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Biologie trifft Technik

Auf dem Foto sind menschliche Zellen unter dem Elektronenmikroskop zu sehen.
Anja Britsche beschäftigt sich unter anderem mit Fragestellungen zum Thema Tissue Engineering, also der künstlichen Kultivierung von Zellen.
Foto: Sebastian Kaulitzki

Biotechnologie

Biologie trifft Technik

Anja Britsche (32) studiert Biotechnologie an der Hochschule Mittweida. Die interdisziplinäre Wissenschaft beschäftigt sich mit der Nutzung von Enzymen, Zellen und ganzen Organismen in technischen Anwendungen. Seit Jahrtausenden bekannte biotechnologische Prozesse ermöglichen beispielsweise die Herstellung von Bier und Wein mit Hefen oder die Weiterverarbeitung von Milch zu Käse mithilfe von Enzymen.

Nach dem Abitur hatte sich Anja Britsche zunächst für eine Berufsausbildung zur Medizinisch-Technischen Laboratoriumsassistentin (MTLA) entschieden. Anschließend arbeitete sie mehrere Jahre in einem größeren Labor in der Mikrobiologie, bekam ihre beiden Kinder und legte eine Familienpause ein. „Mit dem Studium der Biotechnologie möchte ich nun noch tiefer in diesen Bereich eindringen und dabei auf die Erfahrungen aus der Berufspraxis aufbauen“, begründet sie ihre Entscheidung. „Hinzu kam, dass die Hochschule Mittweida auch besonders auf studierende Eltern eingeht und mir der Standort sehr zusagte.“

Drei Studienrichtungen zur Auswahl

Ein Porträt-Foto von Anja Britsche

Anja Britsche

Foto: Helmut Hammer, Hochschule Mittweida

Im Laufe des Studiums eröffnet sich die Möglichkeit, eine von drei möglichen Studienrichtungen einzuschlagen. „Ich habe Molekulare Diagnostik gewählt und bisher das Fach Bioanalytik absolviert“, erzählt Anja Britsche. Die weiteren Module dieser Studienrichtung wird sie noch kennenlernen: Molekulare Zellbiologie, Zellkulturtechnik, Methoden der molekularen Diagnostik und Angewandte Biotechnologie. Alternativ hätte sich die 32-Jährige für die Studienrichtungen Umweltbiotechnologie oder Bioinformatik entscheiden können.

Inzwischen hat Anja Britsche das dritte Semester fast abgeschlossen und damit die Hälfte der Regelstudienzeit geschafft. „Im ersten Studienjahr haben wir die Grundlagen aus Fächern wie Mathematik, Chemie, Physik, Bioinformatik und Mikrobiologie erarbeitet“, berichtet sie. „Außerdem konnten wir uns für Wahlpflichtfächer wie Kommunikation und Rhetorik entscheiden.“ Seit dem Beginn des zweiten Studienjahrs vertieft sie das Wissen mit neuen Modulen wie Biochemie, Molekularbiologie, Gentechnik, Biotechnologie, Bioverfahrenstechnik und einer Einführung in Statistik.

Zellen im Labor kultivieren

In den Kursen Biotechnologie, Zellkulturtechnik und Molekulare Zellbiologie beschäftigt sich Anja Britsche unter anderem mit Fragestellungen zum Thema Tissue Engineering, der künstlichen Kultivierung von Zellen. Zum Studium gehören neben Vorlesungen und Seminaren auch Praktika mit Arbeiten im Labor der Hochschule. Im fünften Semester kommt unter anderem eine eigenständig verfasste, dreimonatige Projektarbeit hinzu.

Der Praxisteil der ebenfalls dreimonatigen Bachelorarbeit im sechsten Semester wird in der Regel in einem kooperierenden Unternehmen durchgeführt. „Hier könnte ich mir vorstellen, im Bereich Krebsforschung ein Praktikum zu machen“, erklärt Anja Britsche. Wo die Reise nach dem Abschluss hingeht, hält sie sich noch offen, die Möglichkeiten sind vielfältig.

abi>> 16.02.2016