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Kaputte Kaffeemaschinen und der Motor des Körpers

Diagramm der Hirnaktivitäten.
Spannung, Energie und Frequenzen sind Begriffe, die sowohl in der Elektrotechnik wie auch im menschlichen Körper eine Rolle spielen.
Foto: Axel Jusseit

Biomedizinische Technik

Kaputte Kaffeemaschinen und der Motor des Körpers

Informatik, Elektrotechnik, Mathe, Physik und Medizin – diese Fächer stehen unter anderem auf dem Studienplan von Stefanie Richau. Die 32-Jährige studiert im fünften Semester Biomedizinische Technik an der Technischen Universität Chemnitz.

Viel Technik, jede Menge Informatik – Stefanie Richau scheut sich davor nicht. Allerdings reiche es nicht aus, einfach nur in den Vorlesungen gut zuzuhören, um nachher die Prüfung zu bestehen: „Man muss sich schon zu Hause nochmal hinsetzen und lernen.“ Auch dann, wenn der Uni-Tag bereits um 7.30 Uhr angefangen habe.

Ganz wichtig sei es, neugierig auf Technik zu sein. Am Anfang des Studiums hat ein Dozent sie ermuntert, defekte elektrische Geräte auseinanderzunehmen und sich das Innenleben anzuschauen. Bei Stefanie Richau war es die kaputte Kaffeemaschine. „Und auch noch ein paar weitere Geräte, die erst hinterher nicht mehr richtig funktionierten“, erzählt sie lachend.

Neben Elektrotechnik und Informatik stehen auch Mathe, Physik sowie Medizin auf dem Stundenplan. Studienschwerpunkte widmen sich unter anderem der Medizingerätetechnik oder Mikro- und Nanosystemen.

Radioaktive Praxis

Ein Porträt-Foto von Stefanie Richau

Stefanie Richau

Foto: Privat

Die Theorie wird in jedem Fach mit praktischen Einheiten vertieft. In physikalischen Versuchen geht es zum Beispiel darum, Radioaktivität zu messen oder sogenannte Stehende Wellen zu erzeugen. Praktische Aufgaben übernimmt die 32-Jährige außerdem bei ihrer HiWi-Tätigkeit: Sie lötet Schaltungen, entwirft Layouts für Leiterplatten, misst Kapazitäten, Widerstände, Impedanzen und Frequenzen. Aus ihren technischen Zeichnungen, die sie für einen Versuchsstand gemacht hat, wurde ein kleiner Messstand in einer der Werkstätten gefertigt.

„Mit der Zeit erkennt man immer mehr Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fächern“, so Stefanie Richau. Ein Beispiel: Spannung, Energie und Frequenzen sind Begriffe, die sowohl in der Elektrotechnik wie auch im menschlichen Körper, eine Rolle spielen – beispielsweise, wenn man an das Herz denkt, den Motor des Körpers. Und mithilfe der Informatik wiederum können dann die Frequenzen des Herzschlags sichtbar gemacht werden. Zu sehen, dass alles, was sie lernt, im medizinischen Bereich anwendbar ist, ist für die 32-Jährige das Faszinierende an ihrem Studium.

Von Germanistik zu Gerätewartung

Für das Medizintechnikstudium hat sich Stefanie Richau ursprünglich aus einem ganz rationalen Grund entschieden: Weil die Arbeitsmarktchancen für Absolventen sehr gut sind. Bereut hat sie die Entscheidung, sich an der Technischen Universität in Chemnitz für den Bachelorstudiengang Biomedizinische Technik einzuschreiben, nicht. Im Gegenteil: „Mein Interesse am gesamten Themengebiet hat stetig zugenommen. Ich finde das Studium sehr spannend und vielseitig“, sagt die 32-Jährige.

Die Mutter zweier Kinder hat bereits ein Germanistik-Studium abgeschlossen, entschied sich jedoch, noch einmal an die Uni zu gehen – und etwas ganz anderes zu machen. Jetzt ist sie im fünften Semester, wird im nächsten Jahr ihre Bachelorarbeit beginnen und ein achtwöchiges Praktikum machen. Eventuell macht sie danach noch einen Master. Als späteres Arbeitsfeld kann sie sich den Bereich Entwicklung vorstellen. Aber auch der Gedanke, in einem Krankenhaus im Bereich der Gerätewartung tätig zu werden, reizt sie.

abi>> 23.11.2015