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Biologie zum Anfassen

Detailaufnahme Pflanze
Eva Frese mag vor allem die pratischen Seiten an ihrer Studium, wenn sie beispielsweise verschiedene Pflanzenarten bestimmt.
Foto: Martin Rehm

Biologie

Biologie zum Anfassen

Pflanzen bestimmen, Dotter untersuchen, Schalter in Zellen einbauen – Eva Frese mag vor allem die praktischen Seiten an ihrem Biologiestudium. Die 19-Jährige ist im dritten Semester an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Naturwissenschaften? Ja, aber bitte etwas „Greifbares“ – das hatte sich Eva Frese für ihr Studium gewünscht. „Tiere und Pflanzen, damit konnte ich konkret etwas anfangen“, erzählt die 19-Jährige. „Und Biologie hat mich schon auf dem Gymnasium in Hamburg interessiert.“ Für die Hochschule hat sie sich auch deshalb entschieden, weil sie sich dort zunächst einmal intensiv mit den Grundlagen befassen kann – nicht nur mit den biologischen wie Genetik, Botanik, Zoologie oder Zellbiologie, sondern auch mit den Grundlagen der anderen Naturwissenschaften, „mit organischer und anorganischer Chemie zum Beispiel“, erzählt Eva Frese.

Mach mal!

Jetzt, im dritten Semester, kommen die „Profilmodule“ dazu. Diese Unterrichtseinheiten gehen bei einzelnen Fachgebieten in die Tiefe und erlauben es den Studierenden herauszufinden, in welche Richtung sie sich spezialisieren möchten. Eva Frese besucht zurzeit „Engineering meets biology“ – ein fakultätsübergreifendes Modul, in dem auch Leute aus der Mikrosystemtechnik sitzen und das sich mit synthetischer Biologie befasst. „Da geht es zum Beispiel darum, wie man in eine Zelle eine Art Schalter einbauen kann und was passiert, wenn man ihn dann mit Licht bestrahlt“, erzählt sie. Tatsächlich ist dieses Modul sehr praxisorientiert. „Ich darf im Labor fast alles ausprobieren“, sagt die Studentin. „Ich bekomme einen Doktoranden an die Seite gestellt, den ich fragen kann, und ansonsten heißt es: Mach mal.“

Porträt von Eva Frese

Eva Frese

Foto: privat

Ein Praxissemester ist dagegen nicht vorgesehen. „Dafür hatten wir von Anfang an jede Woche einen Nachmittag lang eine praktische Übung zu den einzelnen Modulen“, erzählt Eva Frese. In Botanik und Zoologie müssen die Studierenden Tiere und Pflanzen bestimmen, in Entwicklungsbiologie betrachten sie zum Beispiel angebrütete Hühnereier unter dem Mikroskop. In den Labors stehen ihnen Inkubatoren, Zentrifugen und Mikroskope ebenso zur Verfügung wie Plastikhandschuhe oder Pipettenspitzen, mit denen sie steril arbeiten können.

Erasmus-Wunschziel Skandinavien

In den kommenden Semestern wird Eva Frese weitere Module belegen. Vegetationsgeschichte ist zum Beispiel im Angebot oder ein Modul namens „Faszination Gehirn“. Sie kann sich gut vorstellen, das fünfte Semester als Erasmus-Studentin in Skandinavien zu verbringen. Das ist auch das Semester, das die Weichen für die Abschlussarbeit stellt: „Man belegt drei sogenannte Vertiefungsmodule, von denen eines dann das Thema der Bachelorarbeit wird“, erzählt sie. Auch die verpflichtenden Kurse zur sogenannten „Berufsfeldorientierten Kompetenz“ kann sie an der ausländischen Uni belegen. Diese Kurse bietet die Uni Freiburg ihren Studierenden an, um sie bereits im Studium mit möglichen Berufsfeldern in Kontakt zu bringen. Veranstaltungen mit Dozenten aus Wirtschaft und Wissenschaft schärfen zudem das persönliche Profil der Studierenden.

Als Mitglied der Bio-Fachschaft organisiert Eva Frese eine Veranstaltungsreihe mit, bei der ehemalige Biologie-Studierende erzählen, wie sie an ihre heutigen Stellen gekommen sind. Mittlerweile arbeiten sie als Forensiker, Landschaftsökologen, Wissenschaftsjournalisten oder in der Pharmabranche. Das hilft ihr auch selbst weiter, „man hat ja als Biologin kein festes Berufsfeld vor Augen“. Wenn sie an der Uni bleiben und dort lehren will, müsste sie über eine Promotion nachdenken. In den nächsten Semestern überlegt sie aber erst einmal, was nach dem Bachelor kommen soll – wahrscheinlich ein Master.

abi>> 14.12.2016