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Spezialist für Kunststoffe

Abfallprodukte einer Spritzgießmaschine
Die Maschine zum Denken anregen: Das selbstregelnde Arbeiten von Maschinen ist ein wichtiger Teil im Bereich der Kunststofftechnik.
Foto: Alex Becker

Kunststofftechnik

Spezialist für Kunststoffe

Nach sieben Semestern steht Tobias Krämer (35) kurz vor seinem Bachelorabschluss an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden. Bald darf er sich Ingenieur für Kunststofftechnik nennen.

Zurzeit steckt Tobias Krämer mitten in seiner Bachelorarbeit, in der er sich mit Spritzgießmaschinen beschäftigt, die in der Kunststoffverarbeitung häufig zum Einsatz kommen. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit untersucht er sogenannte selbstregelnde Einspritzsteuerungen und wie sie in der Medizintechnik genutzt werden können. Selbstregelnd bedeutet, dass die Anlage sozusagen das Denken übernimmt und den Vorgang selbst steuert. „Damit das funktioniert, ist es wichtig, dass die Daten aller Maschinen, die an dem Prozess beteiligt sind, miteinander vernetzt werden“, erklärt Tobias Krämer, der sich für ein duales Studium entschieden hat. Das bedeutet: Wenn er nicht im Hörsaal sitzt, arbeitet er bei dem Kunststoffverarbeiter Gerresheimer Regensburg GmbH und absolviert dort parallel eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik. Aber auch im Studium steht nicht nur trockene Theorie auf dem Stundenplan. „Zusätzlich zu allen theoretischen Inhalten im Studium wird immer der Praxisbezug durch Praktika und Projektarbeiten gefördert. Hier werden Softskills wie Kommunikation, Teamfähigkeit, analytische Kompetenz und Eigenverantwortlichkeit geschult.“

Lernen in kleinen Gruppen

Ein Porträt-Foto von Tobias Krämer

Tobias Krämer

Foto: Susanne Workman

Mit 35 Jahren ist Tobias Krämer nicht der typische Bachelorstudent. Das ist der Tatsache geschuldet, dass er nach seinem Abitur zwölf Jahre bei der Bundeswehr als Zeitsoldat tätig war. „Zum Thema Kunststofftechnik habe ich bei einer Jobbörse gegen Ende meiner Dienstzeit gefunden.“ Dort erhielt er den Kontakt zu seinem jetzigen Arbeitgeber. „Da ich ja längere Zeit nicht mehr die Schulbank gedrückt hatte, hatte ich schon Bedenken, ob ich das schaffe. Aber ich wurde positiv überrascht. Die Studierendenzahlen in der Kunststofftechnik sind nicht übermäßig hoch, obwohl es ein sehr spannendes Thema ist. Das hat den Vorteil, dass die Studiengruppen klein sind und Professoren oder Dozenten sehr individuell auf unsere Fragen und Belange eingehen können.“

In den ersten Semestern dreht sich alles um das Fach Maschinenbau. Der Schwerpunkt liegt auf ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen wie Mathematik, Physik, Chemie, Konstruktion und Mechanik. „Dadurch kann man selbst frühzeitig herausfinden, ob einem ein technisches Studium überhaupt liegt.“ Im zweiten Studienabschnitt werden die Maschinenbauthemen vertieft, außerdem beginnt die Spezialisierung auf die Kunststofftechnik. Schwerpunkte liegen hier vor allem auf Grundlagen der Kunststofftechnik und im Werkzeugbau.

Im Praxissemester Ideen sammeln für die Bachelorarbeit

Das Praxissemester im dritten Studienabschnitt absolvierte der 35-Jährige in seinem Unternehmen. „Dabei kann man sich erste Ideen für die Bachelorarbeit holen.“ Außerdem fiel in diese Zeit seine Abschlussprüfung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik.

Die letzten beiden Semester sind geprägt von Themen wie Mechanik der Kunststoffe, Faserverbundtechnologie sowie Kunststoffverarbeitung und -recycling. Mit der Zeit hat der Student herausgefunden, welche Bereiche ihn besonders interessieren. „Da ich eher praktisch veranlagt bin, fühle ich mich in der Prozesstechnik am wohlsten. Hierfür waren insbesondere die Fächer Kunststofftechnik, Kunststoffverarbeitung und die Faserverbundtechnik wichtig.“ Nach dem Studium möchte er gerne im Unternehmen weiter beruflich Fuß fassen. „Besonders die Abteilung für Prozessentwicklung und -optimierung finde ich sehr interessant. Ich sehe mich aber auch in der Forschung und Entwicklung sehr gut aufgehoben. Grundsätzlich bin ich für alle Richtungen offen.“

abi>> 16.01.2017