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Auf dem richtigen Gleis

Ein Mann arbeitet an einem Presswerk für Karrosserieteile.
Durch die Kombination aus Maschinenbau, Elektronik und Informatik sind Absolventen der Mechatronik flexibel einsetzbar.
Foto: Tilman Weishart

Mechatronik

Auf dem richtigen Gleis

Felix Liebisch studiert Mechatronik an der Hochschule Merseburg. Der 25-Jährige schätzt an dem siebensemestrigen Bachelorstudiengang, dass er Elemente aus Maschinenbau, Elektronik und Informatik praxisorientiert kombiniert.

Mehr als zehn Straßenbahnlinien verkehren in Leipzig Tag und Nacht – und das auf einer Strecke von mehreren hundert Kilometern Länge. Die Bahnen und Gleise müssen regelmäßig gewartet, das Schienenverkehrssystem instand gehalten werden. Darum kümmert sich die IFTEC (Instandhaltung von Schienenfahrzeugen und Fahrwegen), ein Gemeinschaftsunternehmen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) und der Siemens AG. Dort absolviert Felix Liebisch gerade sein Praxissemester. „Als Praktikant sehe ich mir die Abläufe jedoch nicht nur von außen an, sondern arbeite mit und bringe ein, was ich im Studium gelernt habe“, erzählt er. Der 25-jährige Hallenser unterstützt die Mitarbeiter der IFTEC dabei, die Leipziger Straßenbahnen zu reparieren oder Steuerungen zu programmieren.

Der hohe Praxisbezug war für Felix Liebisch ein wichtiger Grund, sich für den Bachelorstudiengang Maschinenbau/Mechatronik/Physiktechnik an der Hochschule Merseburg einzuschreiben. Mittlerweile ist er im sechsten Semester.

Was man als Ingenieur braucht

Ein Porträt-Foto von Felix Liebisch

Felix Liebisch

Foto: Privat

„Zunächst habe ich Physik in Halle studiert“, schildert Felix Liebisch. „Das war mir jedoch zu theoretisch.“ In Merseburg hat er nun das gefunden, was er sich vorgestellt hat: Er und seine Kommilitonen lernen, welche Hard- und Software gebraucht wird, um mechatronische Systeme zu entwickeln, wie man technische Systeme in Simulationsmodellen testet, wie Sensoren funktionieren und man Roboter programmiert.

„In den ersten beiden Semestern bekamen wir alle das Basiswissen vermittelt, das man als Ingenieur braucht: Mathematik, Physik, Informatik, Technische Mechanik, Elektrotechnik, Maschinenelemente, Englisch, BWL-Grundlagen“, zählt er auf. Nach dem zweiten Semester entscheiden sich die Studierenden, ob sie sich auf Maschinenbau, Mechatronik oder Physiktechnik spezialisieren wollen. „Bei mir war es die Mechatronik“, sagt der 25-Jährige. Ihn überzeugte die Mischung aus Maschinenbau, Elektronik und Informatik, mit der man später vielseitig eingesetzt werden kann, beispielsweise als Softwareentwickler für komplexe technische Systeme, als Messtechnik-Spezialist oder Ingenieur im Vertrieb.

Professoren aus der Berufspraxis

Im Zuge der Spezialisierung besuchte Felix Liebisch etwa Lehrveranstaltungen zu Thermodynamik, Strömungslehre, Steuerungs- und Fertigungstechnik, mechatronischen Systemen, Aktorik – was ein Teilgebiet der Antriebstechnik ist – und CAD, also computergestützter Gestaltung. Darüber hinaus belegte er Wahlpflichtfächer wie Prozessleittechnik, Robotik, Arbeitsvorbereitung und Projektmanagement. „An unserer Hochschule lehren viele Professoren, die aus der Wirtschaft kommen oder an großen Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer-Institut tätig sind. Sie geben ihre Praxiskenntnisse an uns Studierende weiter“, berichtet Felix Liebisch.

Die Hochschule Merseburg kooperiert auch mit unterschiedlichen Unternehmen, woraus sich immer wieder Aktionen ergeben, beispielsweise eine Vorlesungsreihe zu aktuellen Trends im Automobilbau. So erhalten die Studierenden schon während des Studiums Einblicke in mögliche Tätigkeitsfelder. Felix Liebisch möchte mit dem Berufseinstieg allerdings noch warten: „Ich habe durch das Praxissemester gemerkt, dass ich mich weiter spezialisieren möchte. So werde ich zuerst meinen Master in Mechatronik machen, auch in Merseburg.“ Die Praxis kommt währenddessen aber nicht zu kurz: Im Rahmen eines ehrenamtlichen Hochschulprojekts rekonstruiert Felix Liebisch gemeinsam mit Kommilitonen einen alten Naumburger Straßenbahntriebwagen.

abi>> 03.07.2015