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Gefahren bekämpfen und verhindern

Eine Planspielplatte für Rettungsingenieure
Im Studium werden Gefahrensituationen konkret durchgespielt, etwa bei Planspielen in einer Miniaturlandschaft.
Foto: Axel Jusseit

Rettungsingenieurwesen

Gefahren bekämpfen und verhindern

Jonas Sieger (24) wollte sein Interesse an Technik und sein ehrenamtliches Engagement im Katastrophenschutz beruflich verbinden. Sein Bachelorstudium des Rettungsingenieurwesens an der Technischen Hochschule Köln stellt dafür die Weichen.

Ein technischer Beruf sollte es werden, soweit war sich Jonas Sieger nach dem Abitur sicher. Also entschied er sich für das Studienfach Maschinenbau. Doch ihm fehlte dabei etwas. „Ich bin seit 2011 ehrenamtlich bei den Maltesern aktiv und wollte den Katastrophenschutz gerne auch hauptberuflich einbinden. Doch zunächst dachte ich, es gäbe kein entsprechendes Studium.“ Dann stieß er aber auf den Studiengang Rettungsingenieurwesen an der Technischen Hochschule (TH) Köln.

Hier wird das erforderliche Fachwissen vermittelt, um effiziente Konzepte für die vorbeugende und operative Gefahrenabwehr und die Sicherheitstechnik zu entwickeln: „Das war die Möglichkeit, beide Interessen zu verbinden.“ Jonas Sieger erfüllte die Zulassungsvorrausetzung – einen Notendurchschnitt von damals mindestens 2,5 – und konnte problemlos umsatteln. Sogar einige Leistungen seines Maschinenbaustudiums konnte er sich für die ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen seiner neuen Fachrichtung anrechnen lassen.

Rettungs- oder Brandschutzingenieurwesen?

Ein Porträt-Foto von Jonas Sieger

Jonas Sieger

Foto: privat

Heute steht der Student im dritten von insgesamt sieben Semestern und ist ganz in seinem Element – im Gegensatz zu einigen seiner Kommilitonen: „Viele unterschätzen, dass es sich um einen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang handelt. So hatten wir in den ersten Semestern vor allem Grundlagenfächer wie Mathe, Chemie und Physik.“ Zunehmend stehen auch rechtliche Aspekte oder Themen wie Einsatzlehre, Großschadenslagen, menschliche und technische Gefahren auf dem Lehrplan.

Ab dem vierten Semester erfolgt eine Spezialisierung in den Studienrichtungen Rettungs- oder Brandschutzingenieurwesen. Jonas Sieger hat sich für Ersteres entschieden. In der Fachrichtung Rettungsingenieurwesen lernen die Studierenden, wie sie unterschiedliche Gefahren – etwa atomarer, biologischer, chemischer und technischer Art – einschätzen können. Darüber hinaus eignen sie sich Fachwissen zu organisatorischen Maßnahmen, um diese Gefahren zu bekämpfen, und den Einsatz technischer Werkzeuge an.

Das fünfte Semester ist ein Praxissemester. Es kann in einem Unternehmen oder dem Bereich absolviert werden, in dem man gern später arbeiten möchte, auch im Ausland. Jonas Sieger schwankt zwischen einem Praktikum bei der Feuerwehr oder in der Höhenrettung.

Arbeiten im Katastrophenschutz

Besonders gut gefallen Jonas Sieger die zahlreichen Praxisbezüge. So machen die Studierenden praktische Versuche etwa in Strömungstechnik oder Physik. Außerdem werden Gefahrensituationen konkret durchgespielt, etwa bei Planspielen in einer Miniaturlandschaft wie bei einer Modelleisenbahn. Dort wird zum Beispiel der Einsturz eines Hauses simuliert und Jonas Sieger muss die zur Verfügung stehenden Rettungsfahrzeuge und -kräfte einteilen.

Nach dem Bachelorabschluss möchte Jonas Sieger das Masterstudium Rettungsingenieurwesen anschließen, das ebenfalls an der TH Köln angeboten wird: „Entsprechend meiner Vertiefung möchte ich mich weiter spezialisieren.“

Und nach dem Studium? Rettungsingenieure werden aufgrund ihrer interdisziplinären Ausbildung häufig in koordinierender Funktion eingesetzt. Sie arbeiten etwa bei Feuerwehren und Rettungsdiensten, aber auch in der freien Wirtschaft, wo sie für die Sicherheit von Unternehmen oder kritischen Infrastrukturen sorgen und zum Beispiel sicherheitstechnische Begutachtungen von Anlagen übernehmen. „Beruflich gibt es etliche Möglichkeiten, sowohl direkt in der Gefahrenabwehr als auch zum Beispiel im planerischen Bereich, etwa beim Katastrophenschutz“, bestätigt Jonas Sieger. „Mal sehen, was mich im Laufe des weiteren Studiums am meisten begeistert.“

abi>> 20.03.2017