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Vermeiden, verwerten, beseitigen

Müllhaufen aus Plastikflaschen
Wer sich für ein Studium im Entsorgungsmanagement interessiert, sollte im Umgang mit Abfall und Abwasser nicht zimperlich sein.
Foto: Julia Hendrysiak

Recycling und Entsorgungsmanagement

Vermeiden, verwerten, beseitigen

Exkursionen auf die Deponie und ins Klärwerk, Experimente im Labor und ein geplantes Auslandssemester auf Kuba: Von trockener Theorie kann in Julia Marie Ziganns (21) Studium „Recycling und Entsorgungsmanagement“ an der Hochschule Magdeburg-Stendal keine Rede sein.

Abfall vermeiden, verwerten, beseitigen: Diese drei Grundsätze stehen im Zentrum von Julia Marie Ziganns Studium. Bei einem Tag der offenen Tür an der Hochschule Magdeburg-Stendal entdeckte sie den Studiengang „Recycling und Entsorgungsmanagement“. „Nach meinem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) im Nationalpark Harz stand fest, dass ich eine ökologische Studienrichtung einschlagen wollte. Ich habe nach naturwissenschaftlichen, umweltorientierten Studiengängen gesucht und war bei der Berufsberatung“, berichtet die 21-Jährige. Ihr heutiger Studiengang hat sie sofort begeistert.

Nichts für empfindliche Nasen

Ein Porträt-Foto von Julia Marie Zigann

Julia Marie Zigann

Foto: Privat

Wer sich für das Studium interessiert, sollte laut Julia Marie Zigann Interesse an der Umwelt mitbringen und nicht zimperlich sein, wenn es um den Umgang mit Abfall und Abwasser geht, etwa bei Untersuchungen im Labor. „Auch wenn wir später vermutlich nicht direkt auf der Deponie, sondern eher am Schreibtisch arbeiten werden, verträgt sich eine Empfindlichkeit gegenüber Abfall einfach nicht mit diesem Beruf“, findet sie. Auch technisches Verständnis ist für das Ingenieurstudium wichtig.

Julia Marie Zigann ist im dritten Semester. In den ersten Studienhalbjahren lag der Schwerpunkt vor allem auf Fächern wie Mathematik, Physik und Chemie, außerdem belegen die Studierenden Einführungskurse in Recycling und Entsorgungsmanagement. „Obwohl es gerade am Anfang viel zu lernen gibt, ist es dank der Laborpraktika nicht allzu trocken.“ In diesen Praktika lernte Julia Marie Zigann zum Beispiel, den Calcium- und Nitratgehalt von Wasser zu bestimmen. Nitrate können durch Düngung ins Trinkwasser gelangen und in größeren Mengen schädlich sein. Regelmäßig nimmt die Studentin auch an Exkursionen teil. Dann geht es zum Beispiel ins Klärwerk oder auf die Deponie.

Später kommen Fächer wie Hydrobiologie, Verfahrenstechnik, CAD-Anwendungen, Abwassertechnik, Ökobilanzierung und Geoinformationssysteme dazu. „In Abfalllogistik geht es beispielsweise um das Beseitigen und Verwerten von Abfall. Das ist besonders relevant, wenn man später auf einer Deponie arbeiten will. Im Fach Fluidmechanik beschäftigen wir uns mit Flüssigkeiten und Rohrleitungen, das ist etwa im Klärwerk wichtig“, beschreibt die Studentin die Inhalte. „Mir macht besonders das Konstruieren am PC Spaß, wenn wir zum Beispiel Wasserfilter entwerfen.“

Wie gehen andere Länder mit Abfall um?

Verpflichtend ist ein sechsmonatiges Praktikum, das zum Beispiel bei einem Unternehmen, einer Forschungseinrichtung oder einer öffentlichen Institution absolviert werden kann und im siebten und letzten Bachelorsemester stattfindet. Es kann auch im Ausland absolviert werden. Zwei Semester lang belegen die Studierenden außerdem Fremdsprachenkurse. Julia Marie Zigann hat sich für Spanisch entschieden. „Ich würde gerne ein Semester an einer unserer Partnerhochschulen auf Kuba verbringen.“ Ein Auslandssemester ist nicht verpflichtend, wird aber empfohlen. „Ich fände es spannend, später auch in internationalen Projekten zu arbeiten“, sagt sie. Nicht nur die Recyclingsysteme in Deutschland werden im Studium behandelt, sondern auch der Umgang mit Abfall in anderen Ländern. „Im Vergleich haben wir hier einen recht hohen Standard“, findet sie.

Julia Marie Zigann möchte nach ihrem Bachelorabschluss gerne ein Masterstudium anschließen. Zwar gibt es an ihrer Hochschule keinen Master in „Recycling und Entsorgungsmanagement“, dafür kommen aber viele andere Studiengänge infrage wie zum Beispiel Wasserwirtschaft. „Anschließend könnte ich mir gut vorstellen, in der Forschung oder Öffentlichkeitsarbeit zu arbeiten. Während meines FÖJ habe ich viel für die Pressestelle des Nationalparks Harz gearbeitet und Kindern Umweltwissen vermittelt – das wäre auch ein spannender Bereich.“

abi>> 18.04.2016