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Der Körper als Werkzeug

Eine junge Frau macht eine Tanzübung an einer Ballettstange.
Früh übt sich: Die Weichen für eine erfolgreiche Tanzkarriere werden meist schon in der Kindheit gelegt.
Foto: Sonja Brüggemann

Tanz

Der Körper als Werkzeug

Swane Küpper (18) geht ihren Weg und macht, was sie machen muss: tanzen. Sie studiert im dritten Semester den Bachelorstudiengang Tanz an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden.

Helle, große Tanzräume, die Fenster reichen vom Boden bis zur Decke, an den Seiten sind Tanzstangen aufgestellt, an einer weiteren Wand reihen sich Spiegel. Zu Klaviermusik üben junge Frauen und Männer Variationen. Wer hier trainiert, bringt eine tänzerische Vorbildung mit. Auch Swane Küpper hat ihre Tanzkarriere bereits mit drei Jahren begonnen. Mit zwölf Jahren wurde das Tanzen für sie so wichtig, dass sie auf das Tanzgymnasium Essen Werden wechselte: „Es gab kein Schlüsselerlebnis oder ähnliches. Ich wollte einfach nichts anderes.“

Tanzen war einer ihrer Leistungskurse im Abitur. An der Palucca Hochschule selbst gibt es Orientierungsklassen, in denen Kinder ab zehn Jahren aufgenommen werden. Damit sind sie aber nicht automatisch für den Studiengang Tanz qualifiziert. Auch sie müssen, wie alle anderen Bewerber, nach Abschluss des Nachwuchsförderstudiums, also nach Klasse zehn an der Aufnahmeprüfung teilnehmen.

Eignungstest und Aufnahmeprüfung

Ein Porträt-Foto von Swane Küpper

Swane Küpper

Foto: Torsten Schneider

Vor der eigentlichen Aufnahmeprüfung absolvierte Swane Küpper einen Eignungstest in Düsseldorf: eineinhalb Stunden klassischer Tanz, eineinhalb Stunden moderner Tanz und nochmal 90 Minuten Improvisation: „Das ist eine erste Auswahl, bei der besonders auf die körperlichen Voraussetzungen und die koordinativen Fähigkeiten geschaut wird“, weiß die 18-Jährige. Da viele Bewerber aus dem Ausland kommen, gibt es Termine für den Eignungstest nicht nur in Dresden und Düsseldorf, sondern unter anderem auch in Barcelona und Mailand.

Swane Küpper erhielt anschließend eine Einladung zur Aufnahmeprüfung nach Dresden, wo sie ihre heutige Hochschule kennenlernte und umgekehrt: „Es sind zwei Tage, in denen sich die Schule den Bewerbern präsentiert, und die Schüler in Trainingseinheiten die Chance haben zu zeigen, was sie mitbringen.“

Die Palucca Hochschule Dresden war ihre Wunschhochschule: „Wenn man mit der Tanzszene aufwächst, kennt man das Profil namhafter Hochschulen.“ Das ist ganz wichtig, findet die 18-Jährige: „Zwischen den Hochschulen liegen Welten.“ Sie wollte an eine Hochschule, die zu gleichen Teilen in modernem und klassischem Tanz ausbildet: „Ich möchte später in beiden Bereichen gleich gut sein.“ Dies rührt auch daher, dass sie sich bei dem schwierigen Arbeitsmarkt möglichst breit aufstellen möchte.

Ein ganz besonderes Studium

Im Gegensatz zu anderen Studiengängen sind die Unterrichts- und Lehrveranstaltungen an der Ferienregelung des Landes Sachsen gekoppelt: „Eine vorlesungsfreie Zeit macht mit Blick auf das Training auch wenig Sinn“, erklärt Swane Küpper. Zwar gibt es Vorlesungen, Seminare, praktische Übungen, künstlerische Projekte und Exkursionen. Aber sonst unterscheidet sich das Tanzstudium doch sehr: Die Studierenden verbringen den Großteil ihrer Zeit in der Hochschule, der Studienalltag geht meist von 8 bis 18 Uhr oder 19 Uhr. Nach dem offiziellen Unterrichtsende üben die Tänzer unter Anleitung von Choreografen für Aufführungen, die im Rahmen von Kooperationen stattfinden: „Das sind alles Vorbereitungen auf das Berufsleben.“

Tanzen ist Hochleistungssport. Neben Theorie, Training und Projektarbeit gehören auch Betreuungsleistungen wie Physiotherapie, Ernährungsberatung und psychologische Betreuung zum Studium. „So wie Handwerker mit ihrem Werkzeug arbeiten, arbeiten wir mit unserem Körper.“ Auch wenn sie aufs Skifahren lieber verzichtet, ein Tanzroboter ist sie nicht: „Natürlich feiern wir auch Partys“, sagt sie lachend.

Für die Zeit nach dem dreijährigen Bachelorstudium hat Swane Küpper schon Pläne: „Ich würde gerne fest in einer Company oder an einem Theater arbeiten.“ Wie der Berufsalltag tatsächlich aussieht, wird sie in Kürze im Rahmen ihrer zwei mehrwöchigen Praktika kennenlernen, die sie am Dance Theater in Den Haag und am Staatstheater in Wiesbaden absolviert.

 

abi>> 28.12.2015