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Das Gute erhalten

Handwerker sieht sich mit Bauleiter den Plan eines Neubaus näher an und bespricht sich mit ihm.
Im Gebäudesektor und in der Mobilität lässt sich am meisten Energie sparen.
Foto: Martin Rehm

Erneuerbare Energien

Das Gute erhalten

Neben seinem Studium der Energie- und Prozesstechnik an der Technischen Universität Berlin (Lebens-)Erfahrung zu sammeln, ist für Helmut Wolman essentiell: Der 25-Jährige, der seine Bachelorarbeit dem Thema energieeffiziente Gebäudetechnik widmet, engagiert sich in der Nachwuchsarbeit, um nachfolgende Generationen für Nachhaltigkeitsthemen zu sensibilisieren. Die Frage nach sinnvoller Energienutzung ist dabei seiner Ansicht nach die wichtigste.

Mehrere Wochen lang war Helmut Wolman im vergangenen Semester als Bauleiter im Einsatz: In Mosbach im Odenwald betreute der Student für die Artifex GmbH die Konstruktion eines bewohnbaren Bauwagens, bei dem Wert auf eine energieeffiziente Nutzung gelegt wurde. Das Unternehmen legt Wert auf ein nachhaltiges (künstlerisches) Design und übernimmt unter anderem die Planung und Durchführung von neuen Bauvorhaben, die Sanierung von denkmalgeschützten Altbauten sowie die Entwicklung modifizierter Baumaterialien.

Ein Porträt-Foto von Helmut Wolman

Helmut Wolman

Foto: Privat

Der Bauwagen ist Gegenstand seiner Bachelorarbeit. „Für den Wohnbereich gibt es bereits zahlreiche Lösungen, wie sich eine energieeffiziente Haustechnik sinnvoll installieren lässt“, erklärt der 25-Jährige. Anders sieht es beim Konstrukt Bauwagen aus – das sei eine „echte Herausforderung“. Der Bauwagen soll später keine Bauarbeiter beherbergen, sondern beispielsweise für therapeutische Einrichtungen auf Bauernhöfen genutzt werden, um Patienten in angenehmer Atmosphäre zu empfangen. Angestrebt wird auch, drei der Wägen als Gemeinschaftsräume in den sonst eher tristen Camps für Flüchtlinge zu platzieren.

Fokus auf Gebäudetechnik

Der Bauwagen, den Helmut Wolman betreut.

Der Bauwagen, den Helmut Wolman betreut.

Foto: Privat

Helmut Wolman studiert im sechsten Semester Energie- und Prozesstechnik im Fachbereich Umweltschutz an der TU Berlin. „Ich wollte etwas machen, mit dem man in der Welt Sinnvolles bewegen kann“, sagt er. Das Studium selbst sei eher theoretisch ausgerichtet. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem viele Seminare, die sich mit mathematischen, naturwissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Grundlagen beschäftigen. Auch ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten werden ihm an der Hochschule vermittelt. Hinzu kommen fachspezifische Module wie Thermodynamik, Verfahrenstechnik, Sanitärtechnik und Energie-, Impuls- und Stofftransport. „Man muss sehr viel lernen und braucht Durchhaltevermögen“, findet der Student. Für ihn ist es deswegen wichtig, sich neben dem Studium zu engagieren, (Lebens-)Erfahrung zu sammeln und herauszubekommen „was die Welt gerade braucht“.

Im Verlauf des sechssemestrigen Bachelorstudiums rückte der Teilbereich Gebäudetechnik und die Frage nach energieeffizienten Systemlösungen in seinen Fokus, den Ausschlag gab ein Pflichtpraktikum, das er bei der Energieagentur Regio Freiburg absolvierte. „Zusammen mit dem Bereich Mobilität lässt sich im Gebäudesektor am meisten einsparen“, ist er überzeugt. „Ich finde, es ist wichtiger, weniger Energie zu verbrauchen, als immer mehr erneuerbare Energiequellen anzuzapfen.“

Andere motivieren

Helmut Wolmans Ziel ist es nicht vorrangig, die Welt um jeden Preis besser zu machen, sondern die schönen Seiten zu erhalten: „Wenn man nichts tut, wird es schlechter. Wenn aber jeder ein bisschen anpackt, erhält man das Gute“, meint er. Die Energiefrage sei dabei die größte Zukunftsfrage, sagt er, und verweist auf all die Kriege, die auf Energiekonflikte zurückzuführen sind.

Nicht nur in seinem späteren Berufsleben will er deshalb im Energiesektor Fuß fassen. Helmut Wolman, der sich nach dem Abi im Rahmen eines Freiwilligendienstes ein Jahr lang in Slums in Brasilien engagierte, hat die „Ideenwerkstatt Bildungsagenten“ mitgegründet, ein „Netzwerk und Aktionsteam von jungen Menschen mit Ideen und Erfahrungen aus sogenannten Entwicklungsländern“. Deutschlandweit bietet die Initiative Workshops für Schüler an. „In diesen Zukunftswerkstätten geht es etwa um Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit“, erklärt er. Dabei sollen die Jugendlichen sich selbst fragen, was sie in ihrem Leben erreichen wollen – für sich und andere. „Der erste Schritt ist es, darüber nachzudenken. Dazu will ich motivieren.“ So definiert er für sich auch den Heldenbegriff: „Ein Held ist jemand, der andere motiviert, selbst ein Held zu sein.“

abi>> 02.05.2016