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Programmieren und gestalten aus einer Hand

Eine junge Frau baut eine Kamera auf
Praktische Arbeit spielt im Studiengang Medieninformatik der Hochschule Harz eine wichtige Rolle.
Foto: Christof Stache

Medieninformatik

Programmieren und gestalten aus einer Hand

Ursprünglich wollte Fenya Troch Informatik oder Mediendesign studieren – bis sie den Bachelorstudiengang Medieninformatik für sich entdeckte. Heute ist die 21-Jährige nicht nur fit im Programmieren, sondern lebt auch ihre Kreativität aus.

Schon in der Schule hat sich Fenya Troch für Informatik begeistert, genauso aber auch für Gestaltung und Fotografie. „Im Studium wollte ich meinem technischen Interesse nachgehen und gleichzeitig kreativ mit digitalen Medien arbeiten“, sagt die 21-Jährige, für die das fünfte Semester an der Hochschule Harz in Wernigerode begonnen hat. Hier lernt sie neben Informatik, Multimedia- und Datenbankenprogrammierung auch Grundlagen der Grafik und Fotografie, ebenso wie Techniken in den Bereichen Audio, Video, Animation und Interaktion.

Schon im ersten Semester geht es praktisch zur Sache: „In einem Seminar haben wir uns zum Beispiel damit beschäftigt, wie eine Fotokamera aufgebaut ist und wie sie funktioniert. Das neu erworbene Wissen konnten wir gleich bei einem selbstgewählten Thema anwenden“, sagt die Studentin. Sie hat daraufhin ihre Beobachtungen zur Handysucht fotografisch umgesetzt. Buchstäblich Bewegung kommt dann ins zweite Semester, etwa wenn die Studierenden einen eigenen Kurzfilm drehen sollen. „Wir arbeiten oft in Gruppen zusammen, auch wenn zum Beispiel jeder seinen eigenen Film machen soll. Das heißt, jeder ist mal dran, sich ein Drehbuch zu überlegen, Regie zu führen, mit der Kamera umzugehen und später das Material zuschneiden“, beschreibt sie.

„Irgendwann hat es Klick gemacht“

Ein Porträt-Foto von Fenya Troch

Fenya Troch

Foto: privat

Fenya Troch gehört zu den etwa 30 Prozent Frauen, die in Wernigerode Medieninformatik studieren. „Ich denke, viele Frauen schreckt Informatik immer noch ab. Wer Vorwissen mitbringt, hat es sicherlich leichter, aber viele meiner Kommilitonen haben im Studium bei null angefangen“, sagt sie. Man müsse sich eben manchmal durchbeißen, gerade in den ersten drei Semestern, in denen grundlegende Informatik- und Programmierkenntnisse vermittelt werden. „Was passiert, wenn man einen bestimmten Quellcode eingibt, wusste ich anfangs nur durch Auswendiglernen. Dann hat es irgendwann Klick gemacht und ich brauchte das nicht mehr“, erinnert sie sich.

Nach dem dritten Semester können sich die Studierenden an der Hochschule Harz für einen der beiden Schwerpunkte „Medienproduktion“ oder „Future Internet“ entscheiden und entsprechend mehr gestalterisch oder technisch orientierte Lehrveranstaltungen besuchen. Fenya Troch wählte den Schwerpunkt „Medienproduktion“, der sich im Wesentlichen mit Computeranimationen zum Beispiel für 3-D-Filme befasst. Größere Praxisprojekte von realen Auftraggebern aus der regionalen und überregionalen Wirtschaft bearbeiten die Studierenden insbesondere im fünften und sechsten Semester.

Die Brückenbauerin

Die angehende Medieninformatikerin schätzt die Vielseitigkeit des Studiengangs: „Von der App-Programmierung bis zur 3-D-Animation ist eigentlich alles dabei.“ Bis zum siebten Semester, in dem die Studierenden ein Praktikum absolvieren und ihre Bachelorarbeit schreiben, ist es zwar noch eine Weile hin, doch Fenya Troch hat trotzdem schon klare Vorstellungen: erst einmal Berufserfahrung sammeln und vielleicht später noch einen Masterstudiengang aufnehmen.

Nach dem Berufseinstieg würde sie gerne Projekte begleiten, bei denen es auf das besondere Know-how von Medieninformatikern ankommt. „Ich weiß, wie Programmierer ticken, aber auch welche Bedürfnisse beispielsweise ein Grafiker oder ein Corporate Designer haben. Zwischen diesen beiden Welten zu übersetzen, reizt mich besonders“, sagt sie.

abi>> 08.11.2016