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Möglichkeiten für Ingenieure

Roboterarm
Welche Voraussetzungen sollten Interessierte für ein ingenieurwissenschaftliches Studium mitbringen?
Foto: Alex Becker

Ingenieurwesen studieren: Eignung und Arbeitsmarktchancen

Möglichkeiten für Ingenieure

Wer Ingenieur werden will, muss zwei Dinge mitbringen: technisch-naturwissenschaftliches Verständnis und gute Grundlagen in Mathematik und Physik. Für Interessierte gibt es viele Möglichkeiten zu testen, ob ihnen dieses Studium liegt.

Abiturienten, die noch nicht sicher sind, ob ein ingenieurwissenschaftliches Studium das Richtige für sie ist, können ein Studienorientierungsverfahren absolvieren – etwa den Selbsttest zur Studienorientierung der baden-württembergischen Hochschulen was-studiere-ich.de, bei dem ein Katalog mit möglichen Fächern auf Basis der Interessen des Teilnehmenden erstellt wird. „Außerdem bieten zahlreiche Hochschulen studienbezogene Self-Assessments an. Diese Tests sind eine gute Möglichkeit zu überprüfen, ob persönliche Fachinteressen und tatsächliche Anforderungen im Studium zusammenpassen“, erläutert Martina Ibold, Beraterin für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Duisburg.

Persönliche Beratung können Schulabgänger bei den örtlichen Agenturen für Arbeit einholen. Diese bieten nach vorheriger Anmeldung den kostenlosen Studienfeldbezogenen Beratungstest in Ingenieurwissenschaften an. „In einem Gespräch mit einem Psychologen beziehungsweise einer Psychologin vom Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit kann man die Ergebnisse besprechen“, erläutert Martina Ibold.

Wie das Studium tatsächlich „schmeckt“, kann man zum Beispiel bei Tagen der offenen Tür oder einem Schnupperstudium an der Hochschule erkunden. Echte Eindrücke vom Berufsleben und den Arbeitsfeldern von Ingenieuren vermitteln betriebliche Praktika.

Das eigene Interesse und die Eignung für ein ingenieurwissenschaftliches Studium im Vorfeld abzuklären, ist besonders wichtig, um Enttäuschungen vorzubeugen. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zeigt, dass die Studienabbruchquoten in ingenieurwissenschaftlichen Bachelorstudiengängen besonders hoch sind. Zuletzt lagen sie bei 36 Prozent.

Frauen und Technik

Ein besonderes Anliegen der Hochschulen ist es, junge Frauen für die Ingenieurwissenschaften zu gewinnen. Diese sind in vielen technischen Studiengängen noch immer in der Minderzahl. Im Wintersemester 2014/15 waren rund 121.600 Frauen in einem ingenieurwissenschaftlichen Studiengang eingeschrieben – das entspricht einem Anteil von 22,3 Prozent. Viele Hochschulen locken den weiblichen Nachwuchs mit Schnupperwochen, darüber hinaus begleiten Tutorinnen und Coaches die jungen Frauen durchs Studium. In einigen Städten – beispielsweise in Stralsund und Wilhelmshaven – gibt es sogar spezielle Technikstudiengänge nur für Frauen.

Wissen in Vorkursen auffrischen

Wer sich für ein Studium entschieden hat und sich als Erstsemester an der Hochschule zurechtfinden will, darf auf Unterstützung bauen. „Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beispielsweise bietet die Fachschaft eine Orientierungsphase für Erstsemester inklusive Campustour und Kneipenrallye an“, erklärt Studienberaterin Karin Schmurr. Zur Vorbereitung auf die Vorlesungen bietet das MINT-Kolleg – wie an vielen Hochschulen üblich – angehenden Ingenieuren die Möglichkeit, in Vorkursen ihr Wissen in den wichtigsten Fächern – also Mathematik, Physik, Informatik und Chemie – auf Stand zu bringen und Wissenslücken zu schließen. MINT steht übrigens für Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. „Man muss nicht überall eine Eins haben, aber man muss in Mathematik und Physik gut sein“, ergänzt Karin Schmurr.

Darüber hinaus sind Englischkenntnisse wichtig, da die meisten ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge international ausgerichtet sind und man auch später im Berufsleben nicht selten mit Kollegen oder Kunden weltweit zusammenarbeitet.

Auf der ganzen Welt zu Hause

Wer den Abschluss geschafft hat, dem steht – buchstäblich – die Welt offen. Ingenieure koordinieren die Arbeiten auf Baustellen, planen und steuern die Produktion in Fabriken im In- und Ausland, konstruieren Produkte am Computer oder tüfteln in Labors. Darüber hinaus können sie im technischen Vertrieb tätig werden, als Unternehmensberater arbeiten, als Wissenschaftler Karriere machen oder es in einem Konzern bis ins Management schaffen. Sie berechnen und planen, steuern Prozesse und führen Mitarbeiter – oft zumindest ein kleines Team.

Gute Aussichten für Ingenieure

Die erste Stelle finden Absolventen der Ingenieurwissenschaften meist ohne größere Probleme. Vor allem wer einen Masterabschluss vorweisen kann, hat gute Chancen. „Die Zahl der Arbeitslosen, die eine Tätigkeit als Ingenieur anstreben, hat im Kontext wachsender Absolventenzahlen zugenommen. Nach wie vor fällt sie aber so gering aus wie in kaum einer anderen Berufsgruppe“, heißt es in der jüngsten Publikation der Bundesagentur für Arbeit über den Arbeitsmarkt für Ingenieure. In einigen Fachrichtungen – etwa Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Mechatronik und Automatisierungstechnik oder Elektrotechnik – werden verstärkt hochqualifizierte Fachkräfte mit einer mindestens vierjährigen Hochschulausbildung gesucht. In Deutschland gibt es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 1,02 Millionen Erwerbstätige mit Ingenieurstudium, rund 750.000 arbeiten in den großen Tätigkeitsfeldern Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Energie und Elektrotechnik sowie in Forschung, Entwicklung, Konstruktion und in der Produktion.

Wer sein Fachwissen vertiefen und seine Karrierechancen verbessern möchte, sollte einen Masterabschluss machen. In einem Großteil der Unternehmen ist eine Promotion für Ingenieure keine Voraussetzung für den beruflichen Aufstieg. Im Hochschulbereich hingegen ist der Doktortitel meist eine notwendige Bedingung; das Gleiche gilt für viele wissens- und forschungsnahe Dienstleister sowie für die forschungsnahen Abteilungen von Unternehmen. Welche Beschäftigungsmöglichkeiten sich für Absolventen ingenieurwissenschaftlicher Fächer ergeben, zeigen Personalverantwortliche auf.

abi>> 20.06.2016