Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„Damit kann man alles machen“

Ein Student prüft ein Gerät.
Im Mechatronikstudium stehen neben der Theorie - etwa in Mathematik, Materialkunde oder Elektrotechnik - viele praktischen Projekte an.
Foto: Socher

Mechatronik

„Damit kann man alles machen“

Daniela Fidele Hell (25) ist fasziniert von Robotern und möchte sie später selbst konzipieren, programmieren und bauen. Diesem Wunsch kommt sie derzeit mit ihrem Bachelorstudium Mechatronik an der Hochschule Kaiserslautern näher.

Die Anwendung der Lehrinhalte ist ein wichtiger Bestandteil in Daniela Fidele Hells Studium der Mechatronik: „Wir rechnen nicht nur, sondern setzen unser Wissen in die Praxis um und sehen die Ergebnisse", erklärt sie und ergänzt: „Es gibt für jedes Fach ein Labor. Wer in der Theorie nicht gleich alles versteht, kann die Inhalte in praktischen Versuchen besser nachvollziehen.“ Ihr bisheriges Lieblingsthema ist die Robotik: „Das ist für mich das perfekte Fach. Es ist wunderbar, etwas zu programmieren und zu bauen, das sich bewegen und sich mit Menschen unterhalten kann.“

Ein Bild von Daniela Fidele Hell im Gespräch mit einer Studentin

Daniela Fidele Hell (rechts)

Foto: Hochschule Kaiserslautern

Ursprünglich stammt die 25-Jährige aus Kamerun. Dort hatte sie bereits zwei Jahre lang Physik studiert, doch die Eindimensionalität des Studiums genügte ihr nicht – sie wünschte sich eine umfassende, fächerübergreifende technische Ausbildung. Nach intensiver Recherche war sie sich sicher, dass sie Mechatronik in Deutschland studieren wollte. Hierfür musste sie zunächst einen Deutschkurs absolvieren, der ein halbes Jahr in ihrer Heimat und eines in Deutschland stattfand. So kam sie nach Kaiserslautern und im Anschluss daran an die dortige Hochschule. Mittlerweile studiert sie im fünften Semester.

Grundlagen verknüpfen

Zu Beginn des Mechatronikstudiums wurden Mathematik und Elektrotechnik gelehrt, außerdem Materialkunde und Kinematik. „Wir lernten, wie ein Transistor – ein Bestandteil von Schaltungen – funktioniert, und wir übten die Programmierung von Mikrocontrollern“, erklärt Daniela Fidele Hell. Auch wurden die Studierenden in den ersten anderthalb Jahren in Übungen von Tutoren begleitet.

Bereits im zweiten Semester hat Daniela Fidele Hell in einer praktischen Arbeit einen Mikrocontroller programmiert. Solche Ein-Chip-Computersysteme sind in fast allen technischen Geräten des täglichen Gebrauchs zu finden, etwa in Chipkarten, Waschmaschinen und in Mobiltelefonen. „Außerdem haben wir im zweiten Semester mithilfe einer 3-D-Konstruktionssoftware einen Antrieb entworfen und im fünften Semester gelernt, wie wir dessen Funktion am Bildschirm simulieren.“

Im vierten und fünften Semester lernten die Studierenden die Funktionen von Robotik kennen und beschäftigten sich mit der Frage, wie man mechanische Systeme regeln und steuern kann. Im sechsten Semester wird Daniela Fidele Hell ein mechatronisches Projekt umsetzen: „Das kann das Programmieren eines Roboters sein oder die Automatisierung eines Systems.“ Das siebte und auch letzte Semester besteht aus zwei gleichen Teilen: Drei Monate wird sie ihrer Bachelorarbeit widmen, drei Monate lang wird sie ein Praktikum absolvieren. Theoretisch könnte die Studentin während ihres Bachelorstudiums ins Ausland gehen, denn ihre Universität bietet hierfür ein Stipendienprogramm. Doch da sie selbst erst recht kurze Zeit in Deutschland lebt, kommt diese Möglichkeit für sie derzeit nicht infrage.

Tun, was man liebt

Bei aller Begeisterung räumt Daniela Fidele Hell ein, dass das Mechatronikstudium harte Arbeit ist: „Ich bin manchmal von 7 bis 19 Uhr an der Uni. Erst habe ich Vorlesung, dann betreue ich als Mathetutorin eine Übung, lerne am Nachmittag und gehe anschließend noch einmal ins Labor. Aber wenn man tut, was man liebt, dann ist das auch einfach.“

Für die Zeit nach ihrem Bachelorabschluss hat sie bereits Pläne: „Ich möchte meinen Master in Robotik machen und anschließend in Deutschland arbeiten. Und irgendwann will ich vielleicht zurück nach Kamerun, um das, was ich hier gelernt habe, umzusetzen. Ich kann mir sogar vorstellen, dort einen Lehrstuhl für Mechatronik aufzubauen“, erzählt sie.

abi>> 23.08.2017