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Mit Technik gegen Krankheiten

Laborproben
Bioingenieurwesen kombiniert Naturwissenschaften mit Technik.
Foto: Martin Rehm

Bioingenieurwesen

Mit Technik gegen Krankheiten

Franziska Söltl (21) hat ein Faible für Technik: In ihrer Freizeit hat sie schon einen Roboter gebaut. Da lag es für sie nahe, ein technisches Studium zu beginnen. Die Wahl fiel auf Bioingenieurwesen an der Hochschule München.

Bei der Frage nach dem Grund, warum sie sich ausgerechnet für diesen Studiengang entschieden hat, muss Franziska Söltl nicht lange überlegen. „Bioingenieurwesen ist interessant, innovativ und für mich so spannend, weil die Technik hineinspielt“, sagt sie. „Darüber hinaus kann ich etwas Gutes für Menschen und gegen Krankheiten tun.“ Das Studium kombiniert Naturwissenschaften und Technik, die Absolventen können beispielsweise im Bereich der Geräteentwicklung, Medizintechnik oder biotechnologischen Produktion tätig werden. Auch in der Arzneimittelforschung und -entwicklung bieten sich berufliche Möglichkeiten, ebenso in der Forschung und Entwicklung an Hochschulen.

Mittlerweile ist Franziska Söltl im sechsten von insgesamt sieben Semestern des Bachelorstudiengangs angelangt. Sie ist noch immer Feuer und Flamme, obwohl sie inzwischen weiß: „Biologie ist der kleinere Teil des Studiums.“ Das gilt auch für die spätere Berufstätigkeit.

Gute Noten in Biologie und Mathe

Noch bevor sie ihr Abitur in Garmisch abgelegt hatte, informierte sich Franziska Söltl gründlich über Studienmöglichkeiten. In zwei aufeinander folgenden Jahren besuchte sie die Studieninformationstage der Hochschule München. Ihre Wahl fiel auf Bioingenieurwesen, weil sie in Biologie und Mathematik schon in der Schule sehr gute Noten hatte. Auch die Zulassungsnote, die damals bei 1,7 lag, war kein Problem. „Ich hätte auch an der Uni studieren können, habe mich aber bewusst für die Fachhochschule entschieden – weil das Studium praktisch ausgelegt ist“, ergänzt Franziska Söltl.

Von Apparatetechnik bis Werkstoffkunde

Ein Porträt-Foto von Franziska Söltl

Franziska Söltl

Foto: Privat

Im Studium standen bereits vom ersten Semester an Praktika in Informatik und CAD-Konstruktion – also computergestützter Konstruktion – auf dem Studienplan, hinzu kam Arbeit im Labor. „Wir haben Bakterien angefärbt und unter dem Mikroskop betrachtet und ein Handöffnungsgerät für Menschen mit Arthritis entwickelt.“

Insgesamt sei der Studiengang sehr technisch ausgerichtet, wie Franziska Söltl berichtet. Mathematik, Physik, Chemie und Biologie bilden zusammen mit Informatik, Werkstoffkunde, Mechanik und Konstruktion die Grundlagenfächer der ersten beiden Semester. Vom dritten bis zum siebten Semester stehen Vertiefungsfächer wie Biochemie, Biophysik oder Apparate- und Gerätetechnik im Fokus.

Einblicke in den Beruf

Im vorgeschriebenen Praxissemester im fünften Semester arbeitete Franziska Söltl in einer Firma, die Messinstrumente für die pharmazeutische Industrie herstellt. Das Unternehmen hatte sie über eine Empfehlung ihres Studiengangleiters gefunden. „Ich habe angerufen und sollte gleich am nächsten Tag ein Bewerbungsschreiben mit Lebenslauf abgeben.“ Sie war in der Entwicklung tätig. Die Abteilung arbeitete gerade an einem innovativen optischen Bestandteil für Geräte, die Proteine und Antikörper untersuchen.

In drei Monaten will Franziska Söltl mit ihrer Bachelorarbeit beginnen. Das Thema steht noch nicht fest. Wahrscheinlich wird sie die Arbeit bei dem Messinstrumentehersteller schreiben. „Mir gefallen die Tätigkeit und das Arbeitsumfeld sehr gut“, sagt sie. Die angehende Bioingenieurin könnte sich gut vorstellen, später dort zu arbeiten – aber erst, nachdem sie ihren Master gemacht hat. „Wahrscheinlich bleibe ich dafür sogar an der Hochschule München.“

abi>> 20.06.2016