Dampf-Kraftwerke, Kraft- Wärme-Kopplung oder Wärmerückgewinnung. Neben der Energiewandlung befassen sich die Studierenden auch mit deren Speicherung und Verteilung.

Praxisnahes Projektmodul

Nachdem das erste Semester eher theoretisch aufgebaut war, ist Jakob Stocker im zweiten Semester näher an der Praxis. „Derzeit nehme ich an einem Projektmodul teil, das sich über das gesamte Semester erstreckt. In einer kleinen Gruppe von Studierenden untersuchen wir, wie ein Kühlhaus in Bremerhaven, in dem Lebensmittel bei minus 18 Grad lagern, energetisch optimiert werden kann und welche rechtlichen Bestimmungen es dabei zu beachten gibt. Wir sind auch vor Ort im Unternehmen und nehmen an Meetings teil – genauso wie es bei einem Projekt in der freien Wirtschaft ablaufen würde“, erzählt er. Die Ergebnisse ihrer Projektarbeit präsentieren die Studierenden in einem Seminar zum Thema Projektmanagement, parallel dazu besuchen sie eine Vorlesung zur Bilanzierung von Energie- und Stoffströmen. „Das hört sich trocken an, ist aber sehr spannend.“

Auslandssemester in Schweden

Sein nächstes Semester wird Jakob Stocker im südschwedischen Växjö absolvieren. Das Thema für seine Masterthesis, die er nach seinem Auslandsaufenthalt schreiben wird, hat er bereits im Kopf. „Ich möchte mich mit der Verknüpfung von E-Mobilität und der Nutzung von Windenergie beschäftigen. Die Energie, die aus Wind gewonnen werden kann, ist wechselhaft. Entweder sie wird reichlich erzeugt, oder die Rotoren stehen still. Wenn die Batterie eines Autos gerade für eine Fahrtstrecke von 150 Kilometer aufgeladen wurde, der Besitzer aber nur 100 Kilometer fahren will, könnte er die übrige Energie, die er bereits gespeichert hat, verkaufen. Auf diese Weise kann er Geld verdienen und die Energie wieder ins Netz einspeisen, wenn gerade wenig Strom erzeugt wird.“

Boomende Branche mit Unwägbarkeiten

Doch auch wenn es das erklärte politische Ziel hierzulande ist, die Energiewende voranzubringen, ist sich der Studierende bewusst, dass selbst die boomende Energiebranche manchen Unwägbarkeiten ausgesetzt ist. Werden Subventionen und Förderungen gekürzt oder drängen ausländische Konkurrenzprodukte auf den Markt, kann das die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften schnell negativ beeinflussen. „Im Moment fehlen Ingenieure für den Offshore-Bereich“, meint Jakob Stocker. „Auf meine berufliche Zukunft bezogen denke ich jedoch nicht bundesweit. In China ansässige Firmen beispielsweise bauen inzwischen sehr gute Solar-Module. Dort zu arbeiten kann ich mir für eine gewisse Zeit durchaus vorstellen."

abi>>