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Viel mehr als Mathe und Physik

Studentin am Regal der Bibliothek
Im Studienfach Maschinenbau erwerben die Studierenden neben mathematisch-naturwissenschaftlichen auch betriebswirtschaftliche Grundlagen.
Foto: Ria Kipfmüller

Maschinenbau

Viel mehr als Mathe und Physik

Wer sich für ein Maschinenbaustudium entscheidet, muss Technik verstehen – und sich in den ersten Semestern mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen befassen. Iljana Westfal (22) studiert das Fach an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und hat bereits einen Schwerpunkt gewählt.

„Technische Zusammenhänge interessieren mich einfach“, sagt Iljana Westfal. Die 22-Jährige studiert mittlerweile im siebten Semester – und hat die 22 Pflichtmodule fast hinter sich, aus denen sich der Studiengang zusammensetzt. Viele davon vermitteln ingenieurwissenschaftliche und mathematisch-naturwissenschaftliche Basiskenntnisse. Bereits in den ersten Semestern standen Mechanik, Maschinengestaltung, Elektrotechnik, Informatik, Werkstoffkunde und Thermodynamik auf ihrem Studienplan. „Viele Studieninhalte basieren auf Physik“, weiß sie.

Vorpraktikum und Self-Assessment

Ein Porträt-Foto von Iljana Westfal

Iljana Westfal

Foto: Privat

Bevor sie ihr Studium aufnehmen konnte, musste Iljana Westfal ein sechswöchiges Vorpraktikum machen – das ist eine der Einschreibungsvoraussetzungen an der RWTH Aachen. Absolviert hat sie es in der Ausbildungswerkstatt des Energieversorgers RWE. Dort hat sie klassische Metallarbeiten kennengelernt – zum Beispiel Drehen, Feilen, Biegen – und das Modell eines Lkw hergestellt. „Es war ungewohnt, an den Maschinen zu stehen, aber es hat mir sehr viel gebracht“, erzählt sie.

Zusätzlich musste sie vor Studienbeginn ein studienfeldspezifisches Self-Assessment absolvieren, das die RWTH Aachen anbietet und mit dem sie ihre Eignung für Maschinenbau prüfen konnte. Für den Onlinetest brauchte sie ungefähr zwei Stunden. „Die Fragen waren für mich nicht allzu schwer“, erinnert sie sich. „Das Ergebnis hat mich in meiner Entscheidung bestärkt, Maschinenbau zu studieren.“ Auf die Studienplatzvergabe hat das Ergebnis allerdings keine Auswirkungen.

Betriebswirtschaft für Maschinenbauer

Von Freunden und Bekannten, die sich ebenfalls für diesen Studiengang interessieren, hört sie eine Frage immer wieder: Muss man dafür sehr gut in Mathe sein? „Meiner Erfahrung nach schafft man das auch, wenn man in der Oberstufe in Mathematik nicht unbedingt sehr gute Leistungen hatte“, antwortet sie dann. Wichtig ist es, im Studium am Ball zu bleiben.

Aber nicht nur Mathe und Naturwissenschaften prägen das Studium: Iljana Westfal hat auch betriebswirtschaftliche Grundlagen erworben und gelernt, wie Qualitäts- und Projektmanagement funktionieren. Im sechsten Semester Regelstudienzeit steht eine Projektarbeit auf dem Studienplan und im siebten haben die Studierenden besonders viel zu tun: einerseits müssen sie ihre Bachelorarbeit schreiben und andererseits ein Praktikum in einem Industrieunternehmen absolvieren. Die 22-Jährige wird demnächst ihre Projektarbeit in Angriff nehmen.

Schwerpunkt Kunststoff- und Textiltechnik

In den höheren Studiensemestern können sich die angehenden Maschinenbauingenieure an der RWTH Aachen auf eines von fünf Berufsfeldern spezialisieren, zum Beispiel Verkehrstechnik, Produktionstechnik, Energie- und Verfahrenstechnik oder Konstruktionstechnik. Iljana Westfal hat sich für Kunststoff- und Textiltechnik entschieden. „Meine berufliche Zukunft sehe ich in der Verbesserung von Produktionsverfahren für Kunststoffe. Die werden schließlich fast überall eingesetzt, unter anderem in der Autoindustrie“, erläutert sie. „Die Ansprüche an Kunststoffe wachsen. Sie sollen zum Beispiel immer stabiler und leichter werden.“ Bevor sie aber voll ins Berufsleben einsteigt, möchte sie nach dem Bachelor erst noch ihren Master im Bereich Maschinenbau machen.

abi>> 28.10.2015