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Erfinden, konstruieren, verbessern

Gelber Roboterarm
Alle ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge haben naturwissenschaftliche und technische Inhalte als Grundlage.
Foto: Martin Rehm

Ingenieurwesen studieren

Erfinden, konstruieren, verbessern

Ohne sie gäbe es keine Wolkenkratzer, keine Elektroautos, keine Toaster – und, wenn wir schon dabei sind, auch keine Raketen, keine Smartphones und die Butter wäre ohne Verpackung. Wer die Wundermenschen sind, die all das und noch mehr entwickeln? Ingenieure. Welche Studienmöglichkeiten es in diesem Bereich gibt, erfährst du im Folgenden.

In Dubai ragt seit 2010 der Burj Kalifa über 800 Meter in die Höhe – das höchste Gebäude, das bislang von Architekten und Bauingenieuren erdacht und errichtet wurde. Elektroingenieuren und Ingenieuren der Fahrzeugtechnik haben wir es zu verdanken, dass wir aufgrund schwindender Ölressourcen nicht bald aufs Autofahren verzichten müssen, sondern auf alternative Antriebe etwa in Form von Elektromotoren zurückgreifen können, die darüber hinaus das Klima schonen. Maschinenbauingenieure kommen unter anderem zum Zug, wenn es um das Thema Industrie 4.0  geht – die Maschine-Maschine-Kommunikation, die helfen soll, Produktionsprozesse künftig effektiver zu gestalten.

Juliana Maier wird auch bald zu den Ingenieuren gehören. Die 22-Jährige studiert an der Universität Bayreuth Materialwissenschaft und Werkstofftechnik im achten Semester und arbeitet an ihrer Bachelorarbeit. Dabei geht es um Zink-Luft-Batterien, die beispielsweise in Hörgeräten zum Einsatz kommen, und die Frage, wie ein bestimmter Katalysator bei der Aufladung wirkt. „Ich habe ein spezielles Material im Blick: Alpha-Mangandioxid“, erzählt Juliana Maier.

Mathematik und Technische Mechanik

Das klingt erfahren und gänzlich unaufgeregt. Doch so leicht ist es ihr nicht immer gefallen – und das, obwohl sie schon zu Schulzeiten wusste, dass sie ein naturwissenschaftlich-technisches Studium machen will. Bereits in den ersten Semestern gab es viel Lernstoff. Mathematik, Technische Mechanik und Konstruktionslehre gehören zu den Grundlagenfächern, dazu Vorlesungen über Metalle, Keramik und Kunststoffe. „Ich habe mich durchgebissen“, erinnert sich Juliana Maier. Sie lernte meist nach eigenem Rhythmus und setzte sich kurz vor einer Klausur mit Freunden zusammen, um das Gelernte zu besprechen. Ab dem dritten Semester fiel ihr das Studium leichter. Aber die Arbeitsbelastung blieb hoch: In jedem Semester hatte sie fünf bis acht Prüfungen.

Im vergangenen Herbst verbrachte sie 13 Wochen in Brasilien und arbeitete in einem Labor für Werkstoffprüfung in der Nähe von São Paulo. Für die Zukunft kann sie sich vorstellen, den Master in Materialwissenschaft und Werkstofftechnik zu machen und in einem Forschungsinstitut zu arbeiten. Sie hat bereits recherchiert: In Erlangen könnte sie zwischen verschiedenen Schwerpunkten wählen, zum Beispiel Solarzellen, Biomaterialien oder Metallbearbeitung.

Mit Master in die Forschung

Mit ihrem Bildungswunsch liegt Juliana Maier richtig. „Streben Ingenieure eine Tätigkeit im Bereich Forschung und Entwicklung oder eine anspruchsvolle Führungsaufgabe an, möglicherweise in einem Großunternehmen, ist ein Master sinnvoll – unter Umständen sogar die Promotion“, sagt Martina Ibold, Beraterin für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Duisburg. Für den Berufseinstieg qualifiziert jedoch bereits der Bachelorabschluss, wie sie betont. In welchen Feldern Bachelorabsolventen tätig werden können, zeigen Personalverantwortliche auf. „Falls keine genauen beruflichen Vorstellungen vorliegen, ist ein breit angelegter, noch nicht so spezialisierter Bachelorstudiengang zu empfehlen.“

Spezialisierung im Studium

Aber wie findet man den passenden Studiengang? Die Datenbank von Hochschulkompass listet 1.887 grundständige sowie 1.547 weiterführende ingenieurwissenschaftliche Studiengänge an Universitäten und Fachhochschulen auf. Insgesamt waren im Wintersemester 2014/15 rund 545.000 Studierende in einem ingenieurwissenschaftlichen Fach eingeschrieben. Die Klassiker sind Maschinenbau und Elektrotechnik. Aber auch Bauingenieurwesen, Verfahrenstechnik und Ingenieurinformatik zählen zu den beliebten Fachrichtungen. Gefragt ist aktuell darüber hinaus Wirtschaftsingenieurwesen, das technisches Verständnis und betriebswirtschaftliche Kenntnisse zusammenführt.

Daneben gibt es einen ganzen Strauß spezialisierter grundständiger Studiengänge, beispielsweise Patentingenieurwesen, Bioingenieurwesen, Medientechnik oder Forstingenieurwesen. In der Regel aber fordern erst die Masterstudiengänge die Entscheidung für eine bestimmte Richtung. Hoch spezialisiert sind etwa die englischsprachigen Angebote Paper Technology, Mining Engineering oder Groundwater Management. Einen Überblick über die ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge bekommst du auf studienwahl.de.

Studienangebote vergleichen

Allen Studiengängen gemeinsam sind die naturwissenschaftlichen und technischen Inhalte und die Mathematik als Grundlagenfach. „In den Ausprägungen aber unterscheiden sich die einzelnen Fächer je nach Themenstellung, Produkt und technischen Verfahren“, sagt Berufsberaterin Martina Ibold.

Sie empfiehlt, die Angebote der Hochschulen sorgfältig zu vergleichen: „Bei den einzelnen Hochschulen lassen sich auch unter gleich klingenden Studiengangs-Bezeichnungen unterschiedliche Inhalte und Schwerpunkte finden.“ Wer das tut, entdeckt wahrscheinlich auch, dass es zum Beispiel in Sachsen ingenieurwissenschaftliche Studiengänge gibt, die bereits modularisiert wurden und den Bologna-Vorgaben entsprechen, doch auch weiterhin mit dem Diplom abschließen. Die Mehrheit aller Angebote aber ist auf Bachelor und Master umgestellt.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort z.B.: Ingenieur/in)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen und nach deinen Wünschen filtern.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studien- und Promotionsmöglichkeiten sowie internationale Kooperationen
www.hochschulkompass.de

Verein Deutscher Ingenieure (VDI)

www.vdi.de

Ingenieur.de

Newsportal des VDI mit aktuellen Themen aus der Branche

www.ingenieur.de

Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen

www.komm-mach-mint.de

abi>> 20.06.2016