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Schnittstelle zwischen Mensch und Software

Ein Röntgengerät wird per Finger über einen druckempfindlichen Bildschirm bedient.
Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine verbessern – das ist das Ziel von Interfacedesignern.
Foto: Hans-Martin Issler

Interfacedesign

Schnittstelle zwischen Mensch und Software

Wenn wir digitale Geräte gerne benutzen und leicht bedienen können, haben Interfacedesigner und -designerinnen wie Ute Benz einen guten Job gemacht. In ihrem Bachelorstudium lernt die 24-Jährige nicht nur die Denkweise der Designer, sondern auch die der Programmierer kennen. Ihr Steckenpferd sind komplexe industrielle Apparate, deren Steuerung oftmals noch sehr aufwändig ist.

Für die Bewerbung um ihren Studienplatz machte sich Ute Benz Gedanken, wie Bahnfahrer am Automaten leichter den richtigen Fahrschein finden. „Viele Menschen gehen immer noch lieber an den Schalter als sich ihr Ticket am Automaten zu kaufen. Deshalb habe ich mich gefragt, wie man die Bedienoberfläche anders gestalten könnte“, erzählt sie. Ihre Vorschläge hat sie zusammen mit einer Mappe bei der Eignungsprüfung präsentiert und das mit Erfolg. Heute studiert sie im neunten Semester Interfacedesign an der Fachhochschule Potsdam.

Interface heißt im Deutschen „Schnittstelle“. Der Potsdamer Studiengang konzentriert sich auf Benutzerschnittstellen, über die Menschen mit einem Gerät oder einer Software interagieren. Das Besondere sei die Verknüpfung von Design und digitalen Technologien, sagt Ute Benz. „Es geht nicht um die Technologie an sich, sondern wie man sie für den Menschen am besten einsetzen und gestalten kann. Dabei meint Design nicht einfach nur ansprechende Oberflächen, sondern auch die Fähigkeit, Nutzerprobleme zu erkennen und zu lösen“, erklärt die Studentin.

„Nicht nur das iPhone kann leicht zu bedienen sein“

Ein Porträt-Foto von Ute Benz

Ute Benz

Foto: Privat

Neben ihrem Studium hat Ute Benz viel gearbeitet und auch Jobs mit Fachbezug gemacht. Etwa bei einem Unternehmen für Medizintechnik, das Geräte mit Touch-Interfaces für minimalinvasive Chirurgie, also mit möglichst kleinen Schnitten, herstellt. „Wir sind zusammen mit dem Ärzteteam in den OP gegangen und haben uns angeschaut, wie die Geräte benutzt werden und was es für Schwierigkeiten gibt. So konnten wir die Interfaces später entsprechend verbessern“, erzählt sie. Die Branche habe sehr früh erkannt, dass medizinische Geräte nicht erst nach aufwändigen Schulungen, sondern einfach, sicher und zeitsparend zu bedienen sein sollten.

Im Studium hat Ute Benz zum Beispiel auch gelernt, wie man digitale Daten visualisiert und für andere zugänglich macht. So entwarf sie eine Karte, auf der sich die Position von Satelliten live verfolgen lässt. Wer solche Projekte auch eigenständig umsetzen möchte, sollte Programmieren können – fürs Studium ist das jedoch keine Bedingung, wie sie weiß: „Die Studierenden müssen nicht zwingend Programmieren lernen, Grundkenntnisse helfen aber oft weiter. Dann kann man selbst Prototypen bauen oder die technischen Anforderungen für Benutzeroberflächen und Bedienelemente direkt mit den Programmierern abstimmen.“

Kein fester Lehrplan

Interfacedesign zu studieren, bedeutet für Ute Benz und ihre Mitstudierenden auch, sich auszuprobieren. Die Kurse kann man sich selbst zusammenstellen und dabei anwendungsbezogen, aber auch sehr frei und künstlerisch studieren. Viele Lehrveranstaltungen besucht die 24-Jährige gemeinsam mit angehenden Produkt- und Kommunikationsdesignern und -designerinnen. „In einem Projekt haben wir zum Beispiel gemeinsam interaktive Exponate für eine Ausstellung entwickelt“, erinnert sie sich. Ihre Kenntnisse will sie nach dem Bachelor durch einen Master vertiefen. Und wenn sie laut träumen dürfte, würde sie später gerne Steuerungs-Schnittstellen für Raumschiffe entwickeln.

abi>> 22.03.2016