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Forschen am Vorbild der Natur

Spinnenseide
Extrem elastisch und trotzdem reißfest: Die Bionik beschäftigt sich unter anderem mit den faszinierenden Eigenschaften von Spinnenseide.
Foto: Julien Fertl

Bionik

Forschen am Vorbild der Natur

Im internationalen Bachelorstudium Bionik an der Hochschule Bremen beschäftigt sich Simon Reichel (22) unter anderem mit den Strukturen von Organismen. Er befindet sich im siebten Semester und erreicht in Kürze den Abschluss Bachelor of Science.

Bionik ist die Verbindung von Biologie und Technik. Ihr Ziel ist es, Beobachtungen und Erkenntnisse aus der Natur auf technische Produkte zu übertragen. Eines der berühmtesten Beispiele ist wohl der Versuch Leonardo da Vincis, den Flug der Vögel zu studieren, um nach ihrem Vorbild Flugmaschinen für Menschen zu konstruieren. Phänomene aus der Natur nutzbar machen, das möchte auch Simon Reichel. In seiner Abschlussarbeit untersucht er das Bewegungsverhalten von Insekten.

Im internationalen Studiengang Bionik an der Hochschule Bremen, der interdisziplinär angelegt ist, belegte der Student verschiedene Module, in denen ihm sowohl biologische auch als ingenieurwissenschaftliche Inhalte vermittelt wurden. „In den ersten beiden Semestern wurde unser Grundlagenwissen in Chemie, Physik, Biologie und Mathematik vertieft und auf einen Stand gebracht. Parallel dazu hatten wir Informatik sowie einen Kurs in Präparationstechniken, der eine ruhige Hand sowohl mit dem Präparierbesteck als auch mit dem Bleistift erfordert“, beschreibt er. Zusammen mit seinen Kommilitonen lernte er den grundlegenden Aufbau einzelner Organismen und deren evolutionäre Besonderheiten kennen. Dabei ging es zunächst um Tiere und in einem weiteren Kurs um Pflanzen.

Praktische Erfahrung, eigene Projekte

Ein Porträt-Foto von Simon Reichel

Simon Reichel

Foto: privat

Ab dem dritten Semester kamen weitere Fächer wie Werkstoffwissenschaft, Mechanik und Computer Aided Design (CAD), also rechnergestützte Gestaltung, hinzu. Praktische Erfahrungen sammeln die Studierenden in Projektarbeiten in kleinen Gruppen. „Dabei wurde uns alles beigebracht, was dazu gehört, um später eigene Forschungsprojekte durchführen zu können: Von der Planung und Durchführung der Versuche bis hin zur Projektfinanzierung“, berichtet Simon Reichel. Das verpflichtende Auslandssemester verbrachte er an der University of Oxford in Großbritannien. „Dort habe ich in einer Arbeitsgruppe geforscht, die sich auf Spinnenseide spezialisiert hat und konnte eigenverantwortlich Versuche durchführen“, erzählt er.

Im sechsten Semester können die Studierenden zwischen verschiedenen Wahlpflichtmodulen wählen und dadurch eigene Schwerpunkte setzen. Simon Reichel hat sich für „Strömungssimulation“ sowie das englischsprachige Modul „Biological Structures in extreme Environments“ entschieden und erfährt nun beispielsweise, wie sich Tiere in verschiedenen Lebensräumen anpassen – von der Wüste bis zur Tiefsee.

Organisation und Leidenschaft

Praxisanteile und Eigenverantwortung, resümiert Simon Reichel, sind hoch in diesem Studium. „Zeitweise hatte ich mehr als fünf Projekte parallel laufen. Man sollte also für diese Sache brennen und gut organisiert sein, um bis zum Abschluss durchzukommen.“ Gefragt sind auch Englischkenntnisse, die unverzichtbar sind für eine Karriere in der Bionik.

Schon auf dem Gymnasium war Simon Reichel ganz begeistert von den Naturwissenschaften. Auf das Fach aufmerksam wurde er schließlich dank einer Dokumentation. „Das Thema hat mich sofort fasziniert, denn es umfasst alle naturwissenschaftlichen Bereiche“, schwärmt er. Er recherchierte mögliche Studiengänge und entschied sich schließlich für den zulassungsbeschränkten internationalen Studiengang an der Hochschule Bremen. Die Tür öffnete ihm seine Abiturnote von 1,2.

Master im Ausland?

Nach dem Bachelorabschluss möchte er seine Kenntnisse im Rahmen eines Masterstudiums erweitern, vielleicht sogar im Ausland. Später dann könnte er als Bioniker in unterschiedlichen Bereichen tätig werden. „Denkbar wären Forschungsinstitute oder Arbeitsgruppen weltweit. Genauso ist es aber möglich, etwa bionische Lösungen für Unternehmen zu finden.“

abi>> 01.11.2016